BVB-Profi Thomas Delaney: Das aussortierte Kämpferherz

rnSaisonbilanz

Thomas Delaney erlebt beim BVB eine turbulente Saison. Erst sitzt der Dauerbrenner auf der Bank, dann folgen gesundheitliche Rückschläge. Die Perspektive für die neue Spielzeit ist ungewiss.

Dortmund

, 13.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Delaney war wie geschaffen für das System von BVB-Trainer Lucien Favre. Zusammen mit Axel Witsel bildete er auf der Doppelsechs ein kongeniales Duo, welches das schwarzgelbe Zentrum zusammenhielt. Witsel und Delaney sorgten für Stabilität im Dortmunder Spiel, gaben der Vordermannschaft Freiraum für Kreativität und der Hintermannschaft vermittelten sie ein Gefühl der zusätzlichen Sicherheit. Das war in seinem ersten Jahr beim BVB. Das zweite verlief weniger gut.

BVB-Profi Delaney war ein Opfer der Systemumstellung

Delaney war plötzlich nicht mehr immer gesetzt, die Doppelsechs interpretierte der BVB spätestens seit der Umstellung auf die Dreierkette offensiver. Ein Spielertyp wie Julian Brandt war gefragter neben respektive vor Axel Witsel. Einer, der sich vom Defensivverbund eher lösen kann und mit einem findigen Offensivvorstoß für mehr Power im Angriff sorgt. Delaney kann zwar auch offensiver denken, ist aber doch eher ein Mann, der gegen den Ball spielt. Und dann kam noch das Verletzungspech hinzu.

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Im November - beim Länderspiel mit Dänemark gegen Irland - verletzte sich Delaney, zog sich einen doppelten Bänderriss zu. Zwei Monate sollte er pausieren, das Jahr 2019 war damit gelaufen. Delaney wäre aber nicht Delaney, hätte er sich nicht zurückgekämpft - bis zum Rückschritt. Im Trainingslager bekam er einen Schlag auf das Knie ab, der Meniskus und eine Sehne wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Meine zweite Verletzung war ein großes Problem für mich. Die konnte man nicht so ganz kontrollieren und ich hatte Rückschläge. Das war eine schwere Zeit“, sagte Delaney.

Verletzungspech: BVB-Profi Thomas Delaney wird zurückgeworfen

Dafür war der Däne einer der wenigen Profiteure der Corona-Unterbrechung. Delaney konnte sich von seiner Verletzung erholen. Wenn auch unter ungewohnten Umständen. „Ich hatte Sorgen. Sechs Monate ohne Spiel und dann so ein besonderes Trainingsprogramm. Ich habe vor dem ersten Spiel nur dreimal 15 Minuten auf dem Großfeld 11 gegen 11 trainiert. Vieles ist einfach anders“, sagte er nach dem Topspiel gegen die Bayern (0:1) Ende Mai. Fünf Partien absolvierte er nach dem Re-Start der Bundesliga, ehe der 28-Jährige erneut pausieren musste. Wieder streikte der Körper.

Mitte Juni gab der BVB bekannt, dass sich Thomas Delaney im Training eine - nicht näher definierte - Muskelverletzung zugezogen hatte. Er verpasste auch die letzten vier Saisonspiele, kehrte in der letzten Juni-Woche immerhin auf den Trainingsplatz zurück.

Thomas Delaney hat eine ungewisse Perspektive beim BVB

Delaneys Perspektiven für die kommende Spielzeit sind ungewiss. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2022, die Konkurrenz aber ist groß - und die Systemumstellung bekam ihm überhaupt nicht. In Emre Can hat der BVB im Winter zudem einen weiteren Delaney-Konkurrenten verpflichtet.

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„Ich weiß, was ich kann und ich vertraue darauf, dass der Trainer es auch weiß. Wenn ich gebraucht werde, dann bin ich voll da und bringe meine Leistung“, meint Delaney. In Anbetracht des straffen Programms im Herbst kann es sich der BVB eigentlich nicht leisten, auf einen Mentalitätsspieler wie den 28-Jährigen zu verzichten.

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