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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke über Coronavirus-Krise: „Einige Monate würden wir auskommen“

Borussia Dortmund

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht über die Auswirkungen des Coronavirus auf Borussia Dortmund – und fühlt sich zum Teil falsch verstanden.

Dortmund

, 18.03.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke über Coronavirus-Krise: „Einige Monate würden wir auskommen“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. © Kirchner-Media

Wirklich hoffnungsvoll klingt es nicht, was Hans-Joachim Watzke zu sagen hat. Im Interview mit dem Fußballmagazin 11 Freunde spricht der BVB-Boss davon, dass er „schon sehr glücklich“ sei, „wenn wir im Jahr 2020 noch Spiele mit Zuschauern sehen.“ Auch er habe das ganze Ausmaß der Corona-Krise vor zwei Wochen noch nicht vorhersehen können, erzählt Watzke, „ehrlich gesagt, leider habe ich das auch nicht“.

Er sei allerdings früh darauf hingewiesen worden, dass das Coronavirus auch im Fußball großen Schaden anrichten könne, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, deswegen habe der BVB „auf vielfältigen Wegen Vorkehrungen“ getroffen. „Als weitsichtig hat sich erwiesen, dass wir unsere Kreditlinie schon früh sehr erweitert haben, so dass wir – auch in der jetzigen Situation, in der mehrere Erlöse auf der Kippe stehen – kein Liquiditätsproblem haben werden. Der BVB werde, sagt Watzke, „einige Monate auskommen, wenn in den nächsten Monaten nicht ein Cent dem BVB-Konto gutgeschrieben werden würde“.

BVB-Boss Watzke schwört Fans von Borussia Dortmund ein

Watzke schwört die BVB-Fans dabei auf eine lange Zeit ohne Zuschauer im Signal Iduna Park ein. „In den nächsten Wochen werden eher noch mehr Maßnahmen eingeleitet“, sagt der 60-Jährige. „Sie glauben gar nicht, wie gern wir gerade vor mehr als 80.000 Leuten spielen wollen würden, aber das wird uns aus gutem Grund leider keine Behörde in nächster Zeit zugestehen.“

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Gleichzeitig unterstreicht Watzke noch einmal die Wichtigkeit von Geisterspielen, um die ausstehenden Gelder aus der TV-Vermarktung einzustreichen. „Wir müssen diese Saison zu Ende bringen.“ Emotional sei dadurch vieles anders, die Meisterschaft bekomme einen anderen Wert, egal, wer sie schlussendlich gewinnen werde. „Die Schale wird weder der Menge am Borsigplatz gezeigt noch auf dem Marienplatz oder sonst wo. Dennoch müssen wir die Saison beenden, ansonsten wird’s finanziell für zu viele Vereine so dramatisch, dass sich Dinge im Fußball verändern werden, an die man jetzt nicht einmal denken mag.“ Sobald die Behörden grünes Licht gäben, um im „ganz kleinen Kreis“ Bundesliga-Spiele auszutragen, „dann werden wir die Möglichkeit nutzen“.

Coronavirus: BVB-Boss Watzke fühlt sich falsch verstanden

Im Interview mit 11 Freunde geht Watzke auch auf die Kritik an seiner Person in den vergangenen Tagen ein. Er sei zuletzt in manchen Punkten womöglich falsch verstanden worden, beteuert er. Zum einen habe er „natürlich Verständnis für die Sorge um Familienangehörige“ auf der Spielerseite, zum anderen habe er auch nicht zum Ausdruck bringen wollen, dass „Profifußballer immun gegen eine Erkrankung mit dem Covid-19-Virus“ seien.

Seine größte Sorge gelte so oder so den 850 BVB-Mitarbeitern, für die er die Verantwortung trage, erklärt Watzke. „Es geht doch längst nicht nur darum, die – zugegeben hohen – Gehälter der Lizenzspieler zu bezahlen. Der BVB werde die Corona-Krise gemeinsam schultern. „Wir denken aktuell nicht im Ansatz an so etwas wie betriebsbedingte Kündigungen.“

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