Borussia Dortmund

BVB-Legende Lukasz Piszczek: „Diese Zeit werde ich nie vergessen“

Lukasz Piszczek beendet seine Karriere und bei Borussia Dortmund endet eine Ära. Die BVB-Legende blickt zurück und der Rechtsverteidiger verrät, was er besonders vermissen wird.
BVB-Legende Lukasz Piszczek hat sein letztes Spiel absolviert. © MoMue

Lukasz Piszczek hat Borussia Dortmund 11 Jahre lang die Treue gehalten. Nun ist Schluss. In einer Medienrunde sprach die BVB-Legende über die Karriere in Deutschland, Zukunftspläne und die schönsten Momente in schwarzgelb.

Das sagt BVB-Legende Lukasz Piszczek über…

…seine 14 Jahre in Deutschland: „Es fühlt sich ehrlich gesagt nicht so an. Ich weiß noch genau, wie ich in Berlin angekommen bin. Die Zeit ist rasend schnell vergangen, es waren sehr intensive Jahre mit vielen Erinnerungen, die hoffentlich noch lange in meinem Kopf bleiben werden.“

…Wehmut, dass es jetzt vorbei ist: „Es ist ein komisches Gefühl. Natürlich ist Wehmut dabei, die letzten Tage waren sehr emotional, auch das letzte Spiel. Der Pokalsieg war sicher der Höhepunkt, aber als ich am Samstag ins Stadion kam und auf die Südtribüne geblickt habe, war ich sehr bewegt. Die Botschaften der Fans kamen sehr überraschend, darauf bin ich wirklich stolz.“

…die letzten Saisonwochen: „Wir haben uns als Mannschaft zusammengerauft. Es war nicht einfach, und meine Rolle war die, dass ich einfach nochmal zeigen wollte, dass ich es noch kann.“

…den neuen „Geist“ in der Mannschaft: „Edin ist es sicher gelungen, uns als Team zusammenzuschweißen. Das hat er sehr gut hinbekommen. Man kann das aber nicht mit dem Zusammenhalt der Meistermannschaft vor zehn Jahren vergleichen, das war eine andere Zeit. Damals standen viele deutsche Spieler im Kader, heute sind viele Nationalitäten dabei. Auch das hat Edin gut hinbekommen. Fußballerisch haben wir nicht so sehr auf dieses Umschaltspiel gesetzt, wir haben nicht so von der Euphorie gelebt wie damals. Aber wir haben erkannt, dass es schwer ist, uns zu schlagen, wenn wir so auftreten wie zuletzt. Das hat uns Stärke gegeben.“

…11 Jahre Borussia Dortmund: „Diese Zeit werde ich nie vergessen, die Jahre waren besonders für mich. Es gibt so viele Erinnerungen, nicht nur die Titel. Das Champions-League-Finale zum Beispiel. Auch Niederlagen gehören dazu und machen diese elf Jahre besonders. Als kleines Kind in Polen hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mal bei einem solch großen Klub spiele.“

…sein Rezept, auch im höheren Alter konkurrenzfähig gewesen zu sein: „Wenn man älter wird, muss man mehr Zeit investieren. Ich habe fast vor jedem Training einen Termin mit den Physios gehabt, man muss sich im Laufe der Zeit sozusagen ein eigenes Team bauen, das einen unterstützt. Ich arbeite seit sechs Jahren mit einem Sportpsychologen zusammen. Das war ein großer Schritt für mich, aber er hat mir geholfen, auch mental immer auf der Höhe zu bleiben. Das Spiel ist athletischer geworden, die jungen Spieler machen Druck und sind sehr schnell. Da muss man einiges machen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

…Tränen nach dem Pokalfinale: „Es war ein sehr emotionaler Moment. Das besondere war auch, dass wir danach zehn Tage nicht zu Hause waren. Ich habe natürlich mit meiner Frau gesprochen, auch meine älteste Tochter versteht schon, was da bei mir los war. Die anderen beiden sind noch zu klein.“

…das, was er an Deutschland vermissen wird: „Die Interviews sicher nicht (lacht). Ich werde vor allem die Atmosphäre und die Fans vermissen, das tun wir ja schon seit einem Jahr. Ins Stadion einzulaufen, diese vielen Menschen zu sehen und die Energie zu spüren, die von der Südtribüne kam, das werde ich definitiv vermissen.“

…Gedanken, den BVB irgendwann zu verlassen: „Den Gedanken hatte ich tatsächlich nie. Es kann Situationen geben, wo das Sinn macht. Bei Kuba war das so. Ich hatte das Glück, dass ich zwar auch viele Trainer beim BVB hatte, die aber alle auf mich gesetzt haben. Von daher musste ich mit nie damit beschäftigen. Es mag andere Spieler geben, die sagen, sie wollen nochmal was anderes machen, ins Ausland gehen. Ich habe ja fast während meiner ganzen Karriere im Ausland gespielt (lacht).“

…Gedanken, noch ein Jahr dranzuhängen: „Nein, den gab es nicht. Es ist der richtige Zeitpunkt. Ich habe kurz mit dem Verein darüber gesprochen, aber wir waren alle der Meinung, dass es jetzt genau richtig so ist.“

…Glückwunsch-Nachrichten auf seinem Handy: „Es gab sehr viele, darüber habe ich mich sehr gefreut. Jürgen Klopp zum Beispiel hat mich beglückwünscht, er hat sich bedankt für die schöne gemeinsame Zeit.“

…seine Generation mit starken polnischen Spielern im Ausland: „Robert Lewandowski wird sicher noch ein paar Jahre seine 40 Tore pro Saison machen (lacht). Es war eine gute Generation. Aktuell gibt es sicher auch ein paar talentierte Jungs, die diesen Schritt auch machen wollen. Tymateusz Puchacz schließt sich jetzt Union Berlin an, er wird seinen Weg machen dort. Vielleicht schaffen es noch ein paar andere.“

…die Zukunft: „Ich brauche jetzt erst einmal Urlaub. Dann werde ich sicher schon bei meinem Heimatverein vorbeischauen, die Saison läuft da noch. Der Plan besteht weiter, dass ich dort noch ein bisschen weiterspiele und mich fit halte. Ansonsten habe ich schon ein paar Pläne für die weitere Zukunft, da will ich mir aber die Zeit nehmen, um mir darüber in Ruhe Gedanken zu machen.“

…eine Trainerkarriere: „Wenn ich das machen will, liegt noch ein langer Weg vor mir. Ich müsste ja erstmal die Lizenzen machen (lacht). Ich habe natürlich mit vielen Trainern gearbeitet und könnte da einige Erfahrung einbringen. Mal sehen.“

…die Frage, welche Sprache schwieriger zu erlernen ist, Deutsch oder Polnisch: „(lacht) Gute Frage! Ich habe meine Mitspieler immer auf Polnisch begrüßt, wenn ich zum Training in die Kabine kam. Die mussten also ein wenig üben. Also ich denke wirklich, dass Polnisch sehr schwer zu erlernen ist.“

…eine Rückkehr zum BVB: „Als Fan komme ich sicher nochmal zurück ins Stadion, wenn das wieder erlaubt ist. In anderer Funktion, darüber haben wir noch nicht gesprochen.“

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