Soumaila Coulibaly hat die Reha nach seinem Kreuzbandriss abgeschlossen. © imago images/Revierfoto
Borussia Dortmund

BVB-Talent Soumaila Coulibaly: Der Franzose macht entscheidende Fortschritte

Trotz eines Kreuzbandrisses verpflichtete Borussia Dortmund im März Nachwuchsspieler Soumaila Coulibaly von PSG. Lange hat es gedauert, doch jetzt macht der 18-Jährige entscheidende Fortschritte.

Es läuft die 25. Minute im Youth-League-Gruppenspiel zwischen den U19-Junioren von Borussia Dortmund und Ajax Amsterdam. Gerade segelt ein Freistoß von halbrechts von Dennis Lütke-Frie in den Strafraum. Soumaila Coulibaly schraubt seine 1,91 Meter in die Luft, setzt in aussichtsreicher Position zum Kopfball und setzt die Kugel neben das Tor. Von der mit mehr als 500 Zuschauern besetzten Tribüne im Trainingszentrum Dortmund-Brackel ist ein Raunen zu hören. Der Kopfball hätte sitzen müssen, das weiß auch Coulibaly. Er bleibt kurz konsterniert auf dem Rasen sitzen, dann hilft ihm Bradley Fink auf. Der Schweizer Stürmer weiß, wie man Tore schießt. Aber er weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn man es nicht tut. Deshalb spendet er Coulibaly Trost. Der vergräbt sein Gesicht im Trikot. „Diese Standardsituation muss drin sein, das ist eine 140-prozentige Chance“, weiß auch Mike Tullberg.

Soumaila Coulibaly: Erst BVB-Debüt in der U23, dann Youth League

Der U19-Trainer des BVB hat den Franzosen gegen Amsterdam erstmals bei den Junioren aufgeboten. Seine Premiere in Schwarzgelb erlebt der im März von Paris Saint-Germain verpflichtete Innenverteidiger vier Tage zuvor. Dort wechselt ihn U23-Coach Enrico Maaßen im Drittliga-Auswärtsspiel bei Viktoria Berlin nach 69 Minuten für seinen Landsmann Dan-Axel Zagadou ein. Nun also dessen zweiter Auftritt – diesmal in der Youth League.

Gegen Ajax spielt Coulibaly links in der Dreierkette. Schon allein aufgrund seiner Physis ist er dort sehr präsent. „Er ist ein richtiger Kerl“, sagt Mike Tullberg über den gerade 18-Jährigen. Amsterdams dänischer Angreifer Christian Rasmussen wirkt mit seinen 1,84 Metern gegenüber Coulibaly geradezu schmächtig. Es dürfte ihn daher auch nicht allzu sehr wundern, dass er dem Franzosen nach einer knappen halben Stunde in einem Zweikampf unterlegen ist. In Sachen Geschwindigkeit ist ihm der flinke Stürmer aber voraus.

Monate der Reha liegen hinter BVB-Talent Soumaila Coulibaly

Zur Halbzeit bleibt Coulibaly in der Kabine. Den 21 Minuten in der 3. Liga folgen nun also 45 Minuten in der Youth League. Er soll dosiert herangeführt werden. „Es geht jetzt darum, dass er fit bleibt“, betont Mike Tullberg. Denn zu Jahresbeginn zog sich der Franzose mit malischen Wurzeln einen Kreuzbandriss zu. Schon zuvor war er wegen der Corona-Pandemie lange ohne echte Spielpraxis geblieben. Umso behutsamer gehen sie in Dortmund nun mit ihrem Juwel um.

Die Reha nahm Monate in Anspruch. Kardio-Training auf dem Ergometer, Athletikübungen zur Kräftigung, um das Knie zu stabilisieren und es zugleich beweglich zu machen. Nun also die ersten Einsätze unter Wettbewerbsbedingungen. „Ich finde, er hat es sehr ordentlich gemacht“, urteilt Mike Tullberg. Die Sprachbarriere sei zwar (noch immer) vorhanden, doch auch in dieser Hinsicht mache Coulibaly Fortschritte.

Tullberg über Coulibaly: „Der BVB wird viel Freude an ihm haben“

„Ich kann es nicht erwarten, bei meinem neuen Klub loszulegen“, hatte Coulibaly schon im Frühjahr direkt nach seiner Verpflichtung gesagt. Allmählich kommen die Möglichkeiten, in denen er sein zweifellos vorhandenes Potenzial unter Beweis stellen kann. Der 18-Jährige gilt als moderner, technisch und zugleich physisch starker Verteidiger mit viel Übersicht und schnellem Antritt. Ballverarbeitung, Tempo, Spielintelligenz – Coulibaly verfügt über viele Vorzüge, die damals das Interesse des BVB geweckt hatten. PSG-Sportdirektor Leonardo scheiterte ebenso daran, ihn zu halten, wie die internationale Konkurrenz aus Lyon, Marseille, Turin oder München beim Versuch, ihn zu verpflichten.

Borussia Dortmund machte bekanntlich das Rennen. In Dan-Axel Zagadou, Abdou Diallo und Abdoulaye Kamara hat Coulibaly bekannte Gesichter, die ebenfalls den Weg von Paris zum BVB gewählt haben. Bereuen werde der BVB den Transfer nicht, ahnt U19-Trainer Mike Tullberg. Er sagt: „Soumi ist charakterlich ein hervorragender Junge. Ich glaube, der Verein wird noch viel Freude an ihm haben.“

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Cedric Gebhardt, Jahrgang 1985, hat Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Lebt aber lieber nach dem Motto: „Probieren geht über Studieren.“ Interessiert sich für Sport – und insbesondere die Menschen, die ihn betreiben. Liebt Wortspiele über alles und kann mit Worten definitiv besser jonglieren als mit dem Ball. Schickt deshalb gerne humorige Steilpässe in die Spitze.
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Cedric Gebhardt

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