BVB-Senkrechtstarter bricht sich beim Asien-Cup den Mittelfuß

Der Kagawa-Schock

Die Schock-Nachricht erreichte Borussia Dortmund am Mittwoch um 15.15 Uhr, kurz vor der Nachmittags-Trainingseinheit: Mittelfeld-Senkrechtstarter Shinji Kagawa (21) hat sich im Halbfinale des Asien-Cups offenbar einen Bruch des rechten Mittelfußknochens zugezogen.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 26.01.2011, 21:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Shinji Kagawa zog sich beim Asien Cup einen Mittelfußbruch zu und wird mehrere Monate ausfallen.

Shinji Kagawa zog sich beim Asien Cup einen Mittelfußbruch zu und wird mehrere Monate ausfallen.

Am Vormittag hatte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) von einer Verletzung des Dortmunder 350 000-Euro-Schnäppchens berichtet. Zunächst hieß es, dass Kagawa das Mittwoch-Training verpasst habe und stattdessen medizinisch behandelt worden sei. Im Spiel gegen Südkorea war er in der 80. Minute ausgewechselt worden. Nachmittags glühten dann die Telefondrähte ins arabische Emirat Katar. „Mich hat ein Anruf des japanischen Verbandes erreicht“, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc (48). „Es besteht der Verdacht auf Mittelfußbruch. Derzeit gibt es allerdings wohl nur ein Röntgenbild.“

Die Abstellung Kagawas, der sich der BVB nach gültigen FIFA-Regularien nicht verweigern konnte, war der sportlichen Leitung seit langem ein Dorn im Auge. „Du kriegst die Spieler müde zurück und musst sie neu motivieren. Im schlimmsten Fall sind sie auch noch verletzt“, schimpfte Zorc im BVB-Trainingslager in Jerez de la Frontera (Spanien) – jetzt haben sich seine Vorahnungen bestätigt.

Der BVB hat seinen Shooting-Star (17 Spiele/8 Bundesliga-Tore) schon nach Deutschland zurückbeordert. Kagawa wird bereits am Donnerstag in Dortmund erwartet und hat dann direkt einen Termin bei Teamarzt Dr. Markus Braun. Kagawa-Berater Thomas Kroth zerstreute allerdings die Hoffnungen auf eine anderslautende Diagnose: „Nach allen Informationen, die mir vorliegen, ist es leider so, dass der Mittelfuß gebrochen ist.“ Für den BVB ist die Verletzung seines kreativen Denkers im Mittelfeld ein GAU. Kagawa war die Entdeckung der Hinrunde, er schaffte den Sprung aus der japanischen Liga in Rekordzeit und beeindruckte mit seiner Ballgewandtheit, Auffassungsgabe und Torgefährlichkeit. „Für ihn und für unsere Mannschaft ist das sehr schade“, sagte Borussias Mittelfeld-Lenker Nuri Sahin (22) nach dem Training. „Wir müssen abwarten“, meinte Trainer Jürgen Klopp (43). „Sollte sich das bestätigen, wäre es natürlich ein Schlag für uns!“

Es könnte noch schlimmer kommen für den BVB: In der Nachmittagseinheit verletzte sich zu allem Überfluss Antonio da Silva (32). Nach ersten Untersuchungen hat sich der Brasilianer "nur" ein Band im Sprunggelenk überdehnt. Und mit der Rückkehr Sven Benders ins volle Mannschaftstraining gab es immerhin auch eine positive Nachricht. Dennoch: Es war ein schwarzer Mittwoch für den Tabellenführer. Am Donnerstag erhofft sich der Klub endgültige Klarheit im Fall Kagawa. Sehr wahrscheinlich werden es keine gute Nachrichten sein.  

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