BVB-Innenverteidiger Manuel Akanji über Rassismus, seine Leistungen und die BVB-Saison

Borussia Dortmund

Manuel Akanji ist schon früh mit Rassismus in Kontakt gekommen. Er sagt: „Man sollte Hatern keine Plattform bieten“. Zudem spricht er über Kritik an seiner Person und einen emotionalen Tag.

Dortmund

, 09.12.2019, 19:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Innenverteidiger Manuel Akanji über Rassismus, seine Leistungen und die BVB-Saison

Manuel Akanji kam schon früh mit Rassismus in Kontakt. © Guido Kirchner

Die italienische Tageszeitung „Corriere dello Sport“ hat zuletzt eine Rassismus-Debatte im italienischen Fußball entfacht, als sie Romelu Lukaku (Inter Mailand) und Chris Smalling (AS Rom) unter der Überschrift „Black Friday“ abbildeten. Doch nicht nur in Italien werden dunkelhäutige Spieler manchmal mit rassistischen Äußerungen konfrontiert. Auch in den sozialen Medien gibt es solche Stimmen, wie BVB-Verteidiger Manuel Akanji erfahren musste.

In den sozialen Netzwerken wurde Akanji rassistisch beleidigt

Im Interview mit dem Schweizer Medium „Blick“ sagte Akanji, dass auch er in seiner Karriere schon rassistisch beleidigt worden sei. „Wenn sich die anderen mit 13, 14 nicht mehr fußballerisch wehren konnten, kamen die rassistischen Sprüche“, so Akanji. Er selbst habe versucht, sich auch mit Worten zu wehren. Heute, in der Bundesliga, würde es diese Probleme weniger geben.

BVB-Innenverteidiger Manuel Akanji über Rassismus, seine Leistungen und die BVB-Saison

Akanji sagt: „Man sollte Hatern keine Plattform bieten. Wenn es Kommentare unter der Gürtellinie sind, dann musste ich auch schon etwas löschen oder blockieren.“ © Guido Kirchner

„Aber auf Social Media, da werde ich öfters rassistisch beschimpft. Es ist unglaublich, wie einige Menschen ihre Aggressionen über uns ausschütten. Anonym und ohne Konsequenzen. Ich bin überzeugt, sie würden sich nicht trauen, es dir ins Gesicht zu sagen.“ Reagieren will Akanji auf solche Nachrichten nicht. Er sagt: „Man sollte Hatern keine Plattform bieten. Wenn es Kommentare unter der Gürtellinie sind, dann musste ich auch schon etwas löschen oder blockieren.“

BVB-Profi Akanji ordnet seine eigenen Leistungen ein

Die Saison beim BVB betrachtet Akanji bisher als „ganz okay“. Der Start sei holprig gewesen. Aber er erinnert an die vergangene Spielzeit. „Da hatten wir neun Punkte Vorsprung auf Bayern und holten nachher nichts mehr. Wenn wir es nun umgekehrt machen und in der Rückrunde aufdrehen, hat keiner etwas dagegen. Und ich bleibe optimistisch, dass es so kommt und wir werden bis zum Schluss alles geben.“

Die Kritik an seiner eigenen Person ordnet er auch in den Kontext der Mannschaft ein: „Ich glaube nicht, dass ich bisher nur schlecht gespielt habe. Aber in der letzten Saison war es auch einfacher für mich. Wenn es bei der Mannschaft läuft, sieht man automatisch auch besser aus.“

Der Besuch in der Kinderklinik hat Akanji berührt

Ein Besuch, der Akanji im Kopf geblieben ist, ist der in der Dortmunder Kinderklinik Anfang Dezember. „Wir sahen Zwölfjährige, die schon ihre Hüfte richten lassen mussten. Einer hatte eine verkürzte Achillessehne, konnte seinen Fuß nicht strecken. Wieder andere konnten kaum hören. Kinder, wir reden von Kindern. Das nimmt einen schon sehr mit, wenn man das sieht.“

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