BVB-Krisensitzung im Stadion - Lucien Favre fährt erst um 1.23 Uhr nach Hause

rnBorussia Dortmund

Beim BVB gibt es nach dem peinlichen 3:3 gegen Paderborn reichlich Redebedarf. Erst drei Stunden nach dem Abpfiff verlassen Trainer Lucien Favre und Kapitän Marco Reus den Signal Iduna Park.

Dortmund

, 23.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu diesem Zeitpunkt hatten die frustrierten Fans das Stadion längst verlassen. Mit einem gellenden Pfeifkonzert hatten die BVB-Anhänger die Spieler regelrecht in die Kabine getrieben - dort bestand dann Redebedarf.

Erst um 1.18 Uhr trafen nacheinander der Trainerstab um Lucien Favre und seine Assistenten Edin Terzic und Matthias Kleinsteiber sowie Kapitän Marco Reus und dessen Stellvertreter Lukasz Piszczek am ehemaligen Trainingsgelände „Im Rabenloh“ ein, um mit ihren Privatwagen nach Hause zu fahren. Favre verabschiedete sich fünf Minuten später mit einem „Au revoir“ in die - für ihn wahrscheinlich unruhige - Nacht.

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Offenbar hatte man zuvor mehr als zwei Stunden die Köpfe zusammengesteckt und die schwierige Situation analysiert. Nach dem 3:3 rückt das zu Saisonbeginn formulierte Titelziel in ganz weite Ferne.

Favre: „Das war eine desaströse erste Halbzeit von uns“

Favre hatte direkt nach den ernüchternden 90 Minuten auf der Pressekonferenz klare Worte gefunden: „Das war eine desaströse erste Halbzeit von uns“, gestand der BVB-Trainer.

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Erklären konnte sich der Schweizer das kollektive Versagen seiner Mannschaft nicht. Er hatte sie doch eigentlich ganz anders eingestellt. Gerade nach dem 0:4 von München wollten sie mutiger, bissiger und vor heimischem Publikum dominanter auftreten. Der kleine SC Paderborn schien da gerade recht zu kommen, um sich vom Bayern-Schock zu erholen.

Favre stellt sich vor seine Profis

Doch dann das: „Die Aggressivität hat uns gefehlt, wir waren nicht gut in der Balleroberung. Es war zu einfach, Dribblings gegen uns zu machen, wir haben zu viele unnötige Fehler gemacht.“ Und die Auswechslungen von Nico Schulz und Mahmoud Dahoud nach 45 Minuten seien „einfach nötig“ gewesen. Klare Ansage.

Was als schonungslose Kritik am Team begann, mündete aber plötzlich in schützenden Worten: Favre stellte sich auch nach diesem erschreckenden 3:3 noch vor seine Profis. „Wir sind zurückgekommen, das ist das Positive heute, wir haben eine Reaktion gezeigt“, betonte er. Und nein, im Stich gelassen gefühlt von seiner Auswahl habe er sich nicht. Trotz des Desasters im ersten Durchgang.

Favre will „immer positiv denken“

In der Halbzeit habe er der Mannschaft „gesagt, dass noch alles möglich ist. Ich habe daran geglaubt, dass wir noch gewinnen können. Ich probiere immer positiv zu denken.“ Nach dieser Darbietung gegen Paderborn dürfte das den BVB-Fans und auch den Bossen des Klubs dagegen sehr schwer fallen. Die nächtliche Krisensitzung im Stadion dürfte nicht die letzte Aufarbeitung der misslichen Lage in Dortmund bleiben.

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