BVB-Kader rückt zusammen: In den USA nimmt die Vorbereitung zwischenmenschlich Fahrt auf

rnKennenlernen der Neuzugänge

Die Architektur im Dortmunder Kader hat sich im Sommer verändert, ebenso die Zielsetzung. Während der USA-Reise gibt es Zeit zum Kennenlernen. Es treffen spannende Charaktere aufeinander.

Dortmund

, 15.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Zehn Stunden auf dem Flug nach Seattle und fünf Tage eng beisammen in den USA, das ergibt viel Zeit, die Borussia Dortmunds neue Mannschaft auf dem Trip in die Staaten miteinander verbringt. Sportlich muss das Trainerteam um Lucien Favre wertvolle Trainingsinhalte unterbringen. Zwischenmenschlich bringt diese knappe Woche die erste intensive Gelegenheit für die nahezu komplette und neu formierte schwarzgelbe Truppe, sich näher kennenzulernen, Gedanken auszutauschen, einen Teamgeist zu entwickeln.

Denn auch wenn es relativ leicht fallen dürfte, die Neuzugänge zu integrieren, weil sie entweder Deutsch sprechen oder leicht Anschluss finden, muss sich die große Gruppe erst einmal finden und sortieren.

Ärger über die verpasste Deutsche Meisterschaft ist verflogen

In der Sommerpause hat sich bei einigen Borussen die Gemütslage von Frust zu Lust gewandelt. Vom Ärger über die verpasste Deutsche Meisterschaft hat sich die Mannschaft erstaunlich schnell erholt. Dazu mögen auch die vielversprechenden Transfers ihren Teil zu beigetragen haben. Nun geht der Blick schnell nach vorne.

BVB-Kader rückt zusammen: In den USA nimmt die Vorbereitung zwischenmenschlich Fahrt auf

„Wie jedes Jahr ist die Lust jetzt riesengroß, die Vorfreude, die Jungs wiederzusehen“, sagte Kapitän Marco Reus bei seinem Trainingsstart. © imago

Reus ist einer der ausschlaggebenden Faktoren für die Anwerbung der Neuzugänge gewesen. Julian Brandt und Nico Schulz wird er mit all den Besonderheiten und Abläufen bei Borussia Dortmund bekanntmachen. „Marco ist nicht nur einer der besten Spieler, mit denen ich je zusammengespielt habe“, erklärte Schulz, „sondern auch eine Persönlichkeit auf und neben dem Platz.“

55 Borussen sind in den USA unterwegs

Ein paar Dortmunder Spieler kannte der ehemalige Hoffenheimer lediglich vom Sehen, einige andere persönlich. Die ersten Tage seien dann immer noch sehr aufregend, wenn man alles neu kennenlerne. Wie bei jedem Arbeitsplatz-Wechsel, vielleicht sogar noch mehr in dieser besonderen Konstellation einer Profifußball-Mannschaft. 55 Köpfe umfasst der BVB-Tross in den nächsten Tagen.

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Viele Augen werden auch auf Julian Brandt ruhen. Botschafter Reus hat viele Gespräche mit dem Nationalmannschaftskollegen geführt, „um ihn vom BVB zu überzeugen“. Er habe ihm, sagte Reus, „einfach erklärt, dass hier alles gegeben ist, was er braucht. Das Umfeld, die Art, wie er gerne Fußball spielt.“ Brandt ist nicht nur ein herausragender Kicker, er gilt auch als durchaus tiefgründiger Fußballer, der nun allmählich in die schwarzgelbe Welt eintauchen wird.

Favre kennt Schulz und Hazard aus Gladbacher Zeit

Auch dem Trainerteam bietet die USA-Reise, sei sie sportwissenschaftlich wegen der Zeitverschiebung und der vielen weiten Flüge auch fragwürdig, die Option, mit den Neuankömmlingen warm zu werden. Vorstellungsrunden braucht es dazu nicht. Cheftrainer Lucien Favre kennt zum Beispiel Schulz und Thorgan Hazard aus seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach, sein Co-Trainer Manfred Stefes hat noch deutlich länger mit Hazard auf dem Platz gestanden.

Der Belgier trifft in seinem Landsmann Axel Witsel außerdem noch einen engen Vertrauten. Bereits nach dem letzten Bundesliga-Spieltag standen die beiden Kollegen aus dem Kader des WM-Dritten lange beieinander und tauschten mehr als Oberflächlichkeiten aus.

Witsel spielt entscheidende Rolle im Kader

Witsel, den der junge Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou als seinen „tonton“, also als seinen Onkel bezeichnete, kommt die Aufgabe zu, neben den frankophonen Mitspielern nun also auch Hazard mit dem BVB vertraut zu machen.

BVB-Kader rückt zusammen: In den USA nimmt die Vorbereitung zwischenmenschlich Fahrt auf

90 Minuten in Schweinberg - 45 davon als Spielführer: Mats Hummels nimmt im BVB-Kader eine bedeutende Rolle ein. © imago

Wie sich er und die anderen Führungsspieler miteinander arrangieren, das wird eine spannende Beobachtung sein. Marco Reus als „Kapitän unter Kapitänen“ ist der Chef, bisher bestand der Mannschaftsrat außerdem noch aus Marcel Schmelzer, Lukasz Piszczek, Julian Weigl, Thomas Delaney und Manuel Akanji.

Hummels und Favre - eine interessante Kombination

In Mats Hummels kehrte eine voraussichtlich zentrale Führungsfigur zurück. Beim lockeren Testkick am Freitagabend in Schweinberg streifte sich der Innenverteidiger und Kapitän bis 2016 wie selbstverständlich wieder die Binde des Spielführers über den Oberarm. Der meinungsstarke Hummels und der diskrete Favre, auch das ergibt eine interessante Kombination.

Nach etwas mehr als zehn Tagen mit zeitverzögertem Einstieg vieler Spieler nimmt die BVB-Vorbereitung nun also richtig Fahrt auf. Auf dem Rasen, aber ganz sicher auch am Gepäckband, im Bus und in den Hotellobbys in den USA.

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