15 Pflichtspiele ohne Niederlage. Der BVB bastelt eifrig am Nimbus der Unbesiegbarkeit. In Madrid winkt bereits an Spieltag vier der Gruppensieg in der Königsklasse. Wo kann das hinführen?

Dortmund

, 05.11.2018, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Spiele, drei Siege, 8:0 Tore. Die Bilanz des BVB in der Champions League ist bislang blütenrein. Wir diskutieren: Kann die Borussia in Europa die ganz Großen ärgern?



Ja, der BVB ist bereit - Lucien und die Wilde 11

Von Tobias Jöhren

Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön. Der BVB-Express rollt munter durch Fußball-Europa und räumt bislang alles aus dem Weg, was es entlang der Strecke halt so aus dem Weg zu räumen gilt: Brügge. Monaco. Madrid. Nächste Haltestelle: Achtelfinale der Champions League.

Noch beeindruckender als die Namen der Gegner, denen Borussia Dortmund in Gruppe A der Königsklasse bislang mit neun Punkten und 8:0 Toren nicht den Hauch einer Chance gelassen hat, ist die Entwicklung des BVB. Das 1:0 in Brügge war glücklich, das 3:0 gegen Monaco war souverän, das 4:0 gegen Atletico war berauschend.

BVB in der Champions League: Kann die Borussia in Europa die ganz Großen ärgern?

Spätestens seit dem Heimspiel gegen Madrid, das im Vorfeld als Reifeprüfung ausgegeben worden war, ist klar: Der BVB ist an einem sehr guten Tag in der Lage, jeder Mannschaft der Welt gefährlich zu werden. Komme, wer wolle. © dpa

Die Basis dafür ist die gesunde Mischung aus Qualität, Selbstbewusstsein und Bodenständigkeit, die der BVB seit dem Sommer an den Tag legt. Die Verantwortlichen haben aus dem vergangenen Jahr die richtigen Schlüsse gezogen und an den richtigen Stellschrauben gedreht – sowohl im Umfeld als auch im Kader.

In der aktuellen Phase ist die schlechte Vorsaison fast ein Segen, weil sie als warnendes Beispiel noch sehr präsent ist. Die Mannschaft weiß, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann. Und so wird die lustige Zugfahrt noch ein bisschen weitergehen. Lucien der Lokomotivführer und die Wilde 11. Endstation? Unbekannt!

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Kann der BVB in Europa die ganz Großen ärgern?

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Nein, der BVB braucht noch Zeit - Tiefe und Erfahrung

Von Dirk Krampe

Mal langsam mit den wilden Pferden! An den Stammtischen darf gern geträumt und spekuliert werden, welche Substanz in dieser beeindruckenden Serie steckt. Ohne Qualität in den eigenen Reihen bleibt man natürlich nicht über eine derartige Strecke wie die jetzt 15 Spiele in Serie ungeschlagen. Jeder in Dortmund täte allerdings gut daran, daraus keine überzogenen Erwartungen für den weiteren Verlauf der Champions League herzuleiten.

Denn wenn es dann nach der Winterpause in die K.o.-Spiele geht, warten ähnliche Kaliber wie Atletico in jeder weiteren Runde. Dann geht es gegen die Elite Europas. Real Madrid und der FC Barcelona, vielleicht schaffen es ja auch noch Thomas Tuchels Pariser über den Winter. Und aus England kommen gleich mehrere Mannschaften, die in der Breite noch deutlich besser besetzt sind.

BVB in der Champions League: Kann die Borussia in Europa die ganz Großen ärgern?

Borussia Dortmund hat zwar Potenzial, ist aber stark abhängig von Marco Reus und Axel Witsel. Bleiben sie gesund, ist viel möglich. Verletzen dürfen sich beide nicht. © imago

Der BVB ist willig und jung, er ist modern und hat viel Tempo. Was vielen Spielern aber noch fehlt, ist Erfahrung mit engen Spielverläufen, wenn es Spitz auf Knopf steht, wenn alle im Kollektiv ihre beste Leistung abrufen müssten. Und diese Mannschaft, die gerade erst am Anfang des Erneuerungsprozesses steht, hat ein Tief ja noch gar nicht bewältigen müssen. Doch das wird mit ziemlicher Sicherheit noch kommen.

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