BVB gegen den FC Augsburg - so knackt Borussia Dortmund das Abwehrbollwerk

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Zum Saisonstart gastiert ein sehr defensiver Gegner in Dortmund. Der BVB muss aufpassen, nicht in Augsburger Konter zu laufen – besitzt aber am Samstag einen großen Vorteil in Sachen Tempo.

von Tobias Escher

Dortmund

, 16.08.2019, 13:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Augsburg, 1. März 2019. Über 90 Minuten hinweg hatte sich Borussia Dortmund am FC Augsburg die Zähne ausgebissen. Die Dortmunder konnten gegen das Augsburger Defensivbollwerk einfach nicht das nötige Tor erzielen.

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Die Augsburger hingegen konterten effizient, am Ende verlor der BVB 1:2. Es war ein herber Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft. Dortmunds Vorsprung auf die Bayern war von ehemals neun auf null Punkte geschmolzen.

BVB gegen den FC Augsburg - so knackt Borussia Dortmund das Abwehrbollwerk

Schon beim 4:3-Sieg im Hinspiel hatte sich der BVB äußerst schwer getan. In Augsburg unterlagen Marco Reus und Co. mit 1:2. © imago

Ein knappes halbes Jahr später trifft Borussia Dortmund wieder auf den FC Augsburg. Möchte der BVB das offizielle Saisonziel erreichen, besser abzuschneiden als in der vergangenen Saison, muss er in dieser Spielzeit Duelle wie das gegen Augsburg gewinnen. Dazu gilt es für Lucien Favres Elf, die kompakte Ordnung des Gegners zu knacken.

FC Augsburg auch unter Schmidt mit identischer Strategie

Augsburgs Spielanlage hat sich seit der vergangenen Saison kaum geändert. Auch wenn im März noch Manuel Baum an Augsburgs Seitenlinie stand und nicht der aktuelle Trainer Martin Schmidt: Die grundsätzliche Strategie der Augsburger bleibt dieselbe. Der FCA will aus einer kompakten Ordnung heraus kontern.

Schmidt setzt dazu auf eine 4-4-1-1- oder eine 4-1-4-1-Formation. Die Viererketten in Abwehr und Mittelfeld sollen die Abstände zueinander gering halten, Ballgewinne sucht der FCA im Mittelfeld. Hier rückt er aggressiv auf den Gegner. Der neu verpflichtete Carlos Gruezo soll noch mehr Aggressivität ins Zentrum bringen.

Finnbogason und Hahn sind gefährliche Konterspieler

Nach Ballgewinnen will Schmidt schnörkellosen Konterfußball sehen. Augsburg kontert am Liebsten über die Flügel. Der erste Pass geht direkt heraus zu den Außenstürmern. Vor allem Andre Hahn startet immer wieder hinter die Abwehr. Die Außenstürmer wiederum bedienen die im Zentrum lauernden Michael Gregoritsch und Alfred Finnbogason; simple Spielzüge, die aber hocheffizient sein können, wenn der Gegner nicht aufpasst.

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Gut für den BVB: Finnbogason und Hahn waren zuletzt angeschlagen, ein Einsatz über 90 Minuten in Dortmund ist fraglich. Augsburgs jüngste 1:2-Pokalniederlage gegen Viertligist Verl taugt wiederum nicht als Vorlage.

Gegen den BVB sind zwei Viererketten hinter der Mittellinie zu erwarten

Denn hier scheiterten die Augsburger ihrerseits daran, einen defensiven Gegner zu knacken. Gegen Dortmund wird ihre Spielanlage gänzlich anders aussehen. Aus Dortmunder Sicht droht eine zähe Partie: Augsburg dürfte sich mit den zwei Viererketten hinter der Mittellinie verschanzen, der BVB muss den Ball laufen lassen. Sie können kaum darauf hoffen, dass sich die Augsburger im Pressing herauswagen.

Die von Favre in der Vorbereitung eingeübten Muster, wie der BVB Gegner ins Pressing locken und anschließend das Spiel verlagern kann, dürften gegen Augsburg nicht funktionieren. Dazu agieren die Fuggerstädter zu defensiv.

Mittelfeldmotor Baier hat an Dynamik eingebüßt

Doch es gibt durchaus Schwachstellen im Augsburger Team, die der BVB anvisieren kann. Der neu verpflichtete Abwehrchef Marek Suchy, 31, und Mittelfeldmotor Daniel Baier, 35, haben mit dem Alter an Dynamik eingebüßt. Augsburgs Ketten standen in der Vorbereitung weniger kompakt, als man dies von einer Martin-Schmidt-Mannschaft gewohnt ist.

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Dies könnte die Chance bieten, mit schnellen Ablagen-Kombinationen in die Räume im Zentrum zu gelangen. Es lässt sich leicht vorstellen, wie Marco Reus Tempo aufnimmt und an den Gegnern vorbeidribbelt.

Der BVB muss die Balance wahren

Der BVB könnte auch versuchen, seine wendigen Dribbler auf den Flügeln einzusetzen. Augsburg ist auf den Außenverteidiger-Positionen nicht stark besetzt, auch weil Linksverteidiger Philipp Max die Vorbereitung verletzt verpasst hat. Zugleich muss der BVB hier aber die Balance wahren. Ein zu aktives Aufrücken der eigenen Außenverteidiger könnte Räume für die Augsburger Konter öffnen. Diese Lehre sollte man aus dem Spiel im März gezogen haben.

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Gerade in solchen Partien gilt eine alte Fußball-Floskel: Je länger es 0:0 steht, umso schwerer wird es für den Favoriten. Ein früher Treffer wäre das beste Szenario für Dortmund. Augsburg müsste im Verlauf der Partie weiter vorrücken. Aufgrund der fehlenden Geschwindigkeit im Zentrum ist ihre Konterabsicherung mangelhaft. Der BVB könnte sich zu einem Kantersieg kontern. Den Gegner mit dessen Waffen schlagen: Das wäre die ideale Revanche für das verlorene Spiel im März.

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