BVB-Sportdirektor Michael Zorc schützt Lucien Favre: Wir führen keine Trainerdiskussion

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Der BVB läuft seinen hoch gesteckten Zielen zu Saisonbeginn hinterher. Sportdirektor Michael Zorc spricht von einer schwierigen Gemengelage - und stellt sich vor Trainer Lucien Favre.

Dortmund

, 29.09.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Zorc hat sich nach dem erneuten Punktverlust von Borussia Dortmund schützend vor Trainer Lucien Favre gestellt. Auf die Frage, ob Favre noch die volle Rückendeckung der BVB-Verantwortlichen genieße, sagte der Sportdirektor am Sonntagmittag nach dem 2:2 gegen Werder Bremen im Gespräch mit dieser Redaktion: „Klar, wir führen keine Trainerdiskussion.“

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Die Gemengelage sei schwierig, erklärte Zorc. „Wir haben zwei Punkte verloren. Es ist gerade eine unbefriedigende Phase. Wir kriegen insgesamt zu viele Gegentore, darunter wieder ein Gegentor nach einem Standard. Auch das ist unbefriedigend.“ Trotzdem gelte es, den Blick nach vorn zu richten. „In den nächsten sechs Tagen haben wir zwei wichtige Spiele in zwei unterschiedlichen Wettbewerben, die beide richtungsweisend sind.“

Dem BVB fehlt die Konsequenz im Spiel

Am Mittwoch ist der BVB bei Slavia Prag in der Champions League gefordert, am kommenden Samstag geht’s zum SC Freiburg, bevor Anfang Oktober die nächste Länderspielpause wartet. Für Favre und sein Trainerteam bleibt wenig Zeit, um im Training Korrekturen vorzunehmen. Dennoch müsse die Mannschaft einfache Fehler vermeiden und an der Standardschwäche gearbeitet werde, forderte Zorc.

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Es fehle vor allem an Konsequenz im BVB-Spiel, daher habe er auch Verständnis für den Frust der Fans. „Dass in so einer Situation wie im Moment in Dortmund und Umgebung nicht alle sonntags zufrieden am Frühstückstisch sitzen und fröhlich über den BVB diskutieren, das ist doch klar. Wenn wir den Ansprüchen hinterherhinken, ist es normal, dass Kritik aufkommt. Der müssen wir uns stellen.“

Favre muss das BVB-Rätsel schnell lösen

Für die fehlende Konstanz beim BVB sucht auch Zorc noch nach Erklärungen. Wie schon am vergangenen Sonntag in Frankfurt verspielte Favres Mannschaft auch gegen Bremen eine Führung und ließ erstmals in dieser Saison Punkte im Signal Iduna Park liegen. „Die erste Hälfte war ordentlich“, meinte Zorc. „Wir haben einen Rückstand gedreht, wir haben uns Chancen rausgespielt. Alles okay. Warum wir dann in der zweiten Hälfte so ein offenes Spiel zugelassen haben, ist mir ein Rätsel.“

Ein Rätsel, das Favre schnell lösen muss. Vor der Länderspielpause benötigt der BVB einen Stimmungsumschwung, ansonsten wird eine Trainerdiskussion, die bei großen Teilen der Fans bereits jetzt geführt wird, bei Borussia Dortmund nur schwerlich vermeidbar sein. Rang sieben in der Tabelle ist die schlechteste Platzierung, seitdem Favre im Sommer 2018 das BVB-Traineramt übernommen hat. Noch ist nichts verloren, aber weiter abrutschen ist strengstens verboten, wenn man die hochgesteckten Ziele nicht frühzeitig in Gefahr bringen möchte.

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