BVB-Adventskalender: Als Lothar Emmerich entführt wurde

4. Dezember

Lothar Emmerich ist einer der bekanntesten BVB-Spieler. Nicht umsonst trägt Maskottchen Emma seinen Spitznamen. In Belgien soll er entführt worden sein. Teil vier unseres Adventskalenders.

Dortmund

, 04.12.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lothar Emmerich war ein echter Torjäger - hatte immer einen lockeren Spruch auf Lager.

Lothar Emmerich war ein echter Torjäger - hatte immer einen lockeren Spruch auf Lager. © imago

Vieles ist in diesem Jahr anders. Fans dürfen nicht ins Stadion, die Weihnachtsmärkte fallen größtenteils aus, doch eines sollte bleiben: die wachsende Vorfreude aufs Fest. Damit das gelingt, haben wir uns etwas für die BVB-Fans ausgedacht. 24 kleine Geschichten im schwarzgelben Gewand. Heute: Lothar Emmerich und seine Entführung.

BVB-Spieler Lothar Emmerich wurde zweimal Torschützenkönig

„Gib mich die Kirsche!“ So forderte Lothar Emmerich seine Mitspieler unmissverständlich auf, ihm doch bitte den Ball zuzuspielen, damit er mal wieder eines seiner unzähligen Tore erzielen konnte. Direkt war er, der „Emma“, und hatte immer einen lockeren Spruch auf Lager. In Dortmund geboren, erfüllte er sich den Traum, im schwarzgelben Trikot auflaufen zu dürfen, alleine in der Bundesliga 183 Mal. Insgesamt 115 Tore erzielte er dabei und wurde zwei Mal Torschützenkönig.

Damit ist er einer von nur fünf Spielern, denen das für den Verein ihrer Geburtsstadt bisher gelungen ist. Uwe Seeler (Hamburg), Lothar Kobluhn (Oberhausen), Jupp Heynckes (Mönchengladbach) und Klaus Allofs (Düsseldorf) komplettieren das Quintett. Bis ins Jahr 2002 dauerte es zudem, bis in Marcio Amoroso mal wieder ein BVB-Akteur die Torjägerkanone gewann.

BVB-Legende Emmerich bejubelte seine Tore besonders ausgelassen

Für Deutschland lief „Emma“ nur fünf Mal auf, wurde 1966 aber immerhin Vize-Weltmeister. Bekannt war er nicht nur für sein lockeres Mundwerk. Er konnte sich besonders ausgelassen über seine Tore freuen und verzückte die Fans häufig, indem er in Cowboy-Manier ein imaginäres Lasso schwang.

Emmerich zog es 1960 nach Belgien, wo er drei Jahre für AC Beerschot Antwerpen seine Tore schoss. Ein Gerücht besagt, dass er vor dem Derby 1970 gegen Royal Antwerpen entführt wurde. Wohin und von wem ist allerdings bis heute ungeklärt. Emmerich, der 24 Stunden nach der Partie wieder auf freiem Fuß war, sagte nur: „Die wollten nicht, dass ich spiele. Bis zu meiner Freilassung wurde ein Großteil meiner Wünsche erfüllt.“ Definitiv der Wahrheit entspricht aber, dass Emmerich bei drei von vier Duellen gegen Royal auf dem Platz stand und bei der anderen Partie verletzt war. In der Saison 1969/70 spielte Royal Antwerpen in der zweiten Liga, weshalb kein Derby gespielt wurde.

Die Geschichten für unseren Adventskalender stammen aus dem Buch „Borussia Dortmund für Klugscheißer“ von Sascha Staat, ISBN: 978-3837521665.

Der RN-BVB-Podcast

Der BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten - einmal in der Woche Experten-Talk zum BVB. Jetzt hier, bei Spotify oder bei Apple Podcasts hören.

BVB-Newsletter

Täglich um 18 Uhr berichtet unser Team über die wichtigsten schwarzgelben Neuigkeiten des Tages.

Lesen Sie jetzt