Zeitspiel

BVB gegen den VfB Stuttgart: Ein Debakel mit gravierenden Folgen

Der VfB Stuttgart weckt böse Erinnerungen bei den BVB-Fans: Mit 1:5 geriet Borussia Dortmund im Dezember 2020 unter die Räder - das kostete Lucien Favre den Job. Unser Zeitspiel.
Die Klatsche gegen den VfB Stuttgart kostete BVB-Trainer Lucien Favre im Dezember 2020 den Job.
Die Klatsche gegen den VfB Stuttgart kostete BVB-Trainer Lucien Favre im Dezember 2020 den Job. © dpa

Wenn Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky) den VfB Stuttgart empfängt, werden unschöne Erinnerungen wach. Als die Schwaben zuletzt im Signal Iduna Park gastierten, erlebte der BVB ein Debakel, das Lucien Favre den Job kostete. Für den Schweizer übernahm Edin Terzic, der den BVB in der Liga noch auf Platz drei sowie zum DFB-Pokalsieg führte.

Ausnahmsweise durfte sich Borussia Dortmund an diesem Samstag über ein Geisterspiel freuen. In einem ausverkauften Signal Iduna Park wäre es am 12. Dezember 2020 ansonsten reichlich ungemütlich geworden, schließlich hatte der BVB heftig Prügel vom VfB Stuttgart bezogen. Statt eines gellenden Pfeifkonzerts herrschte nach dem Schlusspfiff Totenstille im Stadion. „Wir haben nicht viel Zeit, und wir müssen im nächsten Spiel ein Zeichen setzen“, sagte Favre damals. Das angesprochene Zeichen kam deutlich früher – keine 24 Stunden später war der Schweizer seinen Job los. Die BVB-Verantwortlichen sahen sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen.

Zwischen BVB und Lucien Favre kriselte es schon länger

Denn was die Spieler in den schwarzgelben Trikots gegen Stuttgart auf den Platz brachten, glich einem Offenbarungseid. Schon länger kriselte es: Favres Lethargie stieß vielen Fans sauer auf, Führungsspieler tauchten genau dann ab, wenn sie am meisten gebraucht wurden – die Mannschaft verfiel regelmäßig in alte Muster zurück.

All das mündete gegen den VfB in einem Auftritt, der durch die Corona-Pandemie den Fans im Stadion erspart blieb. Doch auch vor dem TV-Gerät war der Anblick nur schwer zu ertragen. Der Aufsteiger war dem BVB an diesem Nachmittag in allen Belangen überlegen. Bezeichnenderweise war es Schlussmann Roman Bürki, der nach dem Spiel als einziger Schwarzgelber positiv hervorzuheben war: Der Schweizer verhinderte mit einigen Paraden die komplette Katastrophe.

1:5 gegen den VfB Stuttgart: Die Mienen der BVB-Verantwortlichen sprachen Bände.
1:5 gegen den VfB Stuttgart: Die Mienen der BVB-Verantwortlichen sprachen Bände. © dpa © dpa

Schon vor dem Führungstreffer besaßen die Schwaben zwei Einschussmöglichkeiten: Erst rettete Bürki bei einem einen Freistoß von Sosa (7. Minute), dann verzog Coulibaly knapp (13.). Nach 25 Minuten war es dann soweit: Emre Can räumte den völlig frei stehenden Mateo Klimowicz ab, den fälligen Strafstoß verwandelte Silas Mvumpa souverän.

Stuttgart spielte sich gegen überforderte Schwarzgelbe danach in einen kleinen Rausch. Einzig Bürki verhinderte einen höheren Rückstand. Vollkommen überraschend ging es trotzdem mit einem Unentschieden in die Kabine: Giovanni Reyna vollstreckte per Außenrist zum 1:1 (39.).

Der BVB geht gegen Stuttgart nach dem Seitenwechsel unter

Es sollte aus BVB-Sicht der einzige Lichtblick bleiben. Nach dem Seitenwechsel nutzte Stuttgart die Fehler der Dortmunder gnadenlos aus. Zunächst traf erneut Mvumpa nach Ballverlust von Raphael Guerreiro (53.), nach einer Stunde trug sich Philipp Förster in die Torschützenliste ein. Klimowicz scheiterte am Pfosten (62.), Coulibaly zielte eine Minute später genauer. Den Schlusspunkt setzte Nicolas Gonzales in der Nachspielzeit.

Dass ein zweiter Reyna-Treffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde – geschenkt (88.). Der BVB erwischte einen rabenschwarzen Bundesliga-Nachmittag. Für Lucien Favre war es der letzte bei Borussia Dortmund.

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