Erwischte im Topspiel einen gebrauchten Abend: BVB-Abwehrchef Mats Hummels (l.). © imago / Uwe Kraft
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Bitterer Abend für Hummels – Brandt trumpft auf

Borussia Dortmund erlebt beim 2:3 gegen den FC Bayern München einen emotionalen wie enttäuschenden Abend. Mats Hummels unterlaufen entscheidende Fehler, Julian Brandt trumpft auf. Die BVB-Einzelkritik.

Ein Sieg gegen die Bayern wäre drin gewesen, doch Borussia Dortmund verteilte zu viele vorzeitige Nikolausgeschenke – in Person von Mats Hummels und Raphael Guerreiro. Da genügte auch der Offensivdrang von Julian Brandt und Erling Haaland nicht. Die BVB-Einzelkritik:

Gregor Kobel:
Vor, zurück, vor, zurück – wäre vermutlich nicht an den Ball vor dem 1:1 gekommen, darf als Torwart aber nicht zögern. Stark gegen Coman (25.), beim 1:2 keine Chance. im Zweiten Durchgang gewohnt sicher. Auch beim fiesen Aufsetzer nach dem Sane-Freistoß und der Coman-Chance. War dran am Elfmeter, aber nicht entscheidend. Note: 2,0


Thomas Meunier:
Nur wenige Angriffsversuche der Bayern kamen über seine Seite. Das ist ein Kompliment. Hatte im eigenen Ballbesitz anfangs so seine Probleme mit dem hohen Anlaufen der Münchner, erkannte und nutzte dann aber auch seine Freiheiten, wenn die erste FCB-Kette überspielt war. Zwei Flanken, in der Nachspielzeit nach Upamecano-Fehler noch mit der Chance zum Ausgleich. Note: 3,5


Manuel Akanji:
Ruhepol in der Defensive. Sehr abgeklärt in den Duellen mit Robert Lewandowski, stand immer dort, wo er stehen musste. Im Spielaufbau sehr strukturiert und klar. Dortmund konnte froh sein, dass der Schweizer sich rechtzeitig fit gemeldet hatte. Note: 2,5

Mats Hummels:
Puh, bitter. Hielt den Ball zu lange, schoss Müller an, versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war (9.). Beim Rausrücken fehlte einige Male das Timing. Verursachte dann auch noch den durchaus berechtigten Elfmeter. In der Summe ein gebrauchter Tag. Note: 5,0


Raphael Guerreiro:
Versuchte im gefährlichen Raum oft zu komplizierte Dinge, dadurch einige Ballverluste. Nach der langen Verletzung und dem nur kurzen Comeback fehlte ihm sichtlich der Rhythmus. Für seine Größe beim Klärungsversuch mit dem Kopf kann er nichts, muss den Ball vor dem 1:2 aber klären. Note: 4,0


Mahmoud Dahoud:
Eigentlich für die spielerische Gestaltung bekannt, war er im ersten Durchgang der zweikampfstärkste Borusse (75 Prozent). Nach Ballgewinn sofort darauf bedacht, den Ball in die Tiefe zu bringen. Es klappte nicht alles, aber vieles. Note: 3,0

Emre Can:
Als Absicherung vor der Abwehr eingesetzt. Brachte den Dortmundern vor allem Körperlichkeit – und Dahoud und Bellingham Möglichkeiten, sich offensiv einzuschalten. Dann aber auch wieder ein Aussetzer von ihm, als er Coman den Ball im Sechzehner in die Füße spielte (23.). Schüttelte den Fehler ab und knüpfte an die Leistung zuvor an. Note: 3,0


Jude Bellingham:
Kurz nach außen gerückt, Kopf hoch, Brandt gesehen und mit unfassbarem Gefühl serviert. Sollte Guerreiro auf links defensiv unterstützen, war aber vor allem offensiv ein echter Ankurbler – deswegen gelang das mit der gewünschten Absicherung nur bedingt. Wollte in einigen Situationen zu viel. Holte sich auch den Assist für das 2:2. Note: 3,0


Marco Reus:
Starker Ball auf Haaland nach nur drei Minuten, kurbelte die vielen Umschaltmomente an, hielt dabei das ein oder andere Mal den Ball einen Tick zu lange. Spielfreudig bis zur letzten Minute, wollte das Ding unbedingt gewinnen. Ging als Kapitän voran, dirigierte viel. War am Ende platt. Note: 2,5

Bundesliga, 14. Spieltag: BVB – FC Bayern München 2:3 (1:1)

Über den Autor
Jahrgang 1991, tritt seitdem er Vier ist selbst gegen den Ball, hat mit 14 das erste Mal darüber berichtet, wenn es andere tun. Wollte seitdem nichts anderes machen und hat nach Studium und ein paar Jahren Lokaljournalismus seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Seit 2021 BVB-Reporter.
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