BVB-Stimmen zum Augsburg-Drama Sebastien Haller über seine Worte an die Mannschaft

Redakteur
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Die letzten Worte vor Anpfiff des BVB-Heimspiels gegen Augsburg gehörten Sebastien Haller. Erstmals war der Stürmer nach seiner überstandenen Krebserkrankung in den Dortmunder Kader gerückt – und schwor die Mannschaft in der Kabine auf den Start ins neue Jahr ein. Nach dem furiosen 4:3-Erfolg gab der 28-Jährige Einblicke in seine Gefühlswelt. Die Stimmen zum Spiel:


Sebastien Haller (BVB-Stürmer):
„Edin hat mich gefragt, wie ich mich fühle und ob ich zur Mannschaft sprechen möchte. Wenn ich diese Chance bekomme, nehme ich sie natürlich wahr. Weil es geht um mehr als Fußball. Ich habe versucht, ihnen nahezubringen, was das für eine große Sache war und das Fußball am Ende nur an zweiter Stelle steht. (…) Ich hatte Gänsehaut, der Empfang war unglaublich und unvergesslich. Ich bin einfach nur glücklich, meine ersten Schritte auf dem Platz gemacht zu haben. Das war großartig. Ich denke, den Augenblick hat jeder genossen. Die Atmosphäre haben wir genutzt, um das Spiel zu gewinnen. Es war sehr laut, einfach verrückt. (…) Ich muss noch ein paar Schritte gehen, bis ich mein vollständiges Fitnesslevel erreicht habe. Daran arbeite ich jeden Tag. Es ist jetzt nur eine Frage der Zeit, bis ich noch mehr erreichen kann.“


Julian Ryerson (BVB-Rechtsverteidiger):
„Es war ein geiles Gefühl, die Gelbe Wand zu sehen. Ich habe ein paar Mal während des Spiels hochgeguckt. Die erste Halbzeit war überragend, wir hätten da schon das Spiel entscheiden können, haben Ball und Gegner laufen lassen. Aber wir müssen noch mehr Tore machen und die Gegentore waren zu einfach. Beim 2:2 dachte ich, ich hätte den Ball unter Kontrolle. Ich bekomme ihn dann an die Hüfte. (…) Es ist schwierig, wenn man neu ist. Aber meine Mitspieler haben mich super aufgenommen. Ich fühle mich wohl. (…) Es ist schon anders als bei Union, aber wenn man auf dem Platz ist, weiß man, was zu tun ist. Der erste Kontakt zum BVB ist schon etwas länger her. Ich war stolz darauf, dass so ein großer Verein an mir interessiert ist. Jetzt habe ich richtig Bock auf die Aufgabe.“


Nico Schlotterbeck (BVB-Innenverteidiger):
„Es gab individuelle Fehler auf beiden Seiten, vor allem bei den Gegentoren. Man kann sagen: Es war Qualität vorne und keine Qualität hinten. (…) Es ist zu leichtfertig. Ich wollte den zweiten Kontakt nehmen, bekomme den Ball nicht weg. Dann ist es gut gespielt, ein guter Abschluss zum 3:3. Das Spiel zu erklären, ist sehr schwer. Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder über die drei Gegentore ärgern soll. Wir haben bis zum ersten Gegentor nicht viel zugelassen. Wir gehen mit einem 2:2 in die Kabine und konnten es nicht fassen. Der Trainer hat uns gelobt, weil es eigentlich ein gutes Spiel war. Die zweite Halbzeit war dann nicht so gut.“


Edin Terzic (BVB-Trainer):
„Ich bin glücklich. Gerade wenn man den Spielverlauf mit all den Rückschlägen sieht. Ich finde, wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Das 2:2 fühlte sich in der Pause ungerecht an. Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht mehr so klar, wir wurden sehr chaotisch und wild. Das Positive ist, dass wir uns dagegen gewehrt haben und einige Jungs zurückgekommen sind. Das ist das, was das Wichtigste ist. Wir haben ein paar Baustellen, aber wir haben auch positive Geschichten gesehen: Sebastien Haller stand auf dem Rasen. Giovanni Reyna, der in den letzten Wochen heftig einstecken musste, Jamie Bynoe-Gittens, der seit August nicht auf dem Platz stand.“