Nationalmannschaft

BVB-Kapitän Reus trifft bei DFB-Kantersieg – auch Hummels verabschiedet Löw

Die deutsche Nationalmannschaft feiert bei der Verabschiedung von Jogi Löw einen Kantersieg gegen Liechtenstein. Marco Reus erzielt einen Treffer und auch BVB-Abwehrchef Mats Hummels ist dabei.
Auch BVB-Abwehrchef Mats Hummels war bei der Verabschiedung von Jogi Löw in Wolfsburg zugegen. © picture alliance/dpa/GES-Sportfoto

Am Donnerstagabend wurde in Wolfsburg dann endlich Fußball gespielt. Es waren unruhige Tage zuvor, in denen das Coronavirus im Quartier der Nationalmannschaft seine Aufwartung machte und der neue Bundestrainer Hansi Flick eine fünfköpfige Reisegruppe aus München wieder verabschieden musste, kaum dass er sie am Montag willkommen geheißen hatte – wodurch die offizielle Verabschiedung des Weltmeister-Bundestrainers Joachim Löw in den Tagen danach irgendwie komplett in den Hintergrund rückte.

DFB-Team verabschiedet Jogi Löw in Wolfsburg

Ganz zu schweigen vom WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein, das den Rahmen dieser Verabschiedung bilden sollte, über das aber ansonsten sehr bald nicht mehr gesprochen werden wird. Denn dank der makellosen Flick-Bilanz seit der Übergabe des Staffelstabs vom Chef an den einstigen Assistenten ist die deutsche Nationalmannschaft ja schon für die WM in Katar qualifiziert, die in genau 375 Tagen beginnt.

„Ein wenig hektisch“, hat Flick schmunzelnd gesagt, sei es nach dem Corona-Fall von Niklas Süle an der Rezeption des Teamhotels gewesen. Einchecken und Auschecken im Minutentakt, acht Spieler verließen das Quartier, drei wurden nachnominiert. Und bis zum Mittwoch musste Flick auf den täglichen Pressekonferenzen auf Fragen antworten, die nur wenig mit Fußball zu tun hatten. Zum Thema Impfen, zum Umgang des Profifußballs mit der Pandemie.

DFB-Trainer Flick nimmt Kimmich in Schutz und in die Pflicht

Flick machte seine Sache ordentlich, er nahm Joshua Kimmich, den mittlerweile prominentesten Nicht-Geimpften Deutschlands, sowohl in Schutz als auch irgendwie in die Pflicht. Der einzige Weg aus der Pandemie, sagte Flick nämlich, sei das Impfen.

Zu Joachim Löw wurde dessen Nachfolger eher am Rande befragt. Für Löw endete eine Ära, in der er den deutschen Fußball prägte wie kaum einer seiner Vorgänger, im Vorprogramm eines bedeutungslosen Spiels in einer Stadt, in der zu Champions-League-Spielen des örtlichen Bundesligisten auch mal nur 10.000 Zuschauer kommen. Manche hielten das im Vorfeld für einen unwürdigen Rahmen angesichts seiner Verdienste. Selbst die würden das vielleicht so sehen, die Löws Rückzug schon vor mindestens drei Jahren für überfällig gehalten haben. Aber, so war aus dem DFB zu vernehmen, Mitte November in Wolfsburg beim Spiel gegen einen Gegner aus den Niederungen der Fifa-Weltrangliste verabschiedet zu werden, das sei für Löw nach eigener Aussage „völlig okay“.

Ex-Bundestrainer Jogi Löw verabschiedet: Verdienste sind unbestritten

In der Tat hielt Löw vier Monate nach dem tristen Ende seiner DFB-Laufbahn die „große Bühne“ wohl für unangemessen. Seine Verdienste aus 15 Jahren Tätigkeit sind nichtsdestotrotz unbestritten. Nur drei seiner Vorgänger in der langen Trainer-Geschichte des DFB machten Deutschland zum Fußball-Weltmeister, 2017 gewann Löw auch noch den Confed-Cup.

Nach seinem größten Triumph, 2014 in Rio, mehrten sich allerdings die Stimmen, Löw habe aus dieser goldenen Generation noch zu wenig herausgeholt. Das bezog sich vor allem auf das Halbfinal-Scheitern bei der EM 2012 und wurde wieder aufgewärmt, als auch 2016, auf dem Höhepunkt der Generation um Thomas Müller, bei der EM in Frankreich ebenfalls im Halbfinale Schluss war.

Auch BVB-Abwehrchef Mats Hummels verabschiedet Löw

Kaum 60 Sekunden dauerte das Prozedere auf dem Rasen. Ehemalige Weggefährten wie Lukas Podolski, Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger und auch Mats Hummels waren gekommen und bildeten ein Spalier. Mit seinem langjährigen Kapitän Manuel Neuer gab es immerhin noch eine schnelle Umarmung. Dann war sie endgültig vorbei, eine der erfolgreichsten Trainer-Laufbahnen im deutschen Fußball-Bund.

Auf der Tribüne sah Löw, der klimagerecht mit dem Zug in die Autostadt Wolfsburg gereist war, wie seine ehemaligen Schützlinge gegen den 190. Weltrangliste schnell für klare Verhältnisse sorgten – zumal sich Liechtenstein auch noch früh selbst dezimierte, als Jens Hofer mit gestrecktem Bein voraus den Hals von Leon Goretzka traf. Rot und Elfmeter, dem sicher verwandelten Strafstoß von Ilkay Gündogan (8.) folgten in schneller Folge drei weitere Treffer. Leroy Sané (22.) und BVB-Kapitän Marco Reus (23.) trafen, dazu gab es zuvor ein Eigentor von Kaufmann (20.).

Den Rest erledigte Deutschland mit gebremstem Schaum. Liechtenstein, das Anfang September das 0:2 im Hinspiel noch wie einen Sieg feierte, wehrte sich tapfer. Weitere Tore von Sané (49.), Thomas Müller (76.) und Ridle Baku (80.) zum 7:0 fielen aber fast zwangsläufig. Thomas Müller (86.) und ein Eigentor (89.) sorgten schließlich für den 9:0-Endstand. Auch Löw auf der Tribüne klatschte am Ende anerkennend Beifall.

Alle weiteren Länderspiel-Termine mit BVB-Beteiligung im Überblick:

Julian Brandt, Marco Reus (Deutschland)

  • 14. November, 20.45 Uhr: Armenien – Deutschland (WM-Qualifikation)


Ansgar Knauff (Deutschland U21)

  • 12. November, 18.15 Uhr: Deutschland – Polen (EM-Qualifikation)
  • 16. November, 18.15 Uhr: Deutschland – San Marino (EM-Qualifikation)


Axel Witsel, Thorgan Hazard, Thomas Meunier (Belgien)

  • 13. November, 20.45 Uhr: Belgien – Estland
  • 16. November, 20.45 Uhr: Wales – Belgien


Manuel Akanji (Schweiz)

  • 12. November, 20.45 Uhr: Italien – Schweiz (WM-Qualifikation)
  • 15. November, 20.45 Uhr: Schweiz – Bulgarien (WM-Qualifikation)


Donyell Malen (Niederlande)

  • 13. November, 20.45 Uhr: Montenegro – Niederlande
  • 16. November, 20.45 Uhr: Niederlande – Norwegen



Jude Bellingham (England)

  • 12. November, 20.45 Uhr: England – Albanien (WM-Qualifikation)
  • 15. November, 20.45 Uhr: San Marino – England (WM-Qualifikation)


Marin Pongracic (Kroatien)*

  • 14. November, 20.45 Uhr: Kroatien – Russland (WM-Qualifikation)

*Kroatien traf am Donnerstagabend zudem noch auf Malta. Beim 7:1-Erfolg war Marin Pongracic aber nicht Teil des Kaders.

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