BVB droht Ziele aus den Augen zu verlieren

Berg an Arbeit

Es ist kaum zu erwarten, dass sich die Profis von Borussia Dortmund am Tag nach dem 1:2 gegen die Hertha, das die Laune zum Weihnachtsfest endgültig verhagelte, in einer Art Selbstgeißlung auch noch anschauten, wie Borussia Mönchengladbach mit dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg noch am BVB vorbeizog.

Dortmund

, 24.12.2013, 10:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was ist da los? Auch Jürgen Klopp wirkte zuletzt ratlos.

Was ist da los? Auch Jürgen Klopp wirkte zuletzt ratlos.

Es brodelt in Dortmund. Dass der BVB im sechsten Trainerjahr von Jürgen Klopp seine drittbeste Bundesliga-Hinrunde spielte – nur in den beiden Meisterjahren gab es mehr Punkte zur Winterpause – und in beiden Pokalwettbewerben überwintert, steht dabei nicht im Widerspruch zu Zorcs Aussage. Der BVB kassierte vier Niederlagen in den letzten sechs Spielen, das sind die schmerzhaften Fakten, die auch dafür sprechen, dass beim BVB nach dem sehr ordentlichen Start irgendetwas verloren gegangen ist.

Was genau, wird Bestandteil der Tiefenanalyse werden, die Klopp, Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schon deutlich vor dem Trainingsstart Anfang Januar wieder zusammenführt. Dann wird das Führungstrio auch ergründen müssen, ob das Auftaktprogramm, das dem BVB Spiele ausschließlich gegen Teams aus der Grauzone der Liga bescherte, den Blick vernebelt hat.

Beginnend mit dem 0:2 in Mönchengladbach holte die Borussia aus den letzten zehn Spielen der Hinrunde nur 13 Punkte. Aus den letzten sechs Partien gar nur vier. Das ausschließlich mit dem zugegebenermaßen gravierenden Verletzungspech zu begründen, würde viel zu kurz greifen.

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17. Spieltag: BVB - Hertha BSC 1:2 (1:2)

Nur vier Punkte aus den vergangenen sechs Partien: In Dortmund wächst die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Das 1:2 gegen Hertha BSC verdarb die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Dagegen feierten die Gäste den erfolgreichen Abschluss einer starken Hinrunde.
21.12.2013
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In der Schlussphase versuchte der BVB noch mal alles, zumindest einen Punkt zu retten. Das gelang nicht - entsprechend enttäuscht gingen die Spieler vom Platz.© Foto: dpa
Die Choreographie auf der Südtribüne.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski (l.) prüft Marius Gersbeck.© Foto: DeFodi
Nach dem Abpfiff bedankten sich die Fans bei der Mannschaft.© Foto: DeFodi
Hängender Kopf: Jürgen Klopp.© Foto: dpa
Hier fällt gerade das 1:0 durch Marco Reus (l.). Marius Gersbeck sieht dabei nicht gut aus.© Foto: DeFodi
Da rollt der Ball zum 1:0 ins Tor.© Foto: DeFodi
Nico Schulz und Peter Pekarik versuchen, Robert Lewandowski (M.) zu stoppen.© Foto: DeFodi
Sebastian Kehl (l.) und Nuri Sahin (r.) nehmen Vasquez Ramos in die Zange.© Foto: DeFodi
1:1 - Roman Weidenfeller (M.) kann nur hinterher schauen. Der Dortmunder Keeper war bei beiden Gegentreffern machtlos.© Foto: DeFodi
Vasquez Ramos (l.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:1.© Foto: DeFodi
Enttäuscht: Sebastian Kehl.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski (l.) gegen Fabian Lustenberger.© Foto: DeFodi
Henrikh Mkhitaryan (l.) gegen Levan Kobiashvili.© Foto: DeFodi
Marian Sarr (M.) lässt nach dem 1:2 den Kopf hängen.© Foto: DeFodi
Marian Sarr kann nach dem Treffer zum 1:2 seinen Patzer nicht fassen.© Foto: DeFodi
Küsschen von Nuri Sahin für Torschütze Marco Reus. Der Dortmunder traf zur 1:0-Führung.© Foto: dpa
Marco Reus jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.© Foto: dpa
Henrikh Mkhitaryan (l.) und Fabian Lustenberger kämpfen um den Ball.© Foto: dpa
Nuri Sahin (hinten) bewahrt hier Per Ciljan Skjelbred vor dem freien Fall.© Foto: dpa
Skeptischer Blick von Jürgen Klopp.© Foto: DeFodi
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Baustellen gibt es einige, und nicht zuallererst in der durch die Ausfälle von Hummels und Subotic geplagten Defensive. Erschreckend war nicht nur gegen Berlin vielmehr die zunehmende Ideenlosigkeit und fußballerische Armut, wenn es gegen Teams ging, die ihre stabile Defensive mit der nötigen Aggressivität paaren. Dann ging auch der hochgelobte Neuzugang Henrikh Mkhitaryan mit unter, der als Spielgestalter bislang nur selten überzeugte.

Es gibt viel zu tun für Klopp in der kurzen Wintervorbereitung. Ilkay Gündogan sollte der erste der Langzeitverletzten sein, der dann wiederkommt, auch Mats Hummels wird noch im Januar wieder zurückerwartet. Klopp wird vor allem aber auch die zuletzt vermisste Gier nach Erfolg wieder an die Oberfläche befördern müssen. Wer Marco Reus‘ emotionslosen Jubel nach seinem Tor zum 1:0 gegen Berlin gesehen hatte, konnte sich nur wundern.

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