Brisante Duelle zwischen Dresden und dem BVB

Zwei Partien in Dortmund

Im Achtelfinale des DFB-Pokals trifft Borussia Dortmund heute Abend (20.30 Uhr) auf Dynamo Dresden. In den bisherigen Begegnungen zwischen beiden Teams ging es bereits zweimal hoch her. Besonders die Vorfälle am 25. Oktober 2011 bleiben im Gedächtnis - aber auch der Platzverweis-Rekord, der bis heute gilt.

DORTMUND

03.03.2015, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim 4:0 für den BVB am 1. September 1993 wurde ein bis heute gültiger Bundesliga-Rekord aufgestellt. Als der Schlusspfiff von Schiedsrichter Manfred Schmidt ertönte, standen nur noch 17 Profis auf dem Platz. Auf Dortmunder Seite ging die Partie für Matthias Sammer (Gelb-Rot) und Günter Kutowski (Rot) vorzeitig zu Ende. Sammer flog vor 39.000 Zuschauern im Westfalenstadion bereits nach 29 Minuten. 

"Schmidtchen Schmeißer"

Die Dresdner Matthias Mauksch und Markus Kranz sahen die Ampelkarte, deren Vereinskollege Nils Schmäler sah Rot. Für den Referee hatte das Spiel unliebsame Folgen: "Schmidtchen Schmeißer" titelte der Boulevard. 

"Das war für mich natürlich ein einschneidendes Erlebnis. Es war erst mein zweites Bundesligaspiel", erinnerte sich Schmidt vor der letzten Pokal-Begegnung zwischen Dortmund und Dresden. "Eigentlich waren das gar nicht so viele Karten. Pech war halt, dass die drei Spieler, die schon Gelb hatten, noch mal Gelb bekamen. Außerdem wurden wir vor der Saison angehalten, härter durchzugreifen", so der Unparteiische aus Bad Hersfeld.

Negative Schlagzeilen gab es auch im Anschluss an die Zweitrunden-Pokalpartie am 25. Oktober 2011. Während des Spiels hatten Dresdner Anhänger Böller und Raketen gezündet und damit zwei Unterbrechungen provoziert. 

Massive Ausschreitungen

Im Umfeld des Stadions hatten massive Ausschreitungen zu 17 Verletzten, 15 Festnahmen und schweren Sachschäden geführt. "Tote gab es noch nie in unseren Stadien. Wenn es so weitergeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es Tote gibt", sagte damals der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz in einer Verhandlung des DFB-Sportsgerichts, das Dynamo zunächst vom DFB-Pokal ausschloss.

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DFB-Pokal: Borussia Dortmund - Dynamo Dresden

Bilder von der DFB-Pokalpartie Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden.
25.10.2011
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Marcel Schmelzer und Dredens Filip Trojan versuchen an den Ball zu kommen. © Foto: dpa
Kevin Großkreutz (l) und David Solga kämpfen um den Ball. © Foto: dpa
Mario Götze (l) und Filip Trojan versuchen an den Ball zu kommen. © Foto: dpa
Robert Lewandowski (2.v.l) erzielt das 1:0. © Foto: dpa
Torschütze Robert Lewandowski dreht nach dem Treffer zum 1:0 jubelnd ab, Torwart Wolfgang Hesl (l.) schaut hilflos zu. © Foto: dpa
Robert Lewandowski (2.v.l) jubelt über seinen Treffer zum 1:0.© Foto: dpa
Dortmunder Jubel nach dem 1:0.© Foto: dpa
Dortmunder Spieler bejubeln das Tor zum 1:0.© Foto: dpa
Trainer Jürgen Klopp gestikuliert am Spielfeldrand. © Foto: dpa
Kevin Großkreutz ärgert sich.© Foto: dpa
Mario Götze (l) und Dresdens Cristian Fiel versuchen an den Ball zu kommen. © Foto: dpa
Anhänger von Dresden zünden Feuerwerkskörper in ihrem Fanblock. © Foto: dpa
Mario Götze versucht vor dem Dresdener Fanblock eine Ecke auszuführen. © Foto: dpa
Torschütze Mario Götze bejubelt seinen Treffer zum 2:0. © Foto: dpa
Mario Götze( r) freut sich über seinen Treffer zum 2:0. © Foto: dpa
Torschütze Mario Götze (l.), Ivan Perisic (M.) und Robert Lewandowski jubeln über das Tor zum 2:0. © Foto: dpa
Mario Götze( r) freut sich über seinen Treffer zum 2:0. © Foto: dpa
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Vor dem Spiel: Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion

Lautstark, stimmungsvoll und überwiegend friedlich haben die Fans des Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund das Stadion erreicht. Einige ubelehrbare Gewalttäter haben die Anonymität der Masse genutzt, um Polizisten mit Wurfgeschossen anzugreifen.
25.10.2011
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Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Während die Polizei die Dresdener Fans über die Ardeystraße leitete, warteten diese Fans in Sicherheitheit neben der Polizei-Reiterstaffel.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die BVB-Ordner Viktor Minakow, Sonja Lehmann und Sascha Fiedler (von links) stehen auf der Ardeystraße im Stau - und fiebern dem Anpfiff entgegen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Dresdener Fans am E3-Parkplatz.© Foto: Peter Bandermann
Am Parkplatz "E3" verbreiteten die Fans aus Dresden gute Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Für diese Dynamos war der Auftritt ihrer Fans in Dortmund eine Filmaufnahme wert.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann

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Nach dem Spiel: Großes Polizeiaufgebot am Stadion

Randale vor und während des Spiel, Ärger auch nach dem Abpfiff: Die Fans von Dynamo forderten die Polizei heraus. Als Dortmunder und Dresdener das Stadion verließen, bestimmten Einsatzkräfte der Polizei das Bild.
26.10.2011
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So erlebten Stadions-Besucher die Zeit nach dem Abpfiff: Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um Gewalttaten zu verhindern und die große Mehrheit der friedlichen Fans zu beschützen.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzbesprechung der Reiterstaffel kurz vor Spielende. Nur selten tragen die Reiter Schutzhelme wie die Kollegen der Einsatzhundertschaften.© Foto: Peter Bandermann
Polizeireiter vor dem Stadion.© Foto: Peter Bandermann
So erlebten Stadions-Besucher die Zeit nach dem Abpfiff: Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um Gewalttaten zu verhindern und die große Mehrheit der friedlichen Fans zu beschützen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei hatte auch einen Wasserwerfer vor Ort, muss das Spezialfahrzeug aber nicht einsetzen.© Foto: Peter Bandermann
Diese Familie beeilt sich, um das Stadion zu verlassen. Wenige Minuten zuvor hatten Dynamo-Fans eine Ordner-Kette durchbrochen.© Foto: Peter Bandermann
Auch der Rettungsdienst war permanent im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Kurze Absprache vor dem Abpfiff. Nach Spielende wurde es noch einmal hektisch für die Polizei.© Foto: Peter Bandermann
Fans auf dem Weg nach Hause.© Foto: Peter Bandermann
Diese aus Zwickau angereisten Fans waren enttäuscht von den Gewalttätern und Randalierern.© Foto: Peter Bandermann
Polizeikräfte auf der Strobelallee.© Foto: Peter Bandermann
Festnahme eines Gewalttäters auf der Strobelallee.© Foto: Peter Bandermann
Vor diesem Tunnel, der zur Stadtbahnhaltestelle führt, dosierten Ordner den Durchlass. Aus Sicherheitsgründen, um Gedränge zu verhindern.© Foto: Peter Bandermann
Der Rettungsdienst war nach Spielende permanent im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei eilte nach Spielende von einem Ort zum nächsten. Dresdener Fans zog es nach dem Abpfiff in die Dortmunder Innenstadt. Vor dem Polizeipräsidium, kurz vor Mitternacht: Ein Gefangenentransporter und ein Rettungswagen.© Foto: Peter Bandermann
Die Ardeystraße war auch nach Spielende zeitweise gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Kräfte einer Einsatzhundertschaft auf dem Weg zu den Fahrzeugen, um in die Innenstadt zu fahren. Dort gab es mehrere "Brandherde".© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Polizeipräsidium, kurz vor Mitternacht: Ein Gefangenentransporter und ein Rettungswagen.© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Polizeipräsidium, kurz vor Mitternacht: Ein Gefangenentransporter und ein Rettungswagen.© Foto: Peter Bandermann

In zähen Verhandlungen wurde die Strafe noch abgemildert in ein Geisterspiel und 100.000 Euro Geldstrafe. Doch nachdem die Dresdner Fans ein Jahr darauf beim Pokalspiel in Hannover wieder randalierten, statuierte der DFB ein Exempel. Im Dezember 2012 stand das Urteil Pokalausschluss.

150.000 Euro Schaden

2011 betrug allein der Schaden im Dortmunder Stadion 150.000 Euro. BVB-Organisationschef Dr. Christian Hockenjos sagte nach dem Spiel, er habe Schäden dieses Ausmaßes noch nicht erlebt. „Die Werbebande vor der Nordtribüne ist nur noch Schrott. Auf dem Oberrang wurden 200 Stühle herausgetreten, eine Toilette in Brand gesteckt, in anderen Toiletten Waschbecken demoliert oder von der Wand getreten“, listet er die gröbsten Schäden durch randalierende Dynamo-Fans auf.

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Die Schäden im Stadion

150.000 Euro Schaden richteten die Anhänger von Dynamo Dresden im Signal Iduna Park an. Für die Borussia heißt es jetzt erst einmal aufräumen, denn kommenden Dienstag steht das nächste Champions-League-Spiel an.
26.10.2011
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Die Werbebande vor der Nordtribüne haben die Dynamo-Fans aus der Verankerung gerissen.© Foto: Dieter Menne
Unter anderem zertrümmerten die Randalierer Verkaufsstände, demolierten Toiletten und rissen etwa 200 Sitzschalen raus.
© Foto: Dieter Menne
"Die Band sieht aus wie eine geöffnete Sardinenbüchse", sagt BVB Organisationschef Dr. Christian Hockenjos.© Foto: Dieter Menne
Mit Feuerwerkskörpern und Flaschen gingen die Dynamo-Fans gegen die Polizei vor.© Dieter Menne
Der Fan-Beauftragte von Dynamo Dresden, Torsten Rudolpf, erhebt Vorwürfe gegen die Polizei, die mit dem Einsatz von Pfefferspray »unverhältnismäßig« reagiert habe.© Foto: Dieter Menne
Am Tag nach dem DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden heißt es für die Borussia erst einmal aufräumen. © Foto. Dieter Menne
Die Dynamo-Fans haben überall im Stadion ihre Duftmarke gesetzt. © Foto: Dieter Menne
Insgesamt verursachten die Gewalttäter einen Schaden von 150.000 Euro im Signal Iduna Park.© Foto: Dieter Menne

"Wir wissen um die Brisanz dieses Spiels, sind aber vorsichtig optimistisch", sagt Davud Mohammed vom Dortmunder Fanprojekt im Vorfeld des Pokalspiel am Dienstagabend. "Wir haben nicht das Gefühl, dass unsere Fans eine Rechnung begleichen wollen. Allerdings empfehlen wir unseren Anhängern, nicht in Fankleidung durch die Dresdner Innenstadt zu laufen, das könnte als Provokation aufgefasst werden."

Von dpa

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