Borussia Dortmund

BVB-Boss Watzke: Kein All-in bei Haaland – und „Schalke wird wieder aufsteigen“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht über ein mögliches All-in bei Erling Haaland und dessen Folgen. Zudem verrät er, warum der FC Schalke 04 wieder aufsteigen wird.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. © picture alliance/dpa

Hans-Joachim Watzke hat sich unlängst im OMR-Podcast erneut für einen Erhalt der 50+1-Regel starkgemacht. Der BVB-Boss sprach aber auch über ein mögliches All-in bei Erling Haaland und einen Wiederaufstieg des Erzrivalen FC Schalke 04. Wir haben seine wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

Das sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke über…

…die Fluktuation auf der Trainerbank: „Man sieht, dass die Zeiten weiter nach unten gehen. Zehn, zwölf Jahre – das geht vielleicht in einem Biotop wie in Freiburg. Bei großen Vereinen klappt das kaum noch. Es würde mich aber freuen.“

…hohe Ablösesummen für Trainer: „An Bayerns Stelle hätte ich das auch gemacht. Nagelsmann ist top. Die andere Frage ist, ob du es als abgebender Verein machst. Da sage ich jetzt nichts zu. Wir haben ja auch schon fünf Millionen in die Hand genommen. Es gibt da keine Denkverbote.“

…die 50+1-Regel: „Wenn du genug Geld in die Hand nimmst, kannst du ManU ‚rulen‘. Dann bist du da der King. Das geht in Deutschland nicht. Das heißt, ich bin der Angestellte des Vereins. Eine Übernahmeschlacht bei Borussia Dortmund wird es daher zum Glück nicht geben. Denn selbst mit 70 Prozent kannst du an der Vereinsstrategie nicht viel ändern. Ich werde bis zur letzten Patrone um die 50+1-Regel zu kämpfen. Das ist ein größeres Thema. Ein Thema für Menschen, die Fußball lieben.“

…ein mögliches All-in beim Poker um einen Verbleib von BVB-Stürmer Haaland: „Du brauchst auch eine Hygiene in der Kabine. Wenn du für Haaland All-in gehst und alle anderen bleiben, wie sie sind. Dann ist man bei der charakterlichen Beschaffenheit der Menschen komplett auf der falschen Ebene.“

…die Strahlkraft einzelner Stars: „Wenn du durch die Republik fährst, siehst du die üblichen BVB- und Bayern-Trikots. Aber dann siehst du auch Ronaldo, Messi und Co.. Da ist den Kindern aber der Verein egal. Das hatte man früher nicht. Ich glaube auch nicht, dass jemand ernsthaft glaubt, nur durch Trikotverkäufe solche Transfers zu refinanzieren. Es spielen sicherlich auch die Follower eine Rolle. Aber am Ende des Tages sollte doch die größte Rolle der sportliche Wettbewerb spielen.“

…die vielen Talente, die sich für den BVB entscheiden: „Wir haben da offensichtlich fast ein Alleinstellungsmerkmal. Durch den Werdegang der Spieler sieht man, dass die Höchstbegabten bei uns den Durchbruch am schnellsten schaffen. Ich habe mich jetzt mit den Jungs von Ajax unterhalten. Alle jüngeren Spieler, die wir jetzt haben, hatten die auch auf dem Zettel. Der Unterschied ist, wir kriegen sie dann. Da haben wir in der Tat den Vorteil. Wir haben gezeigt, dass wir auch keine Hemmungen haben, so einen 17-Jährigen spielen zu lassen.“

…den Deal mit Haaland-Berater Mino Raiola: „Unser Angebot an Erling war sicherlich nicht das beste. Es war die Management-Leistung von Raiola, zu erkennen, dass er bei uns am besten aufgehoben ist. Unsere Leistung ist es, dass man das seit zehn Jahren in ganz Europa auch anerkennt. In Europa hat der BVB einen viel, viel höheren Stellenwert als in Deutschland. Im Ausland hat der BVB einen Ruf wie Donnerhall.“

…die Zukunft von BVB-Erzfeind FC Schalke 04: „Sicher wird Schalke wieder aufsteigen, das lässt sich gar nicht verhindern. Schalke hat eine innere Kraft, weil sie eine so starke Tradition haben. Das wird ja auch über Familien weitergegeben. So viel Misserfolg kannst du gar nicht haben, dass das in der Genetik nicht weitergeben wird. Schalke wird wieder aufsteigen. Ich glaube, sogar schon dieses Jahr. Aber der Aufstieg ist dann das eine. Wenn du abgestiegen bist, verlierst du so viel Substanz, dass es schwer wird, wieder nach oben zu kommen. Das kann durchaus länger dauern. In Nordrhein-Westfalen haben wir da schon länger die Poleposition.“

Hier gibt es die komplette OMR-Podcastfolge mit BVB-Boss Watzke: