BVB-Rivale Bayern München im Krisenmodus: Auf der Suche nach Form, Trainer und Erholung

rnGastkolumne

Dortmund im Aufwind, München im Krisenmodus: Der FC Bayern befindet sich vor dem Bundesliga-Klassiker auf der Suche nach Form, Trainer und Erholung. Die Gastkolumne von Patrick Strasser.

von Patrick Strasser

Dortmund

, 09.11.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bayern sind auf der Suche. Nach ihrer Form, nach einem neuen Trainer und - ganz kurzfristig nach Erholung. Guter Rat und guter Schlaf sind teuer nach den turbulenten Tagen der vergangenen Wochen mit der Trennung von Cheftrainer Niko Kovac, dem Double-Gewinner, dem erst die zuvor differenzierte Rhetorik abhandenkam, wodurch der die Distanz zur Mannschaft vergrößerte und schließlich die Kabine verlor.

„Wir versuchen, uns jetzt gut auszuruhen“, sagte Thomas Müller nach dem 2:0 in der Champions League gegen Olympiakos Piräus. Ein glanzloser Arbeitssieg unter Interimstrainer Hansi Flick, der mit einem soliden, aber unspektakulären Zu-Null-Erfolg das Achtelfinale der Königsklasse gebucht hat. Fußballerisch war es ziemliches Flickwerk, das erste Flick-Werk. Der Zweck heiligt die Interimsmittel.

Bundesliga-Klassiker im Schatten des Hoeneß-Abschieds

Vor der anstehenden Trainersuche will die Vereinsführung die Mannschaft in Ruhe arbeiten lassen. Vor allem, weil am Samstag der Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund ansteht, „eines der wichtigsten Spiele der Saison“, wie Müller erklärte. Denn: Der geplante Festakt zum Rückzug von Präsident Uli Hoeneß am Freitag darauf, pompös und emotional inszeniert auf der Mitgliederversammlung, soll auf keinen Fall zur Trauerbewältigung nach einer Pleite gegen den BVB verkommen.

  • Patrick Strasser ist 1975 in München geboren. Seit 1985 verfolgt er die Spiele der Bayern im Stadion. Einst in der Kurve, nun von der Pressetribüne aus: Seit 1998 arbeitet Strasser für die „Abendzeitung“, seit 2014 als Pauschalist.
  • Als Selbstständiger schreibt er auch für das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“, die Berliner Morgenpost und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Seine Bücher „Hier ist Hoeneß!“ (2010) und „Wie ausgewechselt“ (2012) - die Autobiografie von Rudi Assauer - wurden zu Bestsellern.

Dass es wieder ein explosives, überzeugendes 5:0 gibt wie im April, davon geht man bei Bayern nicht aus. Dagegen spricht die mangelnde spielerische Darbietung der vergangenen Wochen und die wacklige Defensive, die Flick mit der Viererkette Pavard, Martinez, Alaba und Davies wieder in Schuss bringen möchte.

Massive Personalprobleme in der Abwehr

Man darf gespannt sein, ob Flick wirklich die Piräus-Partie auch personell zum Einspielen der Startformation für Samstag nutzen wollte. In der Defensive gibt es personell keine Alternativen mehr - Boateng ist gesperrt, Süle und Hernandez sind verletzt - , in der Offensive hat der Interimscoach jedoch die Auswahl. Bleibt er gegen Dortmund bei Kimmich plus Goretzka und Müller als Achter oder bringt er die wieder auf die Bank verbannten Künstler Thiago und Coutinho?

BVB-Rivale Bayern München im Krisenmodus: Auf der Suche nach Form, Trainer und Erholung

Prominent besetzte Bayern-Bank in der Champions League: Thiago (3.v.l.) und Philippe Coutinho (4.v.l.). © imago/MIS

Arsene Wenger (70) sollte angeblich Bayerns Wunschkandidat als Zwischenlösung-Trainer bis zum Saisonende sein. Der Franzose, aktuell Experte beim katarischen TV-Sender „beIN Sports“, soll am Mittwochabend bei einem Telefonat mit Karl-Heinz Rummenigge sogar sein Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet haben. Am Donnerstag aber folgte die überraschende Absage des Vereins.

Sollte Flick gegen Dortmund überzeugend gewinnen, könnte er tatsächlich zur Dauerlösung werden.

Lesen Sie jetzt