Wie lange bleibt Tobias Raschl dem BVB noch erhalten? Im Sommer läuft der Vertrag des 21-Jährigen aus. © imago images/Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund II

BVB-Spieler Tobias Raschl spricht über die Zukunft: „Ich möchte in die Bundesliga“

Die Drittliga-Saison läuft für Tobias Raschl und seine BVB-U23 bislang richtig gut - und das, obwohl der Mittelfeldmann Verletzungsprobleme hat. Im Sommer endet Raschls BVB-Vertrag. Und dann?

Tobias Raschl (21) ist zweifelsohne Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld der U23 von Borussia Dortmund. Zuletzt hatte Raschl aber immer wieder Probleme mit seiner Leiste. Wie geht es ihm jetzt? Ist er wieder fit? Und wie lauten seine Zukunftspläne? Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Wir haben nachgefragt. Im Gespräch hat er uns auch seinen großen Traum verraten.

Herr Raschl, Sie hatten zuletzt häufiger Probleme mit Ihrer Leiste, mussten ein Spiel sogar mal aussetzen. Deswegen sei die Frage gestattet: Wie geht es Ihnen?

Ich habe leider noch immer Beschwerden. Diese Verletzung ist neu für mich. Vor allem nach den Belastungen hatte ich zuletzt extreme Schmerzen. Danach hat sich meine Leiste wie ein Wrack angefühlt. Mittlerweile hat es sich bei mir aber schon deutlich gebessert. Ich trainiere wieder normal mit und schaue zwischendurch, wo ich Pausen machen kann. Im Spiel habe ich keine Beschwerden. Dann ist der Motor warm.

Wie ist die Verletzung denn genau entstanden?

Wahrscheinlich aus einer Überbelastung heraus. Ich war deswegen auch bei einigen Ärzten. Ich mache jetzt aber ein Stabilisierungsprogramm und es wird immer besser.

Ihren Leistungen scheint die Verletzung aber kaum einen Abbruch zu tun. Beim 2:0-Sieg gegen Würzburg waren Sie Matchwinner, haben ein Tor erzielt und eins vorbereitet…

Ich sehe mich aber noch nicht bei 100 Prozent. Was Spritzigkeit und Fitness angeht, kann ich noch aufholen. Ich bin aber auf einem guten Weg.

Auf einem guten Weg ist auch Ihre Mannschaft, die U23 des BVB. Sie stehen als Aufsteiger auf dem zweiten Platz der 3. Liga, haben gegen einige große Kaliber schon gespielt. Wie fällt Ihr bisheriges Fazit aus?

Wir haben uns vorgenommen, dass wir oben mitspielen wollen. Deswegen stehen wir auch dort. Wir spielen nicht in der 3. Liga, um uns nur dort zu halten. Wir wollen uns oben festspielen, um die ersten drei Plätze mitspielen. Das ist auch mein persönliches Ziel. Dafür haben wir gut und viel gearbeitet. Dass wir da oben stehen, ist nun der Erfolg. Es ist aber sehr eng in der 3. Liga. Da kann sehr schnell, sehr viel passieren.

Immer häufiger fällt der Vergleich zu Bayern München II vor zwei Jahren. Da feierte der FCB die Meisterschaft in der 3. Liga, durfte wegen des Reglements aber bekanntlich nicht aufsteigen. Wie groß ist bei Ihnen und im Klub denn dann die Motivation, überhaupt Meister zu werden?

Diese Mentalität kenne ich aus der Jugend. Ich habe im jungen Alter gelernt, dass der BVB für Erfolg steht und dass der erste Platz immer das Ziel ist. Deswegen ist der Vergleich zu Bayern II auch normal. Wir können gut mitmischen in dieser Liga.

Ihre Mannschaft ist eine sehr junge, freche Truppe. Haben Sie sich von den älteren Gegenspielern schon mal deswegen Sprüche anhören müssen, auch um Sie zu verunsichern?

Ja, das ist schon häufiger passiert. Da kamen mal so Sprüche wie: ‚Ach, Ihr denkt, Ihr seid hier die Jungprofis?‘ Ich gehe auf solche Sprüche aber gar nicht ein, mache mein Spiel und versuche durch einen Sieg, denen eins auszuwischen. Ich denke, dass wir im Kader mit den beiden erfahrenen Spielern Niklas Dams und Franz Pfanne eine gute Konstellation haben. Die Mischung aus Erfahrung und jüngeren Spielern passt.

Diese Mischung trat zuletzt wieder vor Zuschauern auf. Die Coronaschutzverordnung lässt seit einigen Wochen wieder Fans zu den Spielen zu. Wie viele Prozentpunkte Unterschied macht es für Sie, vor Publikum zu spielen?

Das ist ein großer Unterschied und ein ganz anderes Gefühl, wenn man wieder raus auf den Platz läuft. Bei mir kommen jetzt auch wieder Familienangehörige vorbei. Wenn die Fans uns dann anfeuern und beklatschen, dann gibt das noch mehr Selbstvertrauen und macht noch mehr Bock. Ohne Fans war es schon gruselig.

Hinter der BVB-U23 liegt ein Umbruch. Das ist bei U23-Teams im Sommer keine Überraschung. Überraschend ist aber, wie gut Ihre Mannschaft diesen weggesteckt hat. Wie hat es der BVB geschafft, sofort zu einer Einheit zu werden?

Einen großen Teil dazu hat unser Trainer Enrico Maaßen beigetragen. Dass wir so schnell wieder zu einer Einheit geworden sind, liegt vor allem an der Vorbereitung. Da wurden einige Teambuilding-Maßnahmen durchgeführt. Wir haben die Neuzugänge gut aufgenommen und verstehen uns untereinander alle gut.

Sie sprechen Ihren Trainer Enrico Maaßen an. Der wird von allen Seiten ja gelobt. Was macht Ihn so gut? Und wie hat er Sie weiterentwickeln können?

Enrico ist ein cooler Typ. Dass er uns so gut erreicht, liegt natürlich auch an seinem Alter. Er ist jung, kann uns viel mitgeben, ist auf einer Ebene mit uns. Enrico ist ein Perfektionist, was verschiedene Dinge im Training angeht. Es lohnt sich, wenn am Wochenende dann die Abläufe vorkommen, die wir im Training durchgegangen sind. Mir hat er viel weitergeholfen, vor allem auch zu Beginn der Regionalliga-Zeit. Wir verstehen uns richtig gut.

Kommen wir zu Ihrer persönlichen Situation beim BVB. Sie haben noch bis zum Sommer 2022 Vertrag. Führen Sie schon Gespräche für eine Vertragsverlängerung?

Ich konzentriere mich auf dieses Jahr, auf die 3. Liga und möchte dort sehr gut abschneiden.

Sie pendeln zwischen Bundesliga und 3. Liga: Wie würden Sie Ihre derzeitige Situation denn beschreiben? Sind Sie zufrieden?

Man möchte als Fußballer natürlich immer mehr, schließlich stand ich schon mal im Bundesliga-Kader. Mein Anspruch ist es auch noch immer, in den Kader zu kommen. Ich nehme die Situation aber so wie sie ist und gebe in der 3. Liga alles.

Wie sehr lebt der Traum in Ihnen, als Stammspieler im vollen Signal-Iduna-Park zu kicken?

Natürlich lebt der Traum in mir. Das ist mein Wunsch, definitiv.

Der ein oder andere Fußballer nutzt in der Winterpause die Option, den Verein zu verlassen. Wenn Sie ein Angebot aus der 1. oder 2. Bundesliga bekommen: Würden Sie im Winter wechseln?

Mein Ziel ist es, meinen Vertrag beim BVB normal zu erfüllen.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer