Voller Einsatz gegen Amsterdam: BVB-Youngster Jude Bellingham. © imago / Kirchner-Media
Champions League

BVB-Einzelkritik: Bellingham und Brandt gehen voran – Witsel kommt nicht hinterher

Der BVB bangt nach dem 1:3 gegen Amsterdam um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Bellingham und Brandt gehen voran - Witsel kommt nicht hinterher. Die Einzelkritik.

In Unterzahl schwingt sich der BVB nach der umstrittenen Roten Karte gegen Mats Hummels zu einer kämpferischen Glanzleistung auf, die Belohnung blieb am Ende aus. Die Dortmunder Profis in der Einzelkritik:

Gregor Kobel: Als Ajax noch vor der Pause vehement auf den Ausgleich drängte, wuchs der Ex-Stuttgarter über sich hinaus. Stark seine Rettungsaktion, als Berghuis alleine vor ihm auftauchte (45.+2), auch ansonsten unterstrich Kobel seine Klasse. Bei den Gegentoren chancenlos. Note: 2,0

Thomas Meunier: Tadic beschäftigte ihn permanent, nach ordentlicher Anfangsphase von Meunier kam der Serbe zu einigen gefährlichen Flanken. Auch beim 1:1 verlor Meunier besagten Tadic aus den Augen. Note: 4,0

Manuel Akanji: Mit einigen Wacklern vor der Pause, seine Spieleröffnungen konnten sich aber sehen lassen. Hielt den Laden dann weitgehend zusammen – bis Haller ihm entscheidend entwischte (83.). Note: 4,0

Mats Hummels: Die Rote Karte blieb auch nach dem Videobeweis äußerst strittig. Dass Hummels mit offener Sohle in Richtung Antony grätschte, war extrem hohes Risiko, Hummels traf den Ajax-Spieler allerdings nicht. Vorher mit einer zu wenig konsequenten Klärung, die Haller in Schussposition brachte (18.), aber auch dem langen Ball auf Hazard, der nach dem Ausrutscher von Alvarez frei vor dem Ajax-Tor stand (8.). Note: 3,5

Marius Wolf: 20 Minuten lang hatte er Antony auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position gut im Griff. Im Verlauf der ersten 45 Minuten wurden die Probleme größer. Auch vor der Roten Karte von Hummels düpierte der flinke Ajax-Außen den Dortmunder. Biss sich mit viel Energie in die Partie, musste dann runter. Die nächste Muskelverletzung. Note: 3,5

Julian Brandt: Ein lange sehr lebhafter Auftritt. War viel in Bewegung, immer anspielbar, mit gutem Ballvortrieb und auch defensiv aufmerksam. Hinten raus verließen ihn die Kräfte. Note: 2,5

Axel Witsel: Als Ajax in Überzahl mit Vehemenz nach vorne spielte, ging die Souveränität des Belgiers verloren. Das lag vor allem an dem mittlerweile nicht mehr zu kaschierenden Tempo-Defizit. Wenn es schnell ging, kam Witsel nicht mehr hinterher. Vorne verspielte er eine gute Kontersituation (56.). Note: 4,0

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Champions League, 4. Spieltag: BVB – Ajax Amsterdam 1:3 (1:0)

Jude Bellingham: Wie er sich außen gegen Alvarez durchsetzte, war mehr als sehenswert, nach Hazards Flanke hätte er beim Kopfball aufs leere Tor allerdings das 1:0 machen müssen (8.). Erst auf Hinweis des VAR erkannte Schiedsrichter Oliver das Foul von Mazraoui, das zum 1:0 führte (37.). Schön seine Drehung um Klaassen, der Schuss ging nur knapp drüber (49.). Energiebündel bis zum Ende. Note: 2,5

Thorgan Hazard: Eigentlich gut im Spiel, dann Opfer der taktischen Umstellung nach Rot für Hummels (34.). Ließ sich zwar nach Alvarez‘ Ausrutscher von Ajax-Torhüter Pasveer nach außen abdrängen, hatte dann aber den Blick für den freien Bellingham. Note: 3,0

Steffen Tigges: Mit Martinez lieferte er sich einige verbissene Duelle. Vorne fehlte die Durchschlagskraft, war aber auch defensiv sehr viel unterwegs und arbeitete gut gegen den Ball. Note: 3,5

Marco Reus: Übernahm beim Elfmeter Verantwortung und wurde belohnt, obwohl Pasveer die Ecke ahnte (37.). Sein Ballverlust gegen Antony blieb folgenlos, Gravenberch zielte knapp über den Kasten (24.). Beim 1:1 ließ er Antony flanken. Note: 3,0

Marin Pongracic: Ab Minute 34 für Hazard im Spiel. Unglücklich, dass er Antonys Flanke beim 1:1 verlängerte. Note: 3,5

Felix Passlack: Für den verletzten Wolf ab Minute 58 mit einer Herkulesaufgabe gegen Antony. Note: 3,5


Ansgar Knauff
(76. für Reus) und Donyell Malen (76. für Tigges) bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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