BVB-Kaderplanung schreitet zügig voran - Balerdi auf dem Sprung

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Meunier und Bellingham da, vier Spieler weg: Beim BVB schreitet die Kaderplanung trotz der Corona-Krise zügig voran. In Leonardo Balerdi könnte bald ein weiterer Abgang feststehen.

Dortmund

, 18.07.2020, 11:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für den Wunschtransfer unterbrach Michael Zorc sogar den Urlaub. Am Donnerstag finalisierte der BVB-Sportdirektor die Verpflichtung Jude Bellinghams von Birmingham City. Es war bereits die sechste Personalentscheidung, die in diesem Sommer bei Borussia Dortmund gefallen ist.

Für Jude Bellingham greift der BVB tief in die Tasche

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Auf der Zugangsseite stehen Thomas Meunier, der Belgier kommt ablösefrei von Paris Saint-Germain, und eben jener Bellingham bereits fest, das 17-jährige England-Juwel wechselt für eine Sockelablöse in Höhe von 23 Millionen Euro aus der zweiten englischen Liga zum BVB.

Auf der Abgangsseite wurde bislang bei vier Spielern Klarheit aus BVB-Sicht geschaffen: Mario Götze verlässt Borussia Dortmund ablösefrei in Richtung unbekannt. Ömer Toprak wechselt für rund vier Millionen Euro Ablöse fest zu Werder Bremen. Jeremy Toljans Leihe zu Sassuolo Calcio wird verlängert, in näherer Zukunft greift dann eine Kaufverpflichtung für den Klub aus der italienischen Serie A - und der BVB kassiert fünf Millionen Euro Ablöse für den Außenverteidiger. Andre Schürrle, der seine Karriere am Freitag offiziell für beendet erklärte, hat seinen ursprünglich noch ein Jahr laufenden Vertrag bei Borussia Dortmund gegen Zahlung einer millionenschweren Abfindung vorzeitig aufgelöst.

Leonardo Balerdi auf dem Sprung vom BVB zu Olympique Marseille

In Leonardo Balerdi könnte bald ein weiterer Abgang bekannt gegeben werden. Die französische Sport-Tageszeitung „L’Équipe“ berichtete am Freitag, Balerdis Wechsel zu Olympique Marseille sei so gut wie perfekt. Der 21-jährige Argentinier wechsle zunächst für eine Saison auf Leihbasis zum französischen Vizemeister, danach verfüge Olympique über eine Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro.

Nach Informationen der Ruhr Nachrichten ist ein möglicher Transfer zwar noch nicht so weit fortgeschritten, wie in Frankreich berichtet wird, aber zumindest das Interesse Marseilles am zweimaligen argentinischen Nationalspieler, der im Januar 2019 für 15,5 Millionen Euro von den Boca Juniors zum BVB wechselte und bislang noch nicht nachhaltig überzeugen konnte, ist inzwischen offiziell bei den Dortmunder Verantwortlichen hinterlegt.

Hertha BSC zeigt weiterhin Interesse an BVB-Allrounder Wolf

Während bei Balerdi die heißeste Spur an die französische Mittelmeerküste führt, gilt bei Marius Wolf nach wie vor Berlin als wahrscheinlichstes Ziel für die nächste Saison. Hertha BSC und Borussia Dortmund werden in absehbarer Zeit noch einmal über einen Wolf-Transfer sprechen, die Hertha hat durchaus Interesse, die Zusammenarbeit mit dem Flügelstürmer, der in der vergangenen Saison auf Leihbasis für die „Alte Dame“ kickte, auszudehnen. Stand jetzt kehrt Wolf, der in Dortmund noch einen gültigen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 besitzt und derzeit eine Sprunggelenksverletzung auskuriert, allerdings erst einmal zum BVB zurück.

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Und dann wären da noch drei weitere Leihspieler, die allesamt noch ein Jahr Vertrag haben in Dortmund, in puncto Gehalt aber nicht die ganz großen Kostenfaktoren darstellen. Sergio Gomez, der mit SD Huesca den Ausftieg in die Primera Division perfekt gemacht hat, spielt erst einmal die Saison zu Ende (Leihe für einen Monat verlängert), danach wird besprochen, wie es weitergeht. Die Dortmunder Eigengewächse Felix Passlack, zuletzt Stammspieler in der niederländischen Eredivisie bei Fortuna Sittard, und Dzenis Burnic, jüngst mit Dynamo Dresden aus der zweiten Liga abgestiegen, werden zunächst am 30. Juli mit in die BVB-Vorbereitung starten, falls sie bis dahin keinen neuen Klub gefunden haben.

BVB-Verbleib von Schulz und Delaney ist sehr wahrscheinlich

BVB-Sportdirektor Zorc erklärte jüngst im Interview mit den Ruhr Nachrichten, dass die enge Terminierung in der kommenden Saison bei der Kaderplanung berücksichtigt werden müsse. Der Kader sei in der vergangenen Saison allerdings auch „nicht zu klein“ gewesen.

Jude Bellingham und die zurückkehrenden Leihspieler mit eingerechnet, zählt der Dortmunder Kader aktuell 30 Profis. Durchaus möglich ist daher, dass der BVB den Kader noch weiter ausdünnt. Mahmoud Dahoud gilt - spätestens seit der Bellingham-Verpflichtung - als Verkaufskandidat, wenn das Angebot stimmt. Tobias Raschl, wie Burnic und Passlack ein BVB-Eigengewächs, könnte ein Kandidat für ein Leihgeschäft werden, um auf höherem Niveau als der Regionalliga West Spielpraxis zu sammeln. Bei Nico Schulz, der nach Marcel Schmelzers Knieverletzung erste Alternative auf der linken Seite ist, und Thomas Delaney, der dem Dortmunder Spiel neben einer fußballerischen auch eine kämpferische Note verleihen kann, gelten Wechsel in diesem Sommer eher als unwahrscheinlich.

Jadon Sancho: Borussia Dortmund oder Manchester United?

Alles Weitere hängt entscheidend von Jadon Sanchos Zukunft ab. Falls der BVB-Topscorer der vergangenen Spielzeit noch einen Verein findet, der 120 Millionen Euro Ablöse für ihn bezahlt, wird Borussia Dortmund in der Offensive auf jeden Fall noch einmal nachlegen. Falls nicht, stellt sich für die Verantwortlichen eigentlich nur noch die Frage, ob ein gelernter Stürmer im Kader reicht, um in der nächsten Saison einen neuen Angriff auf den FC Bayern München zu starten. Erst einmal geht es aber so oder so darum, Transfererlöse zu erzielen, und nicht darum, nach den Bellingham-Millionen weiteres Geld auszugeben.

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