BVB-Lazarett droht anzuwachsen - Schmelzer fit

Topspiel in München

Borussia Dortmund geht mit großen Personalsorgen in die finale Vorbereitung auf das Bundesliga-Topspiel beim FC Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr). Neben den Langzeitverletzten sind auch die Einsätze von Julian Weigl, Shinji Kagawa und Lukasz Piszczek fraglich. Auch Marc Bartra ist angeschlagen. Dafür kehrt Marcel Schmelzer zurück. Hier gibt's das Video sowie die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz mit Trainer Thomas Tuchel.

DORTMUND

, 07.04.2017 / Lesedauer: 4 min

Auf der Pressekonferenz sprach Thomas Tuchel über...

 

… die kritische Aufbereitung des Hamburg-Spiels mit der mangelhaften Chancenverwertung: "Ich habe das Spiel bisher nicht mit der Mannschaft, sondern mit mir selber und dem Trainerstab aufbereitet. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu streng werden. Da dürfen wir auch die Relationen nicht verlieren. Wir wünschen uns mehr Effektivität, Effizienz in unserem Spiel. Wir bemühen uns alle, viele Chancen herauszuspielen. Wir werden die Spieler nochmal daran erinnern. Aber es ist auch so, dass wir viele neugierige, kreative Spieler haben und keine Abschlussmaschinen, die Spieler sind eher prozessorientiert. Es kommt ihnen immer auch drauf an, dass es gut aussieht. In diesem April bekommen alle Spieler volle Unterstützung, positives Feedback, damit sie mutig bleiben."

… das Duell der Mittelstürmer Lewandowski und Aubameyang und deren Zenit: "Wir hoffen, dass Robert seinen Zenit überschritten hat und Auba noch Mega-Potenzial hat (lacht). Das sind zwei sehr unterschiedliche Stürmertypen. Es besteht für uns Anlass zu glauben, dass Auba nicht am Ende seiner Entwicklung steht und völlig unabhängig von seinem Alter die Möglichkeit hat, sich noch weiterzuentwickeln. Er trifft im zweiten Jahr hintereinander für uns unglaublich konstant. Robert trifft auch seit Jahren konstant, aus vielen unterschiedlichen Positionen. Er trifft beidfüßig, per Kopf, mittlerweile sogar bei Standardsituationen. Auba kann auch noch besser werden, noch effektiver, abgeklärter, noch besser im Kombinationsspiel."

… seine persönlichen Erlebnisse bei Spielen gegen die Bayern: "Der 1:0-Sieg in der Hinrunde war extrem wichtig, nachdem wir die Bayern unter Pep Guardiola zuvor nicht bezwingen konnten. Ich erinnere mich an meinen ersten Bundesliga-Sieg, das war gleich gegen die Bayern, in meinem dritten Spiel mit Mainz, am Bruchweg - es gibt Schlimmeres, als das zu feiern! Im Jahr darauf haben wir sogar bei den Bayern gewonnen, als wir mit sieben Siegen gestartet sind. Das erlebt zu haben, ermöglicht es dir, daran zu glauben, dass es wieder geht. Das war wichtig für meine Entwicklung als Trainer."

… eine mögliche Begegnung auf Augenhöhe: "Wenn ich vier Wochen Zeit mit meiner Mannschaft hätte, ohne Verletzungen, dann würde ich direkt Ja sagen. In dieser Phase aber, mit so vielen wichtigen Ausfällen, ist das viel schwieriger. Es gibt bei den Bayern einen großen Unterschied in der Ausstrahlung, schon im Kabinengang, wenn sie gegen Dortmund spielen. Das ist auch für sie sehr prestigeträchtig, das war auch sehr augenfällig, als wir dort vor eineinhalb Jahren hoch verloren haben, oder im Pokalfinale. Sie wollen uns auch so hoch wie möglich schlagen, um ein Zeichen zu setzen. Wir bestreiten das Spiel aus einer Außenseiterrolle heraus. Darin waren wir sehr stark in dieser Saison, in der Bundesliga und in der Champions League. Wir trauen uns zu, 90 Minuten auf Augenhöhe zu sein. Aber es wird schwer gegen die besten Bayern. Sie werden gegen uns mit einem anderen Spirit und einer anderen Mannschaft spielen als am Dienstag gegen Hoffenheim."

… das Rennen um die direkte Qualifikation zur Champions League: "Dieser ganze Weg ist erst zu Ende, wenn der 34. Spieltag gespielt ist. Wir müssen diese Saison Schritt für Schritt spielen. Am 33. Spieltag können wir Hochrechnungen anzustellen. Von Hoffenheim zum Beispiel bin ich überhaupt nicht überrascht. Die haben ein herausragendes Niveau. Zwei Spieler von denen wechseln zu Bayern, zu einem der weltbesten Klubs. Sie sind individuell stark, mannschaftlich stark, top trainiert, frei von Verletzungen, haben den absoluten Glauben und die Überzeugung, aus dieser Saison eine besondere zu machen. Auf diesem Weg werden sie weitermachen. Das ist eine ähnliche Ausgangslage wie bei Red Bull auch, und eine ganz andere als bei uns, mit den vielen neuen Spielern und den hohen Erwartungen. Wer auf Ursachenforschung geht, wird bemerkten, dass es sich nicht lohnt, einzelne Aspekte herauszusuchen. Wir wissen, wie viele Punkte wir holen wollen in dieser Saison. Es muss sich niemand dafür schämen, wenn die Dinge zäh aussehen und uns schwer fallen. Wir bleiben bei uns und auf unsere Ziele fokussiert."

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