BVB-Boss Watzke: „Wir können nicht unsere eigenen Regeln machen“

rnBorussia Dortmund

Der BVB stellt sich auf die Bundesliga-Fortsetzung Anfang Mai ein. Geschäftsführer Watzke lobt den Zusammenhalt - sagt aber auch: „Wir können nicht unsere eigenen Regeln machen.“

Dortmund

, 31.03.2020, 19:23 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Derby gegen den Revierrivalen Schalke 04 am 2. Mai? So gern Borussia Dortmunds Anhänger auf dieses konkrete Datum hinfiebern würden, noch ist es allenfalls der Wunsch der Deutschen Fußball Liga (DFL) und aller Vereine, an diesem Datum die seit dem 11. März unterbrochene Saison der Bundesliga mit dem 26. Spieltag fortzusetzen.

BVB-Boss Watzke: Profifußball muss sich unterordnen

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Die Video-Konferenz der 36 Erst- und Zweitligisten brachte am Dienstag immerhin in einem Punkt Klarheit: Bis zum 30. April wird die Aussetzung des Spielbetriebs verlängert. Das, erklärte der DFL-Vorsitzende Christian Seifert, sei ein einstimmiger Beschluss der Vereine gewesen. Konsens unter den Klubs war auch, dass es das Ziel bleiben soll, die Saison bis zum 30. Juni ordnungsgemäß abzuschließen. Seifert betonte, man wolle daran festhalten, bis dahin alle relevanten Entscheidungen auf sportlichem Wege herbeizuführen. Für Borussia Dortmund war Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der ungewöhnlichen außerordentlichen Mitgliederversammlung zugeschaltet

Angesichts der Ausmaße der Krise rücke „die Liga enger zusammen“, erklärte Watzke auf Anfrage dieser Redaktion über die Stimmung unter den Mitgliedern. Seifert verdeutlichte die massiven finanziellen Auswirkungen eines möglichen Abbruchs der Saison, als er betonte: „Klar ist, dass einige Klubs, wenn die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann, im Mai, andere im Juni, in eine existenzbedrohende Situation geraten können.“ Dennoch habe sich der Profifußball unterzuordnen, betont auch Watzke. „Wir können nicht unsere eigenen Regeln machen“, meint der BVB-Boss. „Wir richten uns nach den politischen Beschlüssen.“

Die nationalen Verbände erhalten mehr Spielraum

Der Profi-Fußball hängt am Tropf der getroffenen politischen Maßnahmen und muss auf deren Wirkung hoffen. Nur wenn die Fallzahlen im April signifikant nach unten gehen, eine klare Entspannung ablesbar ist und es gesundheitspolitisch unbedenklich ist, lassen sich die Pläne für eine Saisonfortsetzung mit Geisterspielen konkretisieren.

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In welcher Form diese dann ablaufen wird, wurde auf der DFL-Versammlung bewusst nicht konkret formuliert. Von einem Meeting der UEFA am Mittwoch erhoffen sich die nationalen Ligen darüber Klarheit, wie der europäische Verband mit den Vereinswettbewerben verfahren wird. Eine zuletzt öffentlich diskutierte Verschiebung der K.-o.-Spiele womöglich bis in die kommende Saison brächte den nationalen Verbänden weiteren Spielraum.

Medizinische Task Force mit BVB-Mannschaftsarzt Braun

Gibt es seitens der Politik Grünes Licht für eine Fortsetzung des Spielbetriebs Anfang Mai, könnte die DFL die neun verbleibenden Spieltage problemlos bis Ende Juni durchführen. Mit anderen Plänen, wie einer Konzentration der Spieltage und Vereine auf maximal drei, vier Spielorte oder einer Verlängerung der Saison über den 30. Juni hinaus befasse man sich momentan nicht, so Seifert, der aber natürlich nicht ausschließen konnte, „dass wir unsere Pläne nicht noch einmal überdenken müssen.“ Seifert sprach bewusst von „Eskalations-Szenarien“, die im Falle einer ungebremsten Ausweitung der Virus-Infektionen zum Tragen kommen könnten.

Viele Punkte sind zu bedenken, viele Fragen lassen sich aktuell nicht schlüssig und endgültig klären. Was passiert, wenn sich im wieder laufenden Betrieb ein Spieler infiziert? Auch diese Fragen soll eine „medizinische Task Force“ klären, die die DFL ins Leben gerufen hat und der auch BVB-Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun angehört. Die Task Force solle einen verbindlichen Leitfaden entwickeln, so Seifert, unter dem „Gruppentraining und der Spielbetrieb gewährleistet werden können.“

BVB plant Rückkehr auf den Trainingsplatz für kommenden Montag

Borussia Dortmund plant die gemeinsame Rückkehr auf den Trainingsplatz für den kommenden Montag (6. April). Weil die Berufsfußballer auf dem Rasen nicht ihrem Hobby nachgehen, ist dies unter Einhaltung bestimmter Richtlinien eine Ausnahme des allgemeinen und derzeit noch bis zum Ende der Osterferien geltenden Kontaktverbots.

Klar ist, dass die Folgen des Coronavirus den deutschen Amateur- und Profifußball auch nach einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs weiter beschäftigen werden. Womöglich, so Seifert, sei erst in der Spielzeit 2021/22 Fußball wieder möglich, „wie wir ihn kennen.“ Doch auch Watzke glaubt: „Ich bin sicher, dass sich - wenn es einmal rechtlich möglich ist und gesellschaftlich akzeptiert wird - viele Menschen über die Rückkehr der Bundesliga freuen.“

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