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BVB-Boss Watzke über das Kräftemessen mit den Bayern

Das Interview

Vor dem Giganten-Duell mit dem FC Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr, Signal Iduna Park) haben unsere Redakteure Dirk Krampe und Matthias Dersch mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gesprochen. Hier gibt es den ersten Teil unseres großen Interviews.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe und Matthias Dersch

, 22.11.2013, 14:55 Uhr / Lesedauer: 4 min
Hans-Joachim Watzke will mit Borussia Dortmund einen eigenen Weg gehen und die Entwicklung nicht auf den Zweikampf mit den Bayern reduzieren.

Hans-Joachim Watzke will mit Borussia Dortmund einen eigenen Weg gehen und die Entwicklung nicht auf den Zweikampf mit den Bayern reduzieren.

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BVB-Training am 21. November

Bilder vom Training des BVB in Brackel am 21. November.
21.11.2013
/
Jürgen Klopp (l.) und Lukasz Piszczek© Foto: DeFodi
Marco Reus© Foto: DeFodi
Erik Durm© Foto: DeFodi
Koray Günter© Foto: DeFodi
Nuri Sahin© Foto: DeFodi
Manuel Friedrich© Foto: DeFodi
Manuel Friedrich© Foto: DeFodi
Koray Günter© Foto: DeFodi
Erik Durm© Foto: DeFodi
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 Das ist ein Desaster. Das Schlimmste, was dir im Fußball passieren kann ist, dass dir deine komplette Viererkette ausfällt. Einen Abwehrmann, einen Mittelfeldspieler, einen Stürmer gleichzeitig ersetzen, das kann jede Mannschaft einigermaßen hinbiegen. Aber eine eingespielte Viererkette komplett ersetzen?

 Es gibt überhaupt keinen Vorwurf, was das angeht. In der Startformation standen vier Dortmunder und drei Bayern, das ist ok.

 Nein, das ist auch der komplett falsche Ansatz. Wir wollen keine Alibi-Diskussion führen. Es ist alles sehr unglücklich gelaufen, aber wir nehmen die Situation jetzt so, wie sie ist. Die Wahrscheinlichkeit, diese beiden Spiele siegreich zu gestalten, ist geringer geworden, gar keine Frage. Ich nehme das Neapel-Spiel ganz bewusst schon mit da rein, denn für mich ist diese Partie fast noch bedeutsamer. Schlagen wir die Italiener nicht, spielen wir wohl in der Europa League weiter. Nichtsdestotrotz: Eine Chance hat man in jedem Spiel.

 Wir müssen das, was uns da weggebrochen ist, mit noch mehr Leidenschaft und vor allem mit unseren Zuschauern wettmachen. Ich hoffe inständig, dass sie die Lücke jetzt schließen, ich wünsche mir, dass eine Trotzreaktion auch von den Rängen kommt. Eine, die einzigartig ist. Wenn wir das hinbekommen, haben wir trotz allem eine Chance!

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Bilder vom Training des BVB in Brackel am 21. November.
21.11.2013
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Nuri Sahin© Foto: DeFodi
Manuel Friedrich© Foto: DeFodi
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 Man konnte noch nie von einem Duell auf Augenhöhe sprechen. Die Öffentlichkeit muss einfach zur Kenntnis nehmen, und das ist auch wichtig für die Entwicklung des BVB in den nächsten Jahren, dass wir nicht mit Bayern auf Augenhöhe sind. Die Zahlen lügen nicht. Die Bayern geben 203 Millionen Euro fürs Gesamtpersonal aus, wir 99. Du kannst nicht sagen, du bist auf Augenhöhe, wenn der eine 80 Millionen mehr alleine für die Mannschaft ausgeben kann. Das sind acht Riberys. Wenn Bayern vor Borussia Dortmund steht, ist das der Normalfall. Wenn’s mal umgekehrt ist, haben wir so gut wie alles richtig gemacht - und die Bayern punktuell mal nicht.

 Nein. Ich habe immer gesagt, mit drei Punkten aus den beiden Spielen gegen Arsenal haben wir eine gute Chance aufs Weiterkommen. Und die hätten wir auch. In Bestbesetzung würden wir Neapel mit einer hohen Wahrscheinlichkeit schlagen können. Neapel ist ein Top-Team, aber wir sind das unter normalen Voraussetzungen auch.

 Das beschäftigt mich noch nicht. Aber wir beim BVB sind nicht so verrückt, dass wir glauben, wir marschieren jetzt jedes Jahr locker durch die Champions League. Europa League, möglichst lange natürlich, das wäre kein Beinbruch.

 Ich glaube, der Vergleich hinkt. In der Situation rund um Mario Götze hatten wir damals immer noch eine funktionsfähige, eingespielte Abwehr, das ist jetzt anders. Da wird es schwieriger mit der Trotzreaktion. Trotzdem können wir es schaffen, der BVB hat in schwierigen Phasen immer eine besondere Stärke gezeigt. Wir sollten uns auch nicht zu klein machen, aber wir müssen realistisch an die Sache herangehen.

 Wir müssen nicht umdenken. Unser Kader ist in der Breite besser besetzt als der von 16 anderen Klubs in der Liga, und das ist für Borussia Dortmund schon sehr viel. Bayern München hat aktuell den besten Kader der Welt, da kann weder Real Madrid noch der FC Barcelona oder der FC Chelsea mithalten. Das können wir nur dann kompensieren, wenn wir sagen, wir wollen in fünf Jahren wieder zum Flughafen nach Düsseldorf, um dort über unser Weiterleben abstimmen zu lassen. Mit 80 Millionen Euro weniger an Personalaufwendungen, was die Mannschaft betrifft, geht das nicht.

 Nein, ich habe tausend Kontakte zu den Fans. Und ich habe noch keinen Einzigen erlebt, der gesagt hat, es ist zu wenig Erfolg da, oder wir müssten zwingend Bayern München übertreffen. Der BVB-Fan ist viel geerdeter als das viele von außen wahrnehmen, gerade vor dem Hintergrund der Historie von Borussia Dortmund. Die gesamte Medienlandschaft lechzt einfach aus ja auch nachvollziehbaren Gründen nach diesem vermeintlichen Zweikampf Dortmund gegen München. Aber wir bedienen das nicht. Wir haben eine realistische Erwartungshaltung an uns selbst, die haben wir auch im Sommer schon betont. Und im Sommer davor. Und wir machen das immer wieder, weil die Parameter eben sind wie sie sind. Wenn andere diese realistische Erwartungshaltung nicht haben, dann können wir das nicht ändern.  

ZWEITER TEIL AM SAMSTAG
Den zweiten Teil unseres großen Interviews mit Hans-Joachim Watzke lesen Sie am Samstagnachmittag an dieser Stelle.

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