Borussia Dortmund hat rund 500 Dauerkarten-Inhabern gekündigt, weil sie ihr Ticket zu selten genutzt haben. Damit geht der BVB wie angekündigt aktiv gegen die „No-show“-Rate vor. Teurer werden die Dauerkarten 2019/20 nur geringfügig. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Dortmund

, 29.05.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Europaweit ist Borussia Dortmund die Nummer eins im Sport, was die Zuschauerzahlen betrifft. 80.841 Fans sahen im Schnitt die 17 Bundesliga-Heimspiele in der abgelaufenen Spielzeit – mehr als bei jedem anderen Klub des Kontinents. Zwölf Spiele galten offiziell als ausverkauft, doch auch bei diesen Partien blieben Plätze frei, weil Dauerkarten-Inhaber nicht erschienen.

Erstmals reagierte der BVB auf diese „No-show“-Rate und kündigt in diesen Tagen rund 500 Abonnenten, weil sie weniger als sieben Spiele gesehen haben. Das bestätigte der BVB dieser Redaktion und erklärte die Hintergründe. Die wichtigsten Fragen und Antworten.


Was bedeutet die „No-show“-Rate?

Vor der Saison legte Borussia Dortmund gemeinsam mit der Fan- und Förderabteilung und dem Fanrat den Plan vor, regelmäßig abwesenden Dauerkarteninhabern ihr Abonnement zu kündigen. Der Klub will nicht nur auf dem Papier ein volles Haus haben, sondern auch ganz real. Und Tausende Fans hätten gerne Karten, kommen aber an keine Tickets ran. Da sind nicht genutzte Jahrestickets ein Ärgernis und nicht fair den anderen Interessenten gegenüber.

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Wann gilt eine Dauerkarte als nicht ausreichend genutzt?

Vor der Spielzeit verkündete der BVB, man müsse als Mindestanforderung bei 10 von 17 Partien die Dauerkarte nutzen. „Jetzt sind wir den Fans noch weiter entgegengekommen“, erklärt Carsten Cramer, Direktor Vertrieb & Marketing. Man habe die Messlatte aus Kulanz bei der ersten Bereinigung tiefer gelegt. Wessen Karte allerdings weniger als sieben Mal eingesetzt wurde in der Spielzeit 2018/19, der bekommt in diesen Tagen von Borussia Dortmund eine ordentliche Kündigung. Cramer sagt zu, dass sich der BVB die Rückmeldungen der Fans wegen etwaiger Härtefälle anschaut.


Was kann ich tun, wenn ich weiß, dass ich meine Dauerkarte nicht häufig genug nutzen kann?

Der grundsätzliche Tipp von Borussia Dortmund: „Bereits das Einstellen der BVB-Dauerkarte in unseren eigenen offiziellen Zweitmarkt gilt als Nutzung“, berichtet Cramer. Wer nicht zum Spiel kommen und die Karte nicht weitergeben kann, sollte sie also anderen anbieten. Egal ob sie dann genutzt wird oder nicht, gilt das Spiel nicht mehr als „nicht erschienen“. Ausnahme: Karten für die Südtribünen-Blöcke 12 und 13 und VIP-Tickets können nicht im Zweitmarkt angeboten werden.


Wie ist die Zahl der „No shows“ einzuschätzen?

Bei seinen 55.500 Dauerkarten, die der BVB restlos absetzt, machen 500 Dauerkarten-Muffel weniger als ein Prozent aus. Aber auf der Warteliste für ein Saisonticket stehen zig Tausende Namen. Einige von ihnen können sich also auf eine neue Dauerkarte freuen. Bundesweit gibt es Studien zufolge sogar eine „No show“-Rate von zehn Prozent und mehr.


Wie hat sich die „No Show“-Rate im Vergleich zur Vorsaison entwickelt?

Beim BVB blieben in der sportlich äußerst attraktiven Spielzeit 2018/19 sicher weniger Plätze frei als im Jahr zuvor. In den Anschreiben an die Dauerkarteninhaber hat der BVB explizit darauf hingewiesen, im kommenden Jahr noch rigoroser gegen Abwesende vorzugehen und die Mindestzahl besuchter Spiele auf zehn Partien festzulegen. „Bereits in dieser Saison konnten wir feststellen, dass die „No show“-Quote spürbar zurückgegangen ist“, sagt Cramer. „Uns geht es darum, dass möglichst kein Platz leer bleibt.“


An wen darf man seine Dauerkarte weitergeben?

„In Einzelfällen“, so heißt es, darf die Dauerkarte weiterhin an Verwandte, Bekannte etc. weitergereicht werden, solange damit nicht gegen die AGB, die Stadionordnung oder andere Einschränkungen verstoßen wird.


Werden die Dauerkarten teurer?

Wie gehabt nur um die Inflationsrate, in diesem Fall sind das 1,8 Prozent.

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