Die BVB-Profis wollen auch gegen Bielefeld jubeln – aber noch nicht alle sind fit. © imago images/Laci Perenyi
Borussia Dortmund

BVB mit Personalnot: Ein Stammspieler fällt länger aus

Die Belastung bleibt hoch für Borussia Dortmund, die nächste Englische Woche steht an. Marco Rose würde gern rotieren. Doch die Möglichkeiten für den Trainer sind begrenzt. Ein Stammspieler fällt länger aus.

Schon eine ganze Weile liegt der letzte Einsatz von Giovanni Reyna für Borussia Dortmund zurück. Das BVB-Trikot trug der 18-jährige US-Amerikaner zuletzt am 27. August beim 3:2 gegen die TSG Hoffenheim. Anfang September reiste er zur Nationalmannschaft und kehrte vorzeitig, weil verletzt, zurück. Die vom US-Verband diagnostizierte Zerrung korrigierte der BVB nach den eigenen Untersuchungen. Er hoffe, teilte Trainer Marco Rose seinerzeit mit, dass Reyna „nach den nächsten Länderspielen wieder dabei ist.“ Die fanden Anfang Oktober statt.

Comeback von BVB-Profi Reyna verschiebt sich noch

Doch ein Comeback ist weiterhin nicht in Sicht. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten verpasst Reyna, in den ersten fünf Pflichtspielen der Saison immer Startelf-Spieler, auch das Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr/live bei Sky) und fällt noch länger aus. Sein Einsatz im Pokalspiel gegen den FC Ingolstadt ist unwahrscheinlich. Frühestens das darauffolgende Heimspiel gegen Köln könnte ein Thema werden. Sieben Wochen ohne Einsatz wären selbst dann verstrichen.

Vor der nächsten Englischen Woche für die Borussia wäre auch eine größere Rotation ein Thema, denn der Kräfteverschleiß bei einigen Spielern ist unübersehbar. Doch Roses Spielraum für eine Pause der dauerbelasteten Spieler ist weiter eng begrenzt. Vor allem in der BVB-Offensive schlägt der Personalmangel durch. Dort fehlt neben Reyna auch Youssoufa Moukoko, dort ist Reinier offenbar auch weiterhin keine Alternative für mehr als Kurzeinsätze und Ansgar Knauff noch nicht wieder in der Form der vergangenen Saison. Allein Thorgan Hazard steht als Entlastungsspieler zur Verfügung.

Selbst angeschlagene BVB-Profis müssen spielen

Beim 0:4 in Amsterdam schlug erstmals so richtig durch, dass Rose aufgrund der weiter großen Verletzungsquote etliche Spieler auf den Rasen bringen muss, die weite Teile der Sommervorbereitung verpasst haben, gerade aus längeren Zwangspausen kommen oder aufgrund früherer Blessuren noch nicht wieder bei 100 Prozent sind. Fehlende Widerstandsfähigkeit und Wettkampfhärte spielten ins verstörende Gesamtbild mit hinein.

Auch hinter der Offensivreihe tut sich Rose schwer mit gravierenden Eingriffen ins personelle Gefüge. Bei Jude Bellingham war gegen Mainz und auch in Amsterdam ein Verlust an physischer und mentaler Frische nicht zu übersehen. In Mahmoud Dahoud fehlt allerdings ein möglicher Ersatz seit nunmehr dreieinhalb Wochen.

BVB kann gegen Bielefeld auf einen Einsatz von Dahoud hoffen

Es gibt nach Informationen dieser Redaktion immerhin einen Funken Hoffnung, dass Dahoud nach überstandener Innenband-Dehnung im Knie in Bielefeld in den Kader zurückkehren könnte. Weil das Programm der kommenden Woche mit den Partien in Bielefeld, im Pokal gegen Zweitliga-Schlusslicht Ingolstadt und daheim gegen Köln nicht das Allerschwerste ist, dürfte Rose im Rahmen des Möglichen reagieren. Felix Passlack drängt dabei nach langer Nicht-Berücksichtigung ebenso auf Einsatzminuten wie Reinier oder Marius Wolf. Zu großes Risiko durch eine zu hohe Zahl an Wechseln wird der Trainer freilich wohl nicht gehen – nach dem Rückschlag in Amsterdam gilt es, das schiefe Bild sofort wieder zu korrigieren.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe