Zeitspiel

BVB gegen Augsburg: Die wahnsinnige halbe Stunde des Paco Alcacer

Ein Fußballfest im Signal Iduna Park: Das verrückte 4:3 des BVB gegen Augsburg ist so ein Spiel, das man als Fan nicht vergisst. Auch Paco Alcacer dürfte sich gern erinnern.
Alle bejubelten Paco Alcácer, nachdem er in der Nachspielzeit eines wilden Spiels per Freistoß getroffen hatte. Es war der Siegtreffer gegen Augsburg. © picture alliance/dpa

Manche Fußballspiele muss man mit dem Ende beginnen. So auch das 4:3 des BVB gegen den FC Augsburg am 7. Spieltag der Saison 2018/2019. Die sechste Minute der Nachspielzeit war angebrochen. Die Anzeigetafel im Signal Iduna Park zeigte sowohl bei der Heim- als auch bei der Auswärtsmannschaft drei Tore an, als Paco Alcácer und Raphael Guerreiro sich zum Freistoß positionierten. Torentfernung etwa dreißig Meter.

Der Ball schlug ein, das BVB-Stadion drehte frei

Alcácer lief an und schoss. Der Ball flog über die Mauer, senkte sich und schlug im Netz ein. Parallel zum Einschlag des Balls drehte das Stadion frei. Wer bei diesem Spiel aus irgendeinem unverständlichen Grund zuvor ruhig geblieben seien sollte, bei dem war das spätestens jetzt vorbei.

Regungslos steht Andreas Luthe im Augsburger Tor. Der von Paco Alcácer getretene Ball zappelt in der Nachspielzeit im Netz. Der BVB gewinnt das Spiel 4:3. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die tabellarische Konstellation war damals eine andere als vor dem Duell beider Mannschaften am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky). Der BVB stand vor der Partie mit 14 Punkten ganz oben in der Tabelle. Die Augsburger kamen als Tabellenachter und mit Rückenwind nach einem 4:1-Sieg über den SC Freiburg nach Dortmund und gingen in der 22. Minute durch Alfred Finnbogason in Führung. Die Borussen rannten wütend an und kamen immer wieder zu Chancen. Auch die Fuggerstädter blieben gefährlich, aber ebenfalls erfolglos, sodass es bei der Halbzeitführung von 1:0 für die Gäste blieb.

In der zweiten Halbzeit zeigten der BVB und Augsburg ein Fußballfest

Lieferte die erste Dreiviertelstunde schon ansehnlichen Fußball, so war die zweite Hälfte ein Fußballfest. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. Richtig Spaß begann es aus Dortmunder Sicht aber nach der Einwechslung von Paco Alcácer zu machen (59.).

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Die BVB-Spieler bejubeln den 4:3-Sieg gegen den FC Augsburg

Drei Minuten, nachdem er das Feld betreten hatte, erzielte er sein erstes Tor an diesem Nachmittag. Als Jadon Sancho auf der rechten Seite Fahrt aufgenommen hatte, verlor die Augsburger Abwehr den spanischen Mittelstürmer, der im Sommer vom FC Barcelona ausgeliehen worden war, in der Mitte aus den Augen. Alcácer nagelte den Ball im Vollsprint und ziemlich unbedrängt in die Maschen.

Durch Götze ging der BVB gegen Augsburg erstmals an diesem Tag in Führung

Quasi im Gegenzug traf Finnbogason die Latte und schließlich Philipp Max das Tor (71.). Augsburg ging wieder in Führung. Diese währte aber nur ein paar Angriffe der Borussen, weil die Gäste Alcácer erneut aus den Augen verloren und Raphael Guerreiro gedankenschnell reagierte.

Guerreiro überspielte die Augsburger Zwei-Mann-Mauer und lupfte in den Lauf des gestarteten Alcácers. Der Joker ließ den Ball einmal ticken und nagelte ihn dann noch den Pfosten streifend ins Tor (80.). 2:2. Die Südtribüne brüllte auf und verfiel wenig später in Ekstase, als der ebenfalls eingewechselte und zuvor stark kritisierte Mario Götze die Borussen das erste Mal an diesem Tag in Führung schoss (84).

BVB gegen Augsburg: Fußball-Wahnsinn in den Schlussminuten

Doch der Wahnsinn in diesem Spiel fand kein Ende, der Jubel der Borussen-Fans jedoch ein abruptes. Denn Augsburgs Michael Gregoritsch stellte nach einer Ecke mit einem wuchtigen Kopfball wieder auf Unentschieden (87.). Es sah so aus, als würde es dabei bleiben.

Aber es gibt eben diese alte Fußball-Phrase: Das Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiri abpfeift. Und das tat er eben erst, nachdem Paco Alcácer mit einem Freistoß aus gut dreißig Metern seinen dritten Treffer an diesem Tag erzielt hatte – es ist zu diesem Zeitpunkt der sechste in 81 Minuten Spielzeit – und dieses irre Fußballspiel für die Borussen gewann.