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BVB gegen Schalke - Taktik-Analyse zum Revierderby

Idealformation gefunden

Die Zeichen vor dem 172. Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) sind unklar. Beide Teams befanden sich in den vergangenen Monaten in einem taktischen Findungsprozess, haben inzwischen aber zu ihrer Idealformation gefunden: BVB-Trainer Thomas Tuchel setzt auf ein variables 3-4-2-1, S04-Coach Markus Weinzierl auf ein 4-2-3-1. Wir beleuchten vier taktische Auffälligkeiten.

DORTMUND/GELSENKIRCHEN

von Martin Rafelt und Matthias Dersch

, 31.03.2017, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wichtige Spieler ihrer Klubs: Ousmane Dembele (M.) und Nabil Bentaleb.

Wichtige Spieler ihrer Klubs: Ousmane Dembele (M.) und Nabil Bentaleb.

1.) Schalke geht zurück auf Anfang

Schalkes Stabilität: Der Gastgeber aus Gelsenkirchen hat sich zuletzt stabilisiert. Nachdem Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga die damalige Schalker Fünferkette mit vier Toren auseinandergenommen hatte, wechselte S04-Trainer Markus Weinzierl zurück auf das 4-2-3-1, mit der er auch in die Saison gestartet war.

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Anders als zu Beginn der Spielzeit, als es noch nicht gut funktionierte, sind die Abläufe inzwischen klarer und die Besetzung der einzelnen Positionen passender. Mit der neuen alten Taktik warf Schalke Mönchengladbach aus der Europa League und setzte in der Liga zur Aufholjagd auf die europäischen Startplätze an.

 

2.) BVB zwischen Dreier- und Fünferkette

Dortmunder Flexibilität: BVB-Trainer Thomas Tuchel hat sich seit dem Rückrunden-Duell mit Leipzig auf eine Formation mit einer Dreierkette in der Abwehr entschieden. Doch so starr, wie es auf dem Papier erscheint, ist das System nicht: Problemlos kann aus der Dreier- eine Fünferkette werden, wenn sich die Außenbahnspieler - in der Regel Erik Durm und Marcel Schmelzer - weit zurückziehen.

Ähnlich flexibel geht es auf den anderen Positionen zu. Das bietet viele Optionen in der Defensive: Der BVB kann auf Angriffe passiv und dicht gestaffelt reagieren, er kann aber auch weit nach vorne schieben und den gegnerischen Aufbau früh und aggressiv attackieren.

 

3.) Raus auf den königsblauen Flügel

Gefährliche Strafraumecke: Schalkes Angriffe werden häufig über den Flügel ausgespielt, genauer: über die gegnerische Strafraumecke. Dort tummeln sich dann etwa Außenbahnspezialist Alessandro Schöpf sowie die Antreiber Nabil Bentaleb und Leon Goretzka. Der ballferne Flügelspieler lauert im Strafraum, der ballferne Außenverteidiger bleibt in der Abwehr.

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Das hat zwei Vorteile: Schalke erzeugt Gefahr in der Offensive - und ist zugleich durch die dichte Staffelung der eigenen Spieler gegen Konter abgesichert. Denn selbst wenn sich der Gegner mal aus dem dichten Gegenpressing lösen kann, dahinter lauern noch immer der defensivere Sechser und drei Abwehrspieler.

 

4.) BVB von hinten links nach vorne rechts

Entscheidende Schlüsselspieler: In der aktuellen Formation baut der BVB meist über den halblinken Innenverteidiger auf - häufig bekleidet Marc Bartra diese Rolle. Von dort starten Kombinationsangriffe entweder über die linke Seite von Marcel Schmelzer oder durch die Zentrale über Julian Weigl.

Geht der Ball den zweiten Weg, landet er in der Regel bei Ousmane Dembele, der häufig von der rechten Seite in die Mitte zieht. Wie gut diese Systematik funktioniert, hängt von den einzelnen Formkurven ab. Mit Bartra, Weigl und Dembele in Topform greifen die Teile hervorragend ineinander. Bei Formschwächen brechen die Verbindungen dagegen ab.

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