BVB-Nationalspieler Mahmoud Dahoud: Auf der Bank und doch belohnt

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BVB-Profi Mahmoud Dahoud sitzt gegen die Ukraine 90 Minuten nur auf der Bank. Dass er überhaupt dabei ist, darf er dennoch als Indiz werten, dass es für ihn in die richtige Richtung geht.

Dortmund

, 16.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mahmoud Dahoud kickte den Ball locker in der Gegend rum. Ein bisschen Hacke, Spitze, eins, zwei, drei vor dem Spiel und in der Halbzeit. Der 24-Jährige hatte im Kreis der deutschen Nationalmannschaft sichtlich Spaß dabei, auch wenn Bundestrainer Joachim Löw ihm dieses Mal beim 3:1-Sieg seines Teams gegen die Ukraine keine Spielzeit schenkte.

Nationalmannschaft: Die Richtung bei BVB-Profi Dahoud stimmt

Doch dass BVB-Profi Dahoud nach seinem Debüt für die deutsche Mannschaft im Oktober beim 3:3 gegen die Türkei in Köln nun erneut vom DFB eingeladen wurde, darf er durchaus als Zeichen dafür deuten, dass die Richtung nach drei enttäuschenden Spielzeiten bei Borussia Dortmund wieder stimmt. Gegen die Tschechische Republik am vergangenen Mittwoch (1:0) ließ Löw ihn die komplette zweite Hälfte spielen, und schickte ihn danach, anders als beispielsweise Dahouds Dortmunder Mannschaftskollegen Nico Schulz, nicht vorzeitig zum Verein zurück.

Auch wenn es freilich zur Wahrheit gehört, dass Dahouds EM-Aussichten im zentralen Mittelfeld der Nationalelf aufgrund der Konkurrenz um Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Toni Kroos oder Ilkay Gündogan sehr überschaubar sind, um es vorsichtig zu formulieren, so darf er aus den jüngsten beiden Nominierungen dennoch Mut schöpfen. Denn Dahoud, und das kommt schon ein wenig überraschend, schickt sich in seinem vierten Jahr beim BVB an, doch noch wichtig zu werden bei Borussia Dortmund. Oder zumindest wichtiger als in seinen ersten drei Jahren. In den vergangenen sieben Pflichtspielen der Schwarzgelben tauchte er viermal in der Startelf auf und sammelte in dieser Saison bislang 400 Pflichtspiel-Minuten, das sind fast schon so viele wie in der kompletten Vorsaison, als der Mittelfeldspieler nur 584 Minuten auf dem Rasen stand.

Mo Dahoud spielte sich beim BVB in der Vordergrund

Es scheint tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Corona-bedingten Bundesliga-Unterbrechung im vergangenen März und Dahouds Entwicklungsschub zu geben. Nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte Mai spielte Dahoud nach einer bis dahin völlig verkorksten Saison plötzlich dreimal von Beginn an, ehe ihn eine Knieverletzung stoppte und die Rückrunde für ihn vorzeitig beendet war. Dabei wirkt es ein bisschen so, als fiele es Dahoud in leeren Stadien leichter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, konstant seine Leistung abzurufen und seine Qualitäten ins Spiel einzubringen.

Die beschreibt sein Trainer Lucien Favre, der Dahoud bei Borussia Mönchengladbach einst zum Bundesliga-Profi werden ließ, so: „Er ist eine Nummer acht. Er kann viel laufen, er kann auch mit dem Ball sehr gut laufen, er ist schnell, er kann dribbeln. Er kann viel.“ Und weiter: „Er braucht seine Zeit. Manchmal beurteilen wir die jungen Spieler zu früh, wir müssen ihnen Zeit geben.“

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Dahoud, dessen Vertrag in Dortmund noch bis zum 30. Juni 2022 läuft, spielt mittlerweile seine vierte Saison beim BVB. Das ist im heutigen Fußballgeschäft eigentlich zu viel Anlaufzeit. Aber vielleicht klappt’s ja noch. Auf den letzten Drücker sozusagen.

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