BVB-Gegner Werder Bremen trotzt dem Verletzungspech - Sahin wird immer wichtiger

rnBorussia Dortmund

BVB-Gegner Werder Bremen wird von einem unglaublichen Verletzungspech verfolgt. Trainer Florian Kohfeldt denkt trotzdem positiv. Ex-Borusse Nuri Sahin wird immer wichtiger.

von Björn Knips

Bremen

, 28.09.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klar, Florian Kohfeldt ist beim SV Werder der Chef - der unumstrittene Chef muss es richtigerweise heißen. Aber der Trainer gibt nicht den Alleinunterhalter, auch wenn das öffentlich manchmal so den Eindruck macht. Der 36-Jährige kann eben gut erklären und ist deshalb sehr gefragt bei den Medien. Und die anderen Bremer Offiziellen genießen es, nicht so im Rampenlicht zu stehen.

Aber Kohfeldt besitzt auch diese besondere Gabe, andere in den Vordergrund, in die Verantwortung zu schieben. So wie neulich vor dem so wichtigen Auswärtsspiel bei Union Berlin. Da überließ Kohfeldt die letzte Ansage, also das Heißmachen der Mannschaft, Nuri Sahin, seinem Mittelfeldstrategen, der vor einem Jahr aus Dortmund nach Bremen gekommen war und immer wichtiger wird.

Gibt Sahin in Dortmund wieder den Heißmacher?

Sahin muss seine Sache ziemlich gut gemacht haben, sein Team setzte sich trotz erheblicher personeller Probleme und großer Widrigkeiten während des Spiels mit 2:1 durch. Gut möglich, dass der 31-Jährige bei seiner Rückkehr nach Dortmund wieder den Heißmacher gibt - und dann könnte es durchaus unangenehm für den BVB werden.

BVB-Gegner Werder Bremen trotzt dem Verletzungspech - Sahin wird immer wichtiger

Nuri Sahin (l.) ist in seinem zweiten Werder-Jahr noch wichtiger geworden. © dpa

Werder ist wie der Schwarze Ritter bei Monty Python, der auch ohne Arme und Beine einfach weiterkämpft. Fast eine ganze Startelf hatte es zwischenzeitlich bei den Bremern erwischt. Gejammert hat Kohfeldt trotzdem nicht, und er hat es auch allen anderen Bremern verboten. Positiv denken, nach vorne schauen - das ist Florian Kohfeldt.

Das Ziel bleibt die Europa League

Gemeinsam mit Sportchef Frank Baumann hat er nach der 0:3-Heimniederlage gegen Leipzig noch einmal betont, das Ziel Europa weiter im Blick zu haben. Bei nur sechs Punkten aus fünf Spielen ist das schon bemerkenswert, aber eben typisch für diesen jungen Trainer, der seine Zuhörer immer wieder mitnimmt auf seine Reise durch den Profi-Fußball.

BVB-Gegner Werder Bremen trotzt dem Verletzungspech - Sahin wird immer wichtiger

© Deltatre

Der 36-Jährige hat nie selbst auf höchstem Niveau gespielt, sondern nur in der fünften Liga im Tor gestanden. Vielleicht arbeitet er deshalb noch akribischer, tüftelt an der richtigen Taktik, sucht nach der perfekten Lösung für das vorhandene Personal. Gegen die Top-Mannschaft aus Leipzig ist das vor einer Woche durchaus gut gelungen, niemand sollte sich vom klaren Ergebnis täuschen lassen. Werder bleibt ein gefährlicher Gegner, auch wenn in Niclas Füllkrug, Yuya Osako, Ludwig Augustinsson, Niklas Moisander, Kevin Möhwald, Fin Bartels und dem Ex-Dortmunder Ömer Toprak immer noch zahlreiche, zum Teil nicht wirklich zu ersetzende Leistungsträger fehlen.

Ex-Borusse Sahin wirkt fit wie lange nicht

Kohfeldt will in Dortmund trotzdem gewinnen, diese Mentalität hat er nach Bremen zurückgeholt. Er lebt sie jeden Tag vor. Sahin hilft ihm dabei mit seiner Topklub-Erfahrung. Und der ewige Borusse wirkt in dieser Saison so fit wie lange nicht - und zudem extrem motiviert: Sahin hat in Bremen noch einmal richtig Blut geleckt, weil er sich wieder absolut gebraucht fühlt. Als Spieler und längst auch als rechte Hand des Trainers.

Björn Knips ist Werder-Reporter der „Deichstube“ für die Kreiszeitung Syke.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt