BVB beendet Transfersommer auf der Pole Position - doch diese Probleme bleiben für Michael Zorc

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Der BVB bewegt während des Transfersommers mehr als 260 Millionen Euro. Die vorläufige Bilanz fällt extrem positiv aus - doch es bleiben zwei ungelöste Probleme für Michael Zorc.

Dortmund

, 03.09.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwerstarbeit hatte Michael Zorc in diesem Sommer zu verrichten. Sieben Leihspieler kamen zurück zu Borussia Dortmund, und als die Vorbereitung Anfang Juli begann, tummelten sich offiziell weit über 30 Spieler im Kader der Borussia. Mehr als 260 Millionen Euro bewegte der BVB-Sportdirektor, um den Kader nach der knapp verpassten Meisterschaft zu optimieren. Am Ende war es fast ein Nullsummen-Spiel ohne nennenswerte Netto-Investition - und es kam ein Kader heraus, dem allgemein attestiert wird, deutlich breiter, tiefer und besser aufgestellt zu sein. Das ist natürlich drei Wochen nach dem Start der Saison nur eine vorläufige Bewertung. Die genaue Analyse wird erst später erfolgen.

Vorläufige BVB-Bilanz fällt extrem positiv aus

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Die vorläufige Bilanz aber fällt extrem positiv aus, unabhängig von dem ersten Rückschlag am vergangenen Wochenende. Zorc und der BVB, sie haben bemerkenswerte Transfers getätigt. Bei den meisten Neuzugängen war Dortmund sehr früh dran und in der Pole Position, als auch die Konkurrenz aufmerksam wurde. Als die Gelegenheit kam, Mats Hummels zurückzuholen, griff man ebenso beherzt wie reaktionsschnell zu. Julian Brandt könnte ob des Gesamtpakets (günstige Ausstiegsklausel, deutscher Nationalspieler mit erheblichem Potenzial) ein zweiter Königstransfer neben Hummels werden, Nico Schulz und Thorgan Hazard sind sinnvolle Ergänzungen, die Schwachstellen ausbessern.

Nicht alles ging Zorc leicht von der Hand. Die ohne Perspektive zurückkehrenden Leihspieler unterzubringen, erwies sich mit Ausnahme von Alexander Isak und Sebastian Rode als ein schwieriges Unterfangen. Shinji Kagawa ließ man aufgrund seiner Verdienste für kleines Geld ziehen. Andre Schürrle, Jeremy Toljan, Felix Passlack und Dzenis Burnic sind erneut nur ausgeliehen, für sie fanden sich ob einer schwierigen Gesamtgemengelage keine festen Abnehmer.

BVB wartet die Entwicklung bei Gomez und Wolf ab

Mit Sergio Gomez, bei dessen Entwicklung man ebenso noch die Hand am Ruder behalten wollte wie bei Marius Wolf, der auch aufgrund seines üppigen Vertrags nur schwer zu verkaufen war, gesellen sich weitere Leih-Profis hinzu, die im kommenden Sommer wieder vor der Tür stehen werden. Ob sich ihre Perspektiven in Dortmund dann verbessert haben, kann man bezweifeln. Das Spiel wird dann von vorne beginnen.

BVB beendet Transfersommer auf der Pole Position - doch diese Probleme bleiben für Michael Zorc

Musste Schwerstarbeit verrichten: BVb-Sportdirektor Michael Zorc (l.). © imago / Bielefeld

Doch unterm Strich hat der BVB das Optimale aus der Situation gemacht. Christian Pulisic für diesen Preis (64 Millionen Euro) abzugeben, war ein Geschenk, mit dem drei werthaltige Neue gegenfinanziert werden konnten. Schon jetzt ist der BVB gerüstet, falls im kommenden Sommer Jadon Sancho den Sprung zurück auf die Insel forcieren möchte. Mit den dann fälligen Millionen ließe sich der Kader weiter optimieren und auch dieser Verlust auffangen.

Was passiert mit Götze und Guerreiro?

Die Hauptarbeit für diesen Sommer ist zunächst erledigt, die Kadergröße ist mit nun 25 Profis optimal. Auch derzeit noch unzufriedene Spieler wie Mario Götze, Thomas Delaney oder Dan-Axel Zagadou werden im Herbst benötigt, wenn die Englischen Wochen anstehen und die Belastung deutlich zunimmt. Das lehrt die Vergangenheit.

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Lediglich zwei ungelöste Personalien schleppt der BVB in die Saison. Wie sich die Verhandlungen mit Mario Götze und Raphael Guerreiro über eine Verlängerung ihrer 2020 auslaufenden Verträge entwickeln, bleibt eine spannende Frage. Zorc wird sich auch ohne geöffnetes Transferfenster über Arbeit nicht beklagen können.

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