BVB droht personeller Engpass in der Defensive

Lazarett wächst

Sokratis verletzt, Lukasz Piszczek und Raphael Guerreiro mindestens angeschlagen: Die jüngsten WM-Qualifikationsspiele haben für reichlich Sorgen bei Borussia Dortmund gesorgt. Gegen Berlin droht am Freitag ein personeller Engpass in der Defensive.

DORTMUND

, 11.10.2016, 19:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB droht personeller Engpass in der Defensive

Sokratis wird dem BVB wohl länger fehlen.

Länderspielpausen sind in Dortmund ungefähr so beliebt wie der FC Schalke 04. Also gar nicht. Wann immer Bundestrainer Joachim Löw einen BVB-Profi trotz guter Leistungen nicht für die Nationalmannschaft beruft, sagen sich die Fans der Borussia mit einer gehörigen Portion Sarkasmus: „Gut, dann kann er sich da wenigstens nicht verletzen.“ Und das hat eine lange Tradition: Vor allem Marco Reus erwischte es im DFB-Trikot mehrfach, immer wieder jedoch kommen auch die ausländischen Profis mit Blessuren zurück nach Dortmund. So auch diesmal.

Diagnose steht noch aus

Am wohl schwersten erwischte es am Montagabend BVB-Innenverteidiger Sokratis. Der Abwehrchef verletzte sich beim WM-Qualifikationsspiel der griechischen Nationalmannschaft in Estland (2:0) bereits nach sechs Minuten und musste ausgewechselt werden. Da er erst im Laufe des Dienstags wieder in Dortmund angekommen war, stand eine genaue Diagnose von BVB-Mannschaftarzt Dr. Markus Braun noch aus.

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Doch das, was aus Griechenland an Informationen nach Dortmund schwappte, lässt nichts Gutes erahnen: Laut griechischen Medienberichten soll sich Sokratis eine Zerrung im Adduktorenbereich zugezogen haben und könnte sieben bis zehn Tage ausfallen. Bestätigt sich diese Diagnose beim BVB, dann fehlt er nicht nur am Freitag im Heimspiel gegen Berlin, sondern unter anderem auch im Champions-League-Spiel in Lissabon (18. Oktober), beim Liga-Spiel in Ingolstadt (22. Oktober), im DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin (26. Oktober). Bei optimalem Verlauf wäre er im Derby gegen Schalke 04 (29. Oktober) wieder dabei.

Guerreiros Oberschenkel zwickt

Noch völlig offen ist, ob und wenn ja, wie lange Raphael Guerreiro und Lukasz Piszczek ausfallen werden. Piszczek reiste am Montag vorzeitig aus dem polnischen Quartier in Warschau ab, weil sich die Knieschmerzen, die er seit Samstag mit sich herumschleppt, nicht besserten und somit ein Einsatz am gegen Armenien am Dienstag unmöglich war. Guerreiro reiste zwar am Sonntag mit der portugiesischen Mannschaft auf die Färöer, stand aber am Montagabend nicht im Kader. Die Oberschenkelbeschwerden, erlitten im Spiel gegen Andorra (6:0) am Freitag, waren noch nicht abgeklungen. Beide sind für das Spiel gegen Berlin zumindest fraglich.

Ohnehin ausfallen wird neben den Langzeitverletzten Erik Durm, Neven Subotic, Sven Bender und Marco Reus auch Gonzalo Castro. „Er ist für Berlin kein Thema“, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Dienstag. Unwahrscheinlich erscheint auch Castros Mitwirken gegen Lissabon, ihn plagen seit dem Spiel in Leverkusen Adduktorenprobleme. Auch für André Schürrle kommt eine Rückkehr auf den Platz schon gegen Berlin noch zu früh. Der Außenstürmer laboriert seit einigen Wochen an einer Innenbanddehnung im Knie, die noch nicht vollständig auskuriert ist.

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BVB-Training in Brackel am 11. Oktober

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 11. Oktober.
11.10.2016
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Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 11. Oktober.© Foto: Mallon
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Schlagworte BVB

Bei allen schlechten Neuigkeiten in dieser Woche gab es für BVB-Trainer Thomas Tuchel aber auch gute Nachrichten: Am Dienstag kehrte Marc Bartra nach überstandenem Faserriss im Adduktorenbereich ins Mannschaftstraining zurück. Der Sommer-Neuzugang steht - sofern es unter der Woche keinen Rückschlag gibt - am Freitag im Kader, was umso wichtiger ist, da er neben Matthias Ginter der derzeit einzig fitte Innenverteidiger im Kader ist.

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Und auch Marco Reus ließ sich erstmals in dieser Saison während einer Trainingseinheit im Kreis seiner Mannschaftskollegen blicken. Das Aufwärmprogramm bestritt der Mittelfeldspieler gemeinsam mit seinen Kollegen, auch am beliebten Fünf-gegen-Zwei nahm er voller Freude teil. Erst danach widmete er sich wieder seinem individuellen Aufbautraining. „Es geht voran“, kommentierte Sportdirektor Zorc diese Entwicklung zufrieden. Optimistischen Einschätzungen zufolge könnte Reus noch in diesem Jahr wieder spielen, er soll aber weiterhin behutsam aufgebaut werden.

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