BVB-II-Trainer Daniel Farke frustriert: "Es nervt"

Nach Spielabsage

Daniel Farke wird deutlich. "Es nervt", sagt der BVB-II-Trainer zur Spielabsage der für Samstag (14 Uhr) angesetzten Regionalliga-Partie zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Borussia Dortmund II. Aber es nervt ihn nicht nur, mittlerweile sieht der 40-Jährige Wettbewerbsnachteile für seine Mannschaft im Kampf um die Meisterschaft und ein damit verbundenes Aufstiegsspiel zur 3. Liga.

DORTMUND

, 16.02.2017, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-II-Trainer Daniel Farke frustriert: "Es nervt"

„Mal spielen wir zwei, drei Wochen gar nicht, dann haben wir englische Wochen, während die Konkurrenz von Wochenende zu Wochenende im selben Rhythmus spielt“, sagt Daniel Farke über die weitere Absage eines BVB-II-Spiels.

Die Nachricht, die Farke so ärgert, trudelt Mittwochvormittag ein – der Westdeutsche Fußballverband sagt das erste Pflichtspiel des BVB II im Jahr 2017 ab. Aus „sicherheitstechnischen Gründen“ wie der Verband mitteilt. „Uns sind die Hände gebunden. Wenn Sicherheitsbedenken seitens der Stadt und der Polizei bestehen, muss man dem als Verband Rechnung tragen“, erklärt Regionalliga-Staffelleiter Reinhold Spohn auf Nachfrage.

Türkischer Ministerpräsident zu Besuch

Der Hintergrund: Nach der Sperrung der Südtribüne für das kommende BVB-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg sind deutlich mehr Dortmund-Fans in Oberhausen erwartet worden als ursprünglich angenommen. Dies ist allerdings laut des Verbandes nicht der Hauptgrund für die Absage, sondern der Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildrim in Oberhausen, ebenfalls am Samstag. Yildirim will für das umstrittene Präsidialsystem in der Türkei werben, über das die Bürger im April abstimmen sollen. 10 000 Menschen haben sich angekündigt. Daher seien Sicherheitskräfte gebunden, sodass nicht genügend Personal für das Spiel abgestellt werden könne, heißt es von Seiten der Polizei.

Für den BVB II ist es am 21. Spieltag bereits die sechste Spielverlegung der Saison aus unterschiedlichen Gründen. Nach den Partien gegen den FC Schalke 04 II, den Bonner SC, den SV Rödinghausen, bereits zweimal die Sportfreunde Siegen, trägt sich nun auch das Spiel bei Rot-Weiß Oberhausen in die Liste der umterminierten Begegnungen ein. „Wir nehmen die Situation natürlich so an, wie sie ist“, sagt Farke, „aber ich sehe da schon Probleme bezüglich der Wettbewerbsgleichheit. Mal spielen wir zwei, drei Wochen gar nicht. Jetzt haben wir schon wieder zwei englische Wochen vor uns, während unsere Konkurrenten unter der Woche frei haben.“

Kapitän Zimmermann: "Traurig und schade"

Auch aus der Mannschaft hört man am Mittwoch nur enttäuschte Stimmen. „Hier schreit niemand Hurra“, sagt Kapitän Christoph Zimmermann. Die Mannschaft sei fokussiert auf den Start gewesen und habe sich auf das Spiel wie auf die „traumhafte Kulisse“ gefreut, erklärt der 24-jährige Innenverteidiger. „Nachvollziehen lässt sich die Entscheidung nur, weil wir die Gründe kennen. Es ist allerdings traurig und schade, wenn beide Vereine spielen wollen, aber nicht dürfen.“

Und Stürmer Hamadi Al Ghaddioui meint: „Für uns als Mannschaft ist es natürlich nicht schön, dass wir jetzt noch eine Woche auf unser erstes Pflichtspiel warten müssen. Wir haben sechs Wochen auf das Spiel in Oberhausen hingearbeitet, das ist jetzt hinfällig. Die englischen Wochen könnten vielleicht zum Problem werden, aber wir müssen einfach das Beste daraus machen.“ Der BVB II startet nun gegen Tabellenschlusslicht TSG Sprockhövel (Samstag, 25. Februar, 14 Uhr) in der Roten Erde ins neue Fußballjahr.

Nachholtermin steht noch aus

Ein Nachholtermin für das Oberhausen-Spiel steht noch nicht fest. Der BVB hofft auf eine Ansetzung Ende März, der Verband präferiert nach Informationen dieser Zeitung allerdings wohl eher einen Spieltermin Ende April. Auch der spielfreie Ostermontag könnte eine Möglichkeit sein.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Für RWO bedeutet die Spielabsage indes den schmerzlichen Verlust von jeder Menge Eintrittsgeld. „Der Verein Rot-Weiß Oberhausen muss die Absage zur Kenntnis nehmen, trotz Erfüllung aller Sicherheitsauflagen seitens des Vereins“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Klubs. Die Regionalliga West hat noch gar nicht wieder richtig angefangen – und vielerorts trifft man schon viele genervte Leute.  

Lesen Sie jetzt