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BVB-Spieler Oliver Kirch: "Ich bin ein Geduldsmensch"

Das Interview

Aus dem Nichts spielte sich Oliver Kirch in den vergangenen Wochen beim BVB ins Rampenlicht. Matthias Dersch sprach mit dem Sechser im ersten Teil unseres großen Interviews über seinen plötzlichen Aufschwung, den Trikottausch mit Isco und seine lange andauernde Reservistenrolle.

DORTMUND

, 24.04.2014 / Lesedauer: 4 min
BVB-Spieler Oliver Kirch: "Ich bin ein Geduldsmensch"

Für Oliver Kirch läuft es beim BVB derzeit richtig gut.

(lacht) Den Anruf gab es noch nicht. Vielleicht kann ich noch schnell meinen Pass fälschen … Ich bekomme momentan die Anerkennung für meine Leistungen, zugleich werde ich aber auch an die Zeit davor erinnert. Die war nicht so schön. Ich wollte meinem Beruf nachgehen, Fußball spielen, konnte aber nur trainieren. Das war nicht zufriedenstellend. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt so umgeschlagen ist.

Mit Isco. Er hat jetzt auch meins. Ich weiß allerdings nicht genau, was er damit anstellt. Bei uns gibt es manchmal Trikots, die einfach  liegen bleiben. Vielleicht gibt es bei Real auch solch gesammelte Werke und ich liege da jetzt drin … (lacht)

Ja, so würde ich es bezeichnen. Natürlich gab es auch schon vorher Spiele, in denen ich mit mir zufrieden war. Aber die Champions League ist eine andere Bühne. Ein Viertelfinale gegen Real Madrid, vor ausverkauftem Haus, das ist ein absolutes Highlight. So eine Partie hat eine große Strahlkraft.

Absolut. Ich habe hier schon lange mit dem Hufen geschart und hätte gerne schon früher gezeigt, dass ich es noch kann. Ich messe mich täglich mit meinen Kollegen und sehe, dass ich auf einem ordentlichen Leistungsniveau bin.

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, bei solch einem Spiel sowieso. Wir konnten nichts falsch machen, sondern wollten nur zeigen, dass wir es besser können als im Hinspiel. Was danach kam, war eine einmalige Geschichte. Leider ohne Happy End.

Der Gedanke kam mir nicht. Dazu bin ich nicht der Typ, ich war auch nicht in der Situation, das Recht dazu zu haben. Aber natürlich gab es den Gedanken: Was kann ich eigentlich noch machen? Ich bin aber ein Geduldsmensch, der am Ball bleibt und darauf vertraut, dass seine Chance kommt. Und sie ist dann ja auch gekommen.

Das müssen Sie ihn fragen. Ich bin eigentlich der Meinung, dass es bei mir schon länger „Klick“ gemacht hat. (lacht) Unsere zweite Reihe hatte im Pokal ja schon früher auf sich aufmerksam gemacht. Danach hatte ich schon gedacht, dass es Situationen geben könnte, in denen man den einen oder andere von uns hätte reinwerfen können. Aber das ist die Entscheidung des Trainers.

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich kann mich an keine spezielle Situation im Training erinnern, die dem Trainer besonders aufgefallen sein könnte. Aber ich hatte erkannt, dass hier noch was möglich ist für mich, und noch einmal eine Schüppe draufgelegt. Ich habe mir gesagt, dass ich – aber auch noch ein paar andere bei uns – in dieser schwierigen Saison noch helfen können.

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