BVB-Boss Watzke über Dortmunder Gier und die Bayern

Das Interview

Dass Borussia Dortmund nur sieben Jahre nach der Beinahe-Insolvenz wieder eine deutsche Fußball-Großmacht darstellt, hat der Klub auch der Arbeit von Hans-Joachim Watzke (52) zu verdanken, der die Konsolidierung vorantrieb und 2008 mit Sportdirektor Michael Zorc die wegweisende Entscheidung fällte, Jürgen Klopp als Trainer zu verpflichten.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 23.04.2012, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seltene Momente zu zweit: Hans-Joachim Watzke, der Borussia Dortmund in nur sieben Jahren konsolidiert hat, mit Ehefrau Annette auf dem Weg zur Meisterfeier.

Seltene Momente zu zweit: Hans-Joachim Watzke, der Borussia Dortmund in nur sieben Jahren konsolidiert hat, mit Ehefrau Annette auf dem Weg zur Meisterfeier.

Jede hat ihren eigenen Charakter. Aber diese Saison war von Anfang an schwieriger, weil wir als Deutscher Meister immer ernst genommen worden sind.

Ja, vor allem, weil die Bayern in dieser Saison viel, viel stärker waren. Sie werden 70 oder mehr Punkte holen und trotzdem nur Zweiter. Das ist das eigentlich Bemerkenswerte an unserer Saison. Und nehmen Sie mal die Zahlen: Wir können 81 Punkte holen und den Allzeit-Rekord der Bayern brechen. Wissen Sie, von wann der ist? Da haben noch Spieler wie Müller oder Beckenbauer gespielt. Oder nehmen Sie die 26 ungeschlagenen Spiele. Das sind Dimensionen, das kann man gar nicht hoch genug bewerten.

Wir wissen auch nicht, wo das Ende der Fahnenstange ist. Ich habe ja auch schon einige Mannschaften vorher miterlebt. Keine hat mich so beeindruckt wie diese. Diese Jungs sind so stark, sie strahlen eine unfassbare Leidenschaft aus. Als ich in Hannover niedergeschlagen auf der Tribüne saß, hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mir gesagt hätte, ab jetzt verliert diese Elf nicht mehr.

Eigentlich war ich mir sicher, dass die Bayern gewinnen. Als das Tor zum 2:1 fiel, haben Michael Zorc und ich uns schon einen Moment lang angeschaut und waren gespannt, wie unsere Mannschaft das verarbeitet. Aber die Spieler machten nicht einen Moment lang einen verunsicherten Eindruck. Als ich in die Gesichter sah, war ich mir sicher, dass wir gewinnen. Da war ich ganz ruhig, und das will bei mir was heißen. Ich habe mich übrigens über den Bayern-Sieg gefreut! Sonst hätten wir das nicht so erlebt wie jetzt.

Das ist in etwa ein Nullsummenspiel. Natürlich ist das ein teures Vergnügen. Aber das kommt doppelt und dreifach wieder rein. Man muss sich um Borussia Dortmunds Finanzen keine Sorgen mehr machen. In den nächsten Jahren können wir uns voll und ganz auf den Sport konzentrieren.

Er ist der Spieler mit der kürzesten verbleibenden Vertragslaufzeit. Michael Zorc wird das jetzt vorantreiben. Ich denke schon, dass wir noch in diesem Monat eine Entscheidung herbeiführen werden.

Das ist so. Aber das basiert nicht auf greifbaren Fakten.

Tele braucht sich keine Sorgen zu machen. Wer sich vier Jahre lang so tadellos benommen hat, der wird keine Probleme bekommen. Wir werden da eine Lösung finden, die beide Seiten zufrieden stellt.

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