BVB schickt 800 Karten zurück - TSG spendet

Spiel in Hoffenheim

Borussia Dortmund hat rund 800 der 3000 zur Verfügung stehenden Karten für die Partie in Hoffenheim an die Kraichgauer zurückgeschickt. Hintergrund ist eine drastische Preiserhöhung und ein Boykott-Aufruf der Fan-Initiative "Kein Zwanni". Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp hat nun erklärt, die Mehreinnahmen zugunsten des BVB-Lernzentrums zu spenden.

DORTMUND

, 22.09.2015 / Lesedauer: 2 min
BVB schickt 800 Karten zurück - TSG spendet

Klare Forderung: "Fußball muss bezahlbar sein."

Der billigste Sitzplatz für die Partie am Mittwochabend (20 Uhr) kostet 55 Euro. In der vergangenen Spielzeit hatte eine Karte gleicher Kategorie 35 Euro gekostet. Statt nach Hoffenheim sollen die Dortmunder Anhänger die eigene U23 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach II (Mittwoch, 19.30 Uhr) unterstützen.

"Eine nach vorne gerichtete Aktion"

"Das große Ganze ist wichtiger als ein einzelnes Spiel", erklärte Marc Quambusch ("Kein Zwanni") im Interview mit dem "Deutschlandfunk". Der Boykott sei kein "im Stich lassen der Mannschaft, sondern eine nach vorne gerichtete Aktion. Ich würde mir wünschen, dass sich möglichst viele Fans solidarisch zeigen." 

Wie reagiert der Verein? In einem persönlichen Brief an Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp haben BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Marketing-Chef Carsten Cramer den Topzuschlag kritisiert. Das teilte der BVB am Dienstag mit. Das Ergebnis: Hoffenheim will die Mehreinnahmen durch den Topzuschlag spenden und künftig auf derlei Preiserhöhungen verzichten.

Bildungseinrichtung im Signal Iduna Park

"Die TSG 1899 Hoffenheim hat ein hohes Interesse daran, den Fußball und seine damit verbundenen Werte allen Menschen zugänglich zu machen. Um dies auch nachhaltig zu dokumentieren, bin ich mit Hans-Joachim Watzke übereingekommen, dass wir die durch den Topzuschlag erzielten Mehreinnahmen dem Lernzentrum des BVB-Fanprojektes zur Verfügung stellen", erklärte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp.

Das Lernzentrum wird von der BVB-Stiftung "leuchte auf" als so genanntes Leuchtturmprojekt gefördert. Es handelt sich um eine Bildungseinrichtung innerhalb des Signal Iduna Park, die diesen Lernort nutzt, um Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren besondere Bildungsangebote bieten zu können, die nur selten in der Schule thematisiert werden können.

"Vernünftige Preise"

"Wir freuen uns im Sinne unserer Fans sehr, dass die TSG Hoffenheim für die Zukunft vernünftige Preise zugesichert hat und danken Dietmar Hopp für seine persönliche Einflussnahme", erklärte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Lesen Sie jetzt