BVB startet in turbulente Saison - Sehnsucht nach einem Titel wächst

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Begeisterungsstürme hat die BVB-Saison 19/20 kaum ausgelöst. Jetzt nimmt Borussia Dortmund einen neuen Anlauf. Die Sehnsucht nach einem Titel wächst.

Dortmund

, 14.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Platz zwei gesichert war am vorletzten Spieltag einer Saison, in die Borussia Dortmund mit der klaren Zielsetzung gegangen war, „zu versuchen, mit den Bayern um den Titel zu spielen“, war die Zeit für ein Fazit gekommen. Und wen man auch fragte aus der Mannschaft, es gab im Prinzip die gleichlautende Antwort: Die Pokalwettbewerbe waren wieder nicht gut gelaufen, die Vizemeisterschaft in der Bundesliga am Ende wohl das maximal Mögliche. Zufrieden aber sei man damit nicht. „Ich denke schon“, meinte zum Beispiel Mittelfeldspieler Julian Brandt, „dass wir mit diesem Kader Titel holen können. Und wir sind noch jung und hungrig genug.“

Transfers von Can und Haaland als BVB-Vorgriff auf die neue Saison

Den Hunger, den sah man allerdings in einigen Spielen, vor allem in der durchwachsenen Hinrunde, nicht bei jedem Dortmunder. Wieder einmal stand sich der BVB vor allem selbst im Weg, so hatte man in Lucien Favres erster Saison als Tabellenführer einen großen Vorsprung verspielt, so ging es auch in seiner zweiten Saison weiter. Borussia Dortmund war gut, aber eben nicht gut genug, um bis zum Ende ernsthaft mit den Bayern um die Schale mitzuspielen.

Dass die Corona-Krise die Planungen für die nun beginnende Saison beeinflusst hat, eint den BVB mit fast allen Konkurrenten. Als Reaktion auf eine enttäuschende Hinrunde hatte Dortmund allerdings schon im Winter und damit noch vor Corona zwei Kaderkorrekturen vorgenommen und 45 Millionen Euro in Emre Can (26/Juventus Turin) und Erling Haaland (19/RB Salzburg) investiert. Im Sommer hielt sich die Borussia angesichts leerer Kassen und weiter drohender Verluste durch Spiele ohne Zuschauer daher merklich zurück. Jude Bellingham (17/ Birmingham City) schlug mit 25 Millionen Euro zu Buche, Thomas Meunier (28/Paris St. Gemain) kam ablösefrei.

BVB-Youngster Giovanni Reyna wählt forsche Worte

Da in Achraf Hakimi nur ein Stammspieler den Verein verließ und etwas überraschend Jadon Sancho ein weiteres Jahr in Schwarzgelb spielen wird, sieht sich der BVB im Vergleich sogar stärker aufgestellt und bereit für einen erneuten Anlauf auf den Titel. „Wir gehen nicht in die Saison und erwarten, dass Bayern München Meister wird“, hat zum Beispiel Giovanni Reyna gesagt. „Wir erwarten von uns, dass wir Meister werden.“ Forsche Worte eines noch 17-Jährigen, der einer der Gewinner der Vorbereitung ist und der ganz offensiv Stammplatz-Ambitionen anmeldet.

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Zweifel nach drei zuvor leicht und ansehnlich herausgespielten Testspiel-Siegen kamen durch emotionslose Auftritte in den Partien gegen Feynoord Rotterdam (1:3) und die Zweitligisten SC Paderborn (1:1) und VfL Bochum (1:3) erneut hoch, zuletzt zeigte sich Dortmund beim 2:1 gegen Sparta Rotterdam aber verbessert. Rückenwind gibt auch die dann doch überraschend schnelle Genesung von Kapitän Marco Reus, die die Optionen für Favre weiter vergrößert.

BVB-Trainer Lucien Favre geht in sein letztes Vertragsjahr

Will der BVB mit den Bayern mitspielen und die Konkurrenz aus Leipzig und Gladbach auf Distanz halten, benötigt die Mannschaft vor allem mehr Konstanz. Trainer Favre bekommt die dritte Chance auf Titel mit dem BVB, er aber geht in sein letztes Vertragsjahr - und gibt ein klares Ziel vor: „Wir wollen den Pokal gewinnen.“ Läuft Borussia Dortmund den eigenen Ansprüchen erneut hinterher, dürfte seine Zeit am Borsigplatz im kommenden Sommer enden.

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