BVB droht Ärger wegen seines Champion-Partners bwin

Werbung für Glücksspiel?

Dem BVB droht Ärger wegen seines Partners bwin. Es geht um das Werbeverbot für illegale Glücksspielangebote. Bislang kassiert der Klub durch das Sponsoring eine achtstellige Millionensumme.

Dortmund

, 29.03.2019, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
BVB droht Ärger wegen seines Champion-Partners bwin

Werbung für Sportwetten ist nicht verboten, doch der BVB-Partner „bwin“ bietet auch verbotene Online-Glücksspiele an. Für die wiederum ist Werbung untersagt. © imago

Nach Informationen des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hat die Bezirksregierung in Düsseldorf den Internetauftritt von Borussia Dortmund kontrolliert und wegen der Werbung für „bwin“ ein Verfahren eingeleitet.

Der Hintergrund: „bwin“ bietet nicht nur Sportwetten an, sondern auf seiner Internetseite gelangt man auch auf verbotene Online-Casino-Spiele. Das ist möglich, weil der Anbieter seinen Sitz in Gibraltar hat. Für diese Angebote zu werben, ist in Deutschland allerdings verboten.

Online-Glücksspiele sind verboten

Die Argumentation von „bwin“, das deutsche Recht kollidiere mit Europarecht, hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zurückgewiesen. Nach derzeitigem Rechtsstand ist die Werbung für die verbotenen Online-Glücksspiele wie Roulette, Black Jack und andere, bei denen um echtes Geld gezockt wird, verboten.

Dem BVB droht dem Bericht zufolge nun eine Untersagungsverfügung. Dann dürfte der Klub nicht mehr für seinen Champion Partner werben. Ihm droht sogar ein Bußgeld. Schlimmer träfe die Borussia der mögliche Ausfall von Sponsorengeldern. Der gemeinsame Vertrag läuft bis 2020/21 und soll Dortmund geschätzte zwölf Millionen Euro einbringen.

Auch andere Anbieter und Vereine betroffen

“bwin“ wirbt in Deutschland mit Borussia Dortmund und der 3. Liga, international unter anderem mit Inter Mailand oder Atletico Madrid. Das Werbeverbot betrifft grundsätzlich auch andere Wettanbieter wie „tipico“, den Partner des FC Bayern München.

Auch der Deutsche Fußball-Bund wirbt seit Anfang 2019 und bis 2022 mit „bwin“ und kassiert dafür kolportierte 50 Millionen Euro. In einem Brief an den DFB, der dem Rechercheverbund vorliegt, heißt es: „Ihr Partner bwin bietet neben Sportwetten leider auch unerlaubt die Teilnahme an Online-Casino- und Automatenspielen an.“ Die einschlägige Rechtsprechung lasse keinen Raum für Zweifel an der Rechtswidrigkeit entsprechender Angebote, Werbung für unerlaubte Glücksspiele sei verboten.

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