BVB-Star Reus jahrelang ohne Führerschein unterwegs

Serie von "Schwarzfahrten"

Fußball-Nationalspieler und BVB-Star Marco Reus muss wegen Fahrens ohne Führerschein 540.000 Euro Strafe zahlen - die Nachricht hat sich am Donnerstag wie ein Lauffeuer verbreitet. Neben einer Serie von "Schwarzfahrten" ist jetzt auch von gefälschten Papieren die Rede.

DORTMUND

18.12.2014, 22:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Star Reus jahrelang ohne Führerschein unterwegs

Sieben Jahre war Marco Reis ohne Führerschein unterwegs. Auch für Werbezwecke nahm er hinter dem Steuer Platz.

Reus im Nationaltrikot auf der Motorhaube eines Mercedes, Reus im Opel, Reus als Werbepartner von Aral: Das Internet ist voll mit Posen des Dortmunder Stürmers. Dass der 25-Jährige gar nicht fahren durfte? Wer fragt einen erwachsenen Mann schon nach seinem Führerschein?

Am Ende hat es ein Polizist getan. Am 18. März 2014, auf dem Südwall in Dortmund. Reus kam vom Training, wollte offenbar in die Innenstadt. Es war eine allgemeine Verkehrskontrolle, die dem 25-Jährigen zum Verhängnis wurde. Die Beamten schalteten das Straßenverkehrsamt ein, dann kam die Staatsanwaltschaft ins Spiel. Fünf Mal war Reus bis dahin schon geblitzt worden. Auch diese Fälle sind jetzt in das Urteil eingeflossen.

Sechs Mal Fahren ohne Fahrerlaubnis - so lautet der Strafbefehl, der schon am 25. November von einem Dortmunder Amtsrichter unterschrieben und damit offiziell erlassen wurde.

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Aber hätten es nicht noch viel mehr Fälle sein müssen? Natürlich ist davon auszugehen, dass Reus viel häufiger gefahren ist. Vielleicht hätte das sogar jemand beim BVB bestätigen können. Gefragt wurde aber offenbar niemand. Dass die Geldstrafe mit 540.000 Euro so hoch ausgefallen ist, hängt einzig und allein mit dem Einkommen des Spielers zusammen.

Gericht und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass Reus beim BVB 6000 Euro pro Tag verdient. Und weil sich das Urteil auf 90 Tagessätze beläuft, müssen die beiden Zahlen nur miteinander multipliziert werden: 6000 mal 90 = 540.000. Auch der Netto-Jahresverdienst des Angreifers lässt sich so errechnen: (6000 x 30) x 12 = 2,16 Millionen Euro.

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Marco Reus wieder ins Lauftraining eingestiegen

Marco Reus ist nach seinem Bänderriss am Donnerstag wieder ins Lauftraining eingestiegen.
18.12.2014
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Marco Reus wieder im Lauftraining.© Foto: DeFodi
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BVB-Training in Brackel am 18. Dezember

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 18. Dezember.
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BVB-Training in Brackel am 18. Dezember.© Foto: DeFodi
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BVB-Training in Brackel am 18. Dezember.© Foto: DeFodi
BVB-Training in Brackel am 18. Dezember.© Foto: DeFodi

Schätzen musste die Justiz die Summe nicht. Reus hatte über seinen Verteidiger Dr. Sven Thomas selbst Unterlagen über seine finanziellen Verhältnisse eingereicht. Thomas hat im vergangenen Jahr übrigens auch Schalke-Chef Clemens Tönnies vertreten, der wegen angeblicher Hackfleisch-Betrügereien vor Gericht gestanden hat.

Und noch eine kleine Schmonzette am Rande: Der Dortmunder Amtsrichter, der von Gesetzeswegen für Reus zuständig war und den Strafbefehl - allerdings so wie von der Staatsanwaltschaft beantragt - erlassen hat, ist ausgerechnet Schalke-Fan.

Wie es heißt, hatte Reus in seiner Zeit bei Rot-Weiß Ahlen sogar einige Fahrstunden genommen, aber dann nie die Fahrprüfung abgelegt. Da mit dem Urteil keine Führerschein-Sperre verhängt wurde, kann er das nun aber sofort nachholen. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft hätte für eine Sperre die "generelle Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen" festgestellt werden müssen. Das sei zum Beispiel regelmäßig nach Alkoholfahrten oder einer Unfallflucht die Regel.

Im Fall Reus wollte man soweit aber wohl nicht gehen. Außerdem darf Reus weiterhin behaupten, nicht vorbestraft zu sein. Die Verurteilung taucht in keinem Führungszeugnis auf. Das wäre erst bei 91 Tagessätzen der Fall gewesen. Im Bundeszentralregister ist die Strafe natürlich trotzdem vermerkt.

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