BVB-Adventskalender: Jürgen Kohlers goldene Sohle in Manchester

6. Dezember

Es ist die BVB-Partie bei Manchester United im April 1997, die für Jürgen Kohler zum Spiel des Lebens wird. Er rettet auf der Linie und wird zum Helden. Teil sechs unseres Adventskalenders.

Dortmund

, 06.12.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit seiner Sohle rettete „Fußballgott“ Jürgen Kohler für den BVB auf der Linie.

Mit seiner Sohle rettete „Fußballgott“ Jürgen Kohler für den BVB auf der Linie. © imago / Liedel

Vieles ist in diesem Jahr anders. Fans dürfen nicht ins Stadion, die Weihnachtsmärkte fallen größtenteils aus, doch eines sollte bleiben: Die wachsende Vorfreude aufs Fest. Damit das gelingt, haben wir uns etwas für die BVB-Fans ausgedacht. 24 kleine Geschichten im schwarzgelben Gewand. Heute: Jürgen Kohler und seine goldene Sohle.

Der Zweikampf war BVB-Spieler Jürgen Kohler heilig

Ein Filigrantechniker war er nie, aber das war nicht gefragt. In seiner Rolle als Vorstopper ging Jürgen Kohler komplett auf. So hieß das damals noch, zumindest als der „Kokser“ seine eindrucksvolle Karriere begann. Welt- und Europameister ist er geworden, Liga und Pokal in Deutschland und Italien gewann er, dazu den UEFA-Pokal und die Champions League. Der Zweikampf war ihm heilig, das Duell Mann gegen Mann. Gerne packte er die Grätsche aus, brachte die besten Stürmer so zur Verzweiflung.

Eine Szene spiegelt seine Laufbahn dabei wider wie keine zweite. Es ist die 17. Spielminute im Old Trafford von Manchester. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League läuft und United, angeführt von Eric Cantona, drückt nach dem frühen Tor von Lars Ricken auf den schnellen Ausgleich. Das Gefühl, dass die Engländer bei einem Treffer den BVB förmlich überrollen würden, wird mit jeder Minute stärker. Dann scheint das Tor zu fallen. Kohler liegt hilflos auf dem Boden, während Cantona eigentlich nur noch einschieben muss.

Mit seiner Sohle rettet Jürgen Kohler für den BVB auf der Linie

Doch dieser Abend ist der Abend des Jürgen Kohler. Mit seiner Sohle rettet er auf der Linie und wird zum Helden. Bei United sitzt der Schock tief, die Borussia hält den Kasten sauber und zieht ins Endspiel von München ein. Der Rest ist Geschichte. Für Kohler ist es das Spiel seines Lebens. Die Fans feiern ihn fortan als „Fußballgott“. Auch die Anhänger von United zollen seiner Leistung Tribut und applaudieren nach dem Abpfiff respektvoll.

Dabei hatte er unter Magen- und Darmkrämpfen gelitten und war erst am Spieltag angereist. Das war zumindest die offizielle Begründung. Bei seiner hochschwangeren Frau war es nämlich zu großen Komplikationen gekommen, sie erlitt eine Fehlgeburt. Übermüdet, aber wild entschlossen kam er in England an, wollte unbedingt spielen. Nur Trainer Ottmar Hitzfeld wusste, was wirklich los war.

Am Ende steht der Champions-League-Titel für den BVB

Am Ende der Saison 1996/1997 steht der Titel in der Champions League. Jürgen Kohler wird in Deutschland zum „Fußballer des Jahres“ gewählt. Das „Theatre of Dreams“ - für ihn tatsächlich ein Theater der Träume.

Die Geschichten für unseren Adventskalender stammen aus dem Buch „Borussia Dortmund für Klugscheißer“ von Sascha Staat, ISBN: 978-3837521665.

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