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BVB erteilt Bayern eine Lehrstunde - Klopp-Brille ist reif fürs Museum

Zeitspiel

Der BVB erteilt dem FC Bayern in der Saison 2010/11 auf dem Weg zum Titel eine Lehrstunde. Nuri Sahin erzielt ein Traumtor, die Brille von Jürgen Klopp ist reif fürs Museum. Unser Zeitspiel.

Dortmund

, 05.03.2021, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Da blieb noch alles heile: Nuri Sahin bejubelte 2011 beim Gastspiel in München seinen 2:1-Führungstreffer mit BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Da blieb noch alles heile: Nuri Sahin bejubelte 2011 beim Gastspiel in München seinen 2:1-Führungstreffer mit BVB-Trainer Jürgen Klopp. © imago / Schiffmann

Beim Lesen dieses Textes soll keine schlechte Laune aufkommen, deshalb handeln wir schnell die schmerzhaften Bundesliga-Ergebnisse des BVB in den vergangenen Jahren in München ab und kommen dann zu etwas Angenehmerem: 0:4, 0:5, 0:6, 1:4, 1:5. So, geschafft und jetzt wie versprochen schönere Erinnerungen - und zwar an den 24. Spieltag der Saison 2010/2011.

Der BVB gewann erstmals nach 18 Spielen wieder beim FC Bayern

Der BVB sollte am Ende dieser Spielzeit Deutscher Meister werden und setzte damals in München mit einem 3:1 Sieg ein wichtiges Zeichen auf diesem Weg. Es war der erste Sieg nach 18 sieglosen Gastspielen in der bayerischen Landeshauptstadt und zugleich ein unglaublich unterhaltsames Fußballspiel, das Oliver Kahn später als „Lehrstunde für den FC Bayern“ bezeichnen sollte.

Dortmund ging durch Lucas Barrios (9.) früh in Führung, kassierte aber in der 15. Minute nach einer Ecke das 1:1. Die Freude der Münchener währte allerdings nur kurz, weil Nuri Sahin drei Minuten später einen Schlenzer auspackte, der wohl in diesem so oft angesprochenen Lehrbuch steht. Im Rückraum vollkommen allein gelassen, legte er sich den Ball auf den linken Fuß und schlenzte ihn dann aus 20 Metern vorbei an Thomas Kraft neben den linken Pfosten ins Tor.

Im BVB-Jubel musste die Brille von Jürgen Klopp dran glauben

Im Vollsprint ging es danach zu Jürgen Klopp, dem Sahin zu diesem Zeitpunkt noch unfallfrei in die Arme sprang. Das sollte sich später ändern. Mats Hummels erhöhte in der 60. Minute auf 3:1 - der BVB-Sieg war perfekt. Sahin war von seinem Treffer und dem Sieg scheinbar noch so beseelt, dass er nach dem Abpfiff etwas ungestüm auf die schwarzgelbe Jubeltraube sprang.

Da war‘s geschehen: Klopps Spieler jubeln, während der BVB-Trainer seine zerbrochene Brille in der Hand hält.

Da war‘s geschehen: Klopps Spieler jubeln, während der BVB-Trainer seine zerbrochene Brille in der Hand hält. © imago / Team2

Dabei traf er vor allem Jürgen Klopps Gesicht, er schlug seinem Trainer die Brille von der Nase, was bei Klopp zu einem kleinen Cut unter dem Auge führte. Die Brille ging zu Bruch. Klopp steckte es angesichts des Ergebnisses locker weg und garantierte Sahin - mit Pflaster und einem breiten Grinsen im Gesicht - Straffreiheit.

Jürgen Klopps kaputte BVB-Brille wurde ein Fall fürs Museum

Klopps Brille landete später im Borusseum, dem vereinseigenen Museum, und auf dem Tisch einiger Versicherungs-Sachbearbeiter. Offenbar hielten manche Menschen es für eine gute Idee, die Brille als ihr Eigentum auszugeben und so Geld von der Versicherung zu kassieren.

Das hatte allerdings wenig Erfolg. Der BVB im Jahr 2011 aber schon. Und wer weiß, vielleicht hatte auch das kaputte Brillenglas Einfluss auf den Titelgewinn des BVB - Scherben sollen ja bekanntlich Glück bringen. Das Spiel jedenfalls hatte es allemal, weil die Mannschaft durch den Sieg ordentlich Selbstvertrauen getankt hatte. Vielleicht können die Borussen das am Samstag (18.30 Uhr, live bei Sky) erneut in München sammeln - diesmal für die Jagd auf die Champions-League-Plätze.

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