Borussia Dortmund

BVB in Leverkusen: Drahtseilakt für Marco Rose – mit diesem Kader

Borussia Dortmund tritt mit vielen Problemen in Leverkusen an. Die Partie wird zum personellen Drahtseilakt für BVB-Trainer Marco Rose. Dieser Kader steht ihm zur Verfügung.

Fußballtrainer beschwören gern die Wichtigkeit einer sechswöchigen, möglichst ungestörten Vorbereitung. Die Spieler holen sich dort die Basis für eine lange Saison, sie zehren auch im Winter und Frühjahr noch von den Grundlagen, die im Sommer gelegt werden. Marco Rose kann diejenigen im Kader, die ihm im Sommer zur Verfügung standen, allerdings fast an einer Hand abzählen. Bei Mats Hummels müssen womöglich sogar zwei mickrige Tage Vorbereitung reichen.

Borussia Dortmunds Personalnot hat sich während der Bundesliga-Pause noch einmal verschärft. Kaum ein Tag in der vergangenen Woche, an dem es für den neuen Trainer Marco Rose nicht eine Negativ-Nachricht von den auf Reisen befindlichen Nationalspielern gab. In der Abwehr war die Not ohnehin schon groß – das könnte den Vize-Kapitän nach überstandenen Patellasehnen-Problemen im Top-Spiel bei Bayern Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr, live bei Sky) direkt wieder in die Dortmunder Startelf spülen.

Hummels sitzt mit im BVB-Bus – Papadopoulos auf Abruf

Doch es ist ein Drahtseilakt für Rose, der vor der Frage steht, ob das Risiko vertretbar ist, seinen Abwehrchef direkt in eine hochintensive Partie zu schicken. Hummels zeigte sich erfreut über seine Rückkehr und postete bei Instagram ein Foto aus dem Mannschaftsbus – auf dem Weg Richtung Köln – und dem Satz: „Let‘s go again“. Dennoch scheint Rose auf Nummer sicher zu gehen. Just in dem Moment, als sich die Mannschaft am Freitagabend auf den Weg ins Hotel nach Köln machte, folgte als Beifahrer im Privat-PKW Geburtstagskind Antonios Papadopoulos den beiden Bussen.

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Bei der Beantwortung der Frage, ob Hummels sofort voll belastet werden kann, haben die Mediziner ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, auch Hummels selbst wird befragt. „Er ist erfahren genug“, sagte Rose vor dem Duell des Fünften BVB beim Zweiten vom Bayer-Kreuz. Fakt sei aber: „Er hatte wenig Training und keine Vorbereitung. Dennoch müssen wir ihn jetzt nach und nach integrieren.“

BVB-Vorbereitung geht auch während der Saison weiter

Für Hummels werde er „eine eigene Vorbereitung mitten im normalen Betrieb basteln.“ Dass der 32-Jährige schon seit einigen Monaten mal mehr, mal weniger Probleme mit der gereizten Sehne hat und einen elfminütigen Comeback-Versuch beim Spiel in Freiburg mit einer erneuten Zwangspause bezahlte, hängt wie ein Damokles-Schwert über der Entscheidung.

Die Vorbereitung war Stückwerk, auch in der ersten Saisonphase steht Rose unter einem permanenten Zwang der Improvisation. Mit den wenigen Spielern, die in den vergangenen zwölf Tagen in Dortmund waren, habe er „einige Dinge aufarbeiten“ können, meinte der Trainer tapfer. Doch die geregelte Vorbereitung auf das Spiel am Samstag beschränkte sich auf eine Einheit am Donnerstag und das Abschlusstraining am Freitag. Dass Probleme aus einer zerstückelten Vorbereitung spätestens mit dem Ende der ersten Länderspiel-Phase abgearbeitet sein sollten, sei eine schöne Theorie. „Aber wir werden noch eine ganze Weile damit zu tun haben.“

Borussia Dortmund setzt auf die Tore von Erling Haaland

Nur ein paar Beispiele: Die Abwehr stellt sich innen wie außen quasi von alleine auf. Das gilt auch für die Halbpositionen davor. Julian Brandt dürfte an ehemaliger Wirkungsstätte eine Startelf-Chance bekommen, weil Rose auch dort nach Reynas Verletzung die Alternativen ausgehen. Dass Brandt noch mit den Nachwirkungen einer zweiwöchigen Quarantäne kämpft, darf keine Rolle spielen, dass Erling Haaland in drei WM-Qualifikationsspielen innerhalb von sechs Tagen quasi durchspielte, nahm Rose mit einer gehörigen Portion Sarkasmus hin. „Für ihn ist jedes Tor, das er erzielt, eine Form von Regeneration.“ Gut für den BVB: Haaland erzielte gleich fünf. Der Norweger saß ebenso im Bus Richtung Köln wie alle weiteren späten Rückkehrer. Einzig Roman Bürki und Marcel Schmelzer verließen das Trainingsgelände in ihren Privatwagen.

Gegner Leverkusen kämpft mit ähnlichen Problemen wie die Borussia, das sorgt für annähernd gleiche Verhältnisse auf dem Rasen. Rose erwartet ein „Duell auf Augenhöhe“. An der hohen Qualität im Kader der Gastgeber werde man sich messen lassen, verspricht Rose vor dem Westduell. Tempo und Umschaltspiel haben den Dortmunder Trainer ebenso beeindruckt wie die hohe Aggressivität der Werkself gegen den Ball. „Wir müssen und wollen dagegenhalten, wollen unsere Qualität zeigen.“

BVB-Profis können Marco Rose ein passendes Geschenk machen

In welchem Maß das gelingt, wird mit darüber entscheiden, wie die Stimmung abends auf der kleinen Geburtstagsfeier des BVB-Trainers sein wird. Marco Rose wird am Samstag 45 Jahre alt. Welches Geschenk er sich von seiner Mannschaft wünscht, lässt sich leicht erraten.

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BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe
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Premium-Jahrgang 1981. Besetzte im Mittelfeld von Rot-Weiß Unna die Acht, bevor die Position überhaupt erfunden wurde. Studium der Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, anschließend ablösefreier Wechsel zu Lensing Media. Im BVB-Team polyvalent einsetzbar.
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Florian Groeger

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