Der Matchwinner gegen Sporting Lissabon: Donyell Malen. © imago images/Team 2
Borussia Dortmund

BVB-Stürmer Donyell Malen und der Ketchup-Effekt: Fließen die Tore jetzt?

Gegen Sporting Lissabon erzielt BVB-Stürmer Donyell Malen drei Tore. Nur eins davon zählt. Aber: Der Knoten ist endlich geplatzt. Kommt jetzt noch mehr? Und was hat das mit Ketchup zu tun?

Es ist noch gar nicht so lange her, als ein niederländischer Reporter Donyell Malen, damals noch bei PSV Eindhoven II, von der Ketchup-Theorie erzählte. Stürmer-Legende Ruud van Nistelrooy hatte einst gesagt: „Mit dem Toreschießen ist es wie mit dem Ketchup. Manchmal kommen sie einfach nicht, so sehr du es auch versuchst, aber irgendwann fallen sie alle auf einmal.“

Donyell Malen blieb beim BVB lange Zeit glücklos

Um im Bild zu bleiben und zu verstehen, wieso der Reporter Malen überhaupt davon erzählte: In Eindhoven hatte Malen die Flasche damals lange schütteln müssen, bis endlich ein Klecks von der roten Soße auf dem Teller landete – ehe es gar nicht mehr aufhörte, aus der Flasche zu fließen. In Fußballersprache bedeutete das acht Tore in sechs Spielen. Auch die Quote der folgenden Jahre war stark.

Doch nach dem Wechsel nach Dortmund schien Malens Ketchup-Tore-Flasche irgendwie verstopft oder zu fest zugeschraubt. Egal, wie sehr der 22-Jährige es auch versuchte, es kam nichts dabei heraus. Nicht bei Schüssen aus der Ferne, nicht nach Dribblings im Strafraum, nicht nach Kopfbällen. Er blieb glücklos und beim BVB hörte man bereits die nervenden Fragen aufkommen, wieso man für Malen 30 Millionen Euro nach Eindhoven überwiesen hat.

Zwei weitere Treffer von Donyell Malen werden dem BVB aberkannt

Bis zur 37. Minute im Spiel gegen Sporting, als alle im Stadion und vor den Fernsehern zu sehen bekamen, wieso: Weil Malen sich in hohem Tempo den Ball mit einem Kontakt perfekt selbst auflegte und dann überlegt in die lange Ecke schob. Endlich: der erste Tropfen Ketchup beim BVB.

Wie sehr Malen diese Durststrecke selbst belastet hat, zeigte sich in seinen Emotionen nach dem Treffer. Er schrie sich den Frust der letzten Wochen förmlich von der Seele. „Ich wollte ihm sagen: endlich! Aber das hat er dann selbst zuerst gesagt“, sagte später BVB-Mitspieler Axel Witsel über die Freude nach dem Tor.

Zwei weitere Male hatte der Niederländer an diesem Abend den Jubel auf den Lippen, beide Male ertönte ein Pfiff des Schiedsrichters. Dennoch wichtig für Malen: Der Ketchup scheint zu fließen. Die Bälle gehen endlich rein – wenn auch noch aus Abseitspositionen.

BVB-Trainer Marco Rose lobt Donyell Malen für seinen Einsatz

„Hoffentlich bedeutet das für ihn, dass er viel Vertrauen mitnimmt. Er hat sich schon Gedanken gemacht und weiß, dass man viel von ihm erwartet“, sagte BVB-Trainer Marco Rose auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Malen habe sich diesen Treffer verdient. „Er hat sehr fleißig gearbeitet und die Defizite aufgearbeitet. Es ist von Spiel zu Spiel besser geworden. Er hat in jedem Spiel seine Aktionen, heute hat er ein schönes Tor gemacht.“

Am glücklichsten darüber dürfte BVB-Neuzugang Malen selbst sein. Ähnlich wie im Interview damals mit dem niederländischen Reporter hatte er ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht, als er gefragt wurde, was ihm der Treffer bedeute: „Es ist ein tolles Gefühl, ich bin sehr glücklich, dass ich ein Tor geschossen und dem Team geholfen habe.“

Axel Witsel ist überzeugt von seinem BVB-Mitspieler Malen

Wenn es nach Axel Witsel geht, wird er das auch in Zukunft tun: „Donny hat viele Qualitäten: Er ist schnell, er kann Tore schießen, er verfügt über eine gute Technik. Er spielt diesen ‚holländischen Stil‘ mit vielen Kombinationen und Doppelpässen. Hoffentlich kommen viele weitere Tore hinzu.“ Die Ketchup-Flasche bei Borussia Dortmund ist auf jeden Fall geöffnet.

Über den Autor
Jahrgang 1991, tritt seitdem er Vier ist selbst gegen den Ball, hat mit 14 das erste Mal darüber berichtet, wenn es andere tun. Wollte seitdem nichts anderes machen und hat nach Studium und ein paar Jahren Lokaljournalismus seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Seit 2021 BVB-Reporter.
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Kevin Pinnow