BVB-Rückkehrer überzeugt in der Nationalelf

Mario Götze ist bereit

Der Hauptdarsteller des Abends im Borussia Park in Mönchengladbach, Bastian Schweinsteiger, hatte längst seine letzten Gefühle seines Abschiedsspiels in die Blöcke der Journalisten diktiert. Anschließend äußerte sich dann auch Mario Götze. Und er war nach seiner guten Leistung bestens gelaunt.

MÖNCHENGLADBACH

, 02.09.2016, 05:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Rückkehrer überzeugt in der Nationalelf

Mario Götze (M) spielt den Ball neben Finnlands Torwart Lukas Hradecky (2.v.l).

Eigentlich war es längst Zeit, zur Geisterstunde den Heimweg zu suchen, da wünschte ein gutes Dutzend der Medienleute noch, Mario Götze zu sprechen. Und der 24-Jährige, der jetzt schon 57 Mal das Nationaltrikot getragen hat, ließ sich nicht lange bitten. Kurz vor Mitternacht gab sich Mario Götze völlig entspannt, hellwach und bestens gelaunt. "Ich fühle mich prima, ich bin fit, ich bin gut drauf", sagte der Dortmunder Neuzugang.

"Wertvoll für uns"

Hier bei der Fußball-Nationalmannschaft, da fühlt er sich wohl, er fühlt sich anerkannt von Joachim Löw, es ist ein wenig wie sein Wohnzimmer. Er braucht und er genießt das Vertrauen, die Wertschätzung, die ihm der Bundestrainer entgegenbringt. Auch am Mittwochabend, nach dem 2:0-Sieg gegen Finnland, versäumte es Löw nicht, ein paar nette Worte in die Richtung des Dortmunder Angreifers zu schicken. Sicher, er brauche noch ein paar Spiele, um bei 100 Prozent zu sein, aber daran gebe es keinen Zweifel, diese Nationalelf brauche diesen Mario Götze, „er ist trotzdem wertvoll für uns“.

Ein wenig überraschend war es schon, dass der Rückkehrer, die letzten drei Jahre hatte er das Trikot des FC Bayern München getragen, gegen Finnland in der Startelf stand. Ein neues Gefühl in dieser noch so jungen Saison, nach ein paar muskulären Problemen saß er bei der Borussia auch am Samstag zum Bundesligastart noch auf der Tribüne. Nun durfte er gleich 90 Minuten ran, und er wirkte quicklebendig. Es war die 89. Minute, die Partie war längst gelaufen, da ließ sich der „falsche Neuner“ noch einmal ein Stück weit zurückfallen, versuchte das Spiel anzukurbeln, hatte in 60 Sekunden gefühlte zehn Ballkontakte. Müde erschien er gar nicht, er machte eher den Eindruck, er wäre gerne noch in eine Verlängerung gegangen.

Prächtig unterwegs

Mario Götze hatte recht verhalten in das Match hineingefunden, das wirkte anfangs nicht ganz so leichtfüßig, so sicher. „Er hat viel versucht und sich viel bewegt“, schlug Joachim Löw sehr versöhnliche Töne an, er brauche sicher ein paar Spiele, „um seinen Rhythmus zu finden, noch fehlt es etwas an Dynamik und Spritzigkeit“. Doch nach 20 Minuten hatte er sich freigelaufen, im Körper, vielleicht auch im Kopf. Und dann war er prächtig unterwegs auf dem Platz, durfte sich nach der Partie ärgern, dass er „ein paar gute Situationen, die ich hatte, nicht erfolgreich zum Abschluss gebracht“ hatte.

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Aber er gab die Vorlage zum 1:0 von Max Meyer, und seine Spielfreude, seine Einsatzfreude, seine Laufbereitschaft waren bis oben auf die Ränge zu spüren. Er hatte den Abend genossen, auch, weil er noch einmal mit Bastian Schweinsteiger auf dem Feld stehen durfte. „Es war ein besonderer Tag heute für uns alle“, meinte er, und auch für ihn persönlich, „es war mir eine Ehre, mit ihm zu spielen.“ Dann war der Blick nach vorn gerichtet. Am Sonntag steht das erste WM-Qualifikationsspiel in Norwegen auf dem Programm, „wir tun gut daran, uns darauf zu konzentrieren, wir wollen Gruppensieger werden“. Mario Götze ist bereit.

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