Der BVB geht mit einer Mischung aus Stolz und Enttäuschung in die Sommerpause. Team und Trainer müssen jetzt die richtigen Ableitungen treffen - und den Bayern den Kampf ansagen. Jürgen Koers kommentiert.

Dortmund

, 18.05.2019, 22:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schlusspfiff und Aus: Für Borussia Dortmund endet die Spielzeit 2018/19 ohne große emotionale Ausbrüche. Ein Potpourri verschiedener Gefühle mischt sich in die ersten Analysen. Alle Empfindungen sind nachvollziehbar nach einer Saison mit vielen schwarzgelben Gesichtern.

Enttäuschung und Frust schwingen mit über die verpasste Meisterschaft, an die viele Spieler lange geglaubt hatten. Vor der Saison hätten die Borussen wohl nicht zu träumen gewagt, mit so einer Ausbeute ins Ziel zu laufen. Nichtsdestotrotz wäre mehr drin gewesen. Vizemeister klingt gut, weil der BVB im Vorjahr mit Ach und Krach nur Vierter geworden ist. Vizemeister klingt aber auch lauwarm, weil die Schwarzgelben bei zeitweise neun Zählern Vorsprung nicht nur schielend zur Schale geschaut haben, sondern freie Sicht auf die Trophäe hatten.

An der Gier darf es nicht mangeln

Selbstkritik und Ärger gehörten eben auch dazu, weil die Borussen eine seltene Chance auf den Titel erst mit Verve erspielten und dann zu leichtfertig vergeigten. Die eigenen Schwächephasen, vor allem jene im Februar/März, allein an fehlender Erfahrung festzumachen, greift zu kurz. Manche Fehler waren naiv, manche Aktionen unreif. Haarsträubende individuelle Aussetzer werden weniger werden bei entsprechender Routine. Wer vom erstmaligen Titelkampf mental überfordert war, steht im nächsten Jahr anders auf dem Platz. An der katastrophalen Schwäche bei Standards muss man arbeiten. Das lässt sich abstellen. Doch das ist nicht alles.

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Bundesliga, 34. Spieltag: Borussia M'gladbach - BVB 0:2 (0:1)

Die besten Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund.
18.05.2019
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Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund.© dpa
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Schlagworte Fußball, Bundesliga

Woran es in Zukunft für höhere Ziele nie mangeln darf: Die Gier, die unter anderem Kapitän Marco Reus bei manchen Kollegen zeitweise explizit vermisste. Alle Spieler sind hier in der Pflicht. Wer viel Gehalt kassiert, hohe Ansprüche hat und sich als große Nummer im internationalen Fußball wähnt, der muss auch an allen 34 Spieltagen mit Leistung zurückzahlen und darf nicht zu früh zufrieden sein. Doch auch Stolz und eine gute Portion Zufriedenheit über das Comeback in die Spitze der Liga sind bei Borussia Dortmund berechtigt, wenn man bedenkt, wo die Mannschaft vor einem Jahr stand. Mit 21 Zählern weniger ging damals der Blick in Richtung Europa League und nicht zum Thron.

Ohne Emotionen bleibt Favre ein Fremdkörper

In der inhaltlichen Analyse der Saison steht also der Fakt, ganz viel richtig gemacht zu haben. Alle Neuzugänge haben die Mannschaft verstärkt, Trainer Lucien Favre hat beim Team eine neue Spielweise implementiert und dazu noch größere Perspektiven aufgezeigt. Der 61-jährige Schweizer hat einzelne Spieler bessergemacht und das Team insgesamt.

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Dennoch ist auch Favre in die Kritik geraten. Auch er hat Fehler gemacht im Laufe der Saison, er vercoachte unter anderem die Top-Spiele in Tottenham und München. Manchmal wirkte er zu zaghaft, zaudernd, auf Vorsicht bedacht. Auch in Spielerkreisen fehlten peitschende Ansprachen, der verbale Kick, um das letzte bisschen Energie herauszukitzeln. Ob Favre bereit ist, auch einmal einen ganz großen Coup zu landen? Das muss er (sich) beweisen, wenn er nicht nur als Trainer dastehen will, der Spieler entwickeln kann. Er muss sich auch selbst optimieren, bei aller Sachlichkeit mehr Farbe ins Spiel bringen. In der vor Leidenschaft berstenden Fußball-Hauptstadt beinhaltet Fußball mehr als eine festgelegte Abfolge von Pässen und Positionsspiel. Ohne Emotionen bleibt Favre ein Fremdkörper. Die Zeit, sich zu adaptieren, bekommt er, er hat es sich mehr als verdient nach einer Leistung, für die man im Französischen das schöne Wort „Chapeau“ verwenden darf.

Die Außenseiterrolle ablegen

Vom Juli an wird der BVB-Kader noch stärker sein. Nico Schulz und Thorgan Hazard werden zur Mannschaft stoßen, vielleicht auch Julian Brandt. Spätestens im Sommer muss der BVB nach eingehender Analyse des gelungenen Neustarts aus der Defensive herauskommen, die Außenseiterrolle ablegen. Ein weiteres Mal lediglich die Qualifikation für die Champions League als Ziel ausgeben, wäre unglaubwürdig. Mit der Korrektur der Endabsicht und einer klaren Meisterkampf-Ansage hat die Klubführung in diesem Jahr viel zu lange gewartet. Auch das mag dazu beigetragen haben, das vielleicht in entscheidenden Phasen nicht die ganze Qualität des Edelkaders auf dem Platz zu sehen war. Wer die Torte samt Kirsche obendrauf verspeisen will, darf sich nicht mit kleineren Brötchen zufriedengeben.

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Die ersten Kampfansagen für die kommende Saison sind nach dem Kehraus in Gladbach nicht ausgeblieben. Wieder angreifen, es erneut versuchen - richtig so! Der Vizemeister muss der erste Herausforderer für die nächste Spielzeit sein. Borussia Dortmund hat das Zeug dazu, Deutscher Meister zu werden. Diese Saison hat Lust gemacht auf mehr!

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