BVB-Boss Watzke: "Keine politische Werbelokomotive"

Diskussion um Menschenrechte

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat die Entscheidung des Bundesligisten, ins Trainingslager nach Dubai zu fliegen, verteidigt. Am Dienstag erklärte er, rein sportliche Gründe hätten den Ausschlag für die Reise an den Persischen Golf gegeben.

DUBAI

, 12.01.2016 / Lesedauer: 3 min

"Ich kann verstehen, dass die Reise von der Politik hinterfragt wird. Wir wissen, dass das Land keine lupenreine Demokratie ist. Für uns ist es  eine reine Geschäftsbeziehung, wir bezahlen das und dann hauen wir wieder ab", sagte der 56-Jährige, der seit Sonntag in Dubai weilt. "Wir wollten ein gutes Trainingslager und uns nicht zur politischen Werbelokomotive für ein Regime machen lassen. Das ist uns gelungen."

Massive Kritik

Die Reise des BVB in den Golfstaat hatte zu massiver Kritik innerhalb der eigenen Fanszene und aus der Politik geführt. Dubai erkennt das Existenzrecht von Israel nicht an, die Rechte von Frauen sind beschnitten, Homosexualität gesetzlich verboten. Das, hielten die die Kritiker dem Klub entgegen, widerspreche der Vereinssatzung von Borussia Dortmund. Neben dem BVB mussten auch der FC Bayern München, der zum wiederholten Male nach Katar reiste, und die in Abu Dhabi trainierende Eintracht aus Frankfurt Kritik einstecken.

„Als die Idee kam, haben wir auch nicht im ersten Moment gedacht: Bombe, das machen wir so!‘“, sagte Watzke am Dienstag. Man habe sich kundig gemacht und auf Basis gewisser Grundsätze eine Entscheidung getroffen. „Wir wollten keine politische Aussage treffen. Wir hatten vor Ort kein Tete-A-Tete mit irgendwem, haben keine Werbung gemacht“, erklärte der Geschäftsführer des BVB. „Für uns war klar, dass wir nichts machen, was die bestehenden Machtverhältnisse hofiert. Wir wollten ein rein sportliches Trainingslager. Vor diesem Hintergrund haben wir uns gesagt, dass wir das verantworten können.“

"Nicht zu viel heucheln"

Man könne als deutscher Klub auch keine Abschottung betreiben und „mit einem Seismographen durch die Gegend laufen, was politisch korrekt ist und was nicht“. Man dürfe nicht den Fehler begehen, die Gesamtsituation in Deutschland als Maßstab zu nehmen. „Wir sollten nicht zu viel heucheln“, so Watzke.

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BVB-Training in Dubai am 11. Januar

Bilder des BVB-Trainings in Dubai am 11. Januar.
11.01.2016
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BVB-Training in Dubai am 11. Januar.© Foto: DeFodi
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Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

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Der Bundesliga-Zweite trainiert in Dubai auf dem hochmodernen „NAS Sports Complex“ von Scheich Hamdan bin Muhammad Al Maktum, dem Erbprinzen des Emirats. Dort, sagte Watze, seien die Trainingsbedingungen wesentlich besser als beispielsweise in La Manga, wo der Klub in den vergangenen Jahre sein Winter-Quartier aufgeschlagen hatte.

In einer früheren Version dieses Artikels wurde eine Aussage von Hans-Joachim Watzke zur Menschenrechtslage in der Türkei zitiert. Diese haben wir entfernt. Laut eigener Aussage habe der BVB-Geschäftsführer zum Zeitpunkt des Gesprächs noch nichts von den schrecklichen Ereignissen in Istanbul gewusst und wolle nicht, dass seine Sätze eine "völlig falsche Intention" erhalten.

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