Gregor Kobel ist beim BVB längst angekommen. © imago images/Jan Huebner
Borussia Dortmund

BVB-Torhüter Gregor Kobel: Rückkehr gegen Ex-Klub Stuttgart?

Gregor Kobel hat sich beim BVB binnen kürzester Zeit zum Leistungsträger entwickelt. Zuletzt bremste ihn jedoch eine Hüftverletzung aus. Seine Rückkehr gegen Stuttgart wäre doppelt wichtig.

Seit seinem Wechsel nach Dortmund erfreut sich Gregor Kobel zunehmend großer Beliebtheit. Mit jedem abgewehrten Ball, mit jeder Parade, mit jedem gewonnen Duell gegen einen gegnerischen Stürmer steigt die Bedeutung, die der 23-Jährige bereits nach kurzer Zeit für den BVB hat. Die 15 Millionen Euro, die die Schwarzgelben im Sommer an den VfB Stuttgart überwiesen haben, sind – so viel lässt sich schon jetzt sagen – ein gutes Investment.

BVB-Torhüter Gregor Kobel schont weder sich noch den Gegner

Mit einer Kompromisslosigkeit, bei der er weder sich noch den Kontrahenten schont, stürzt sich Kobel auf die Angreifer. Nicht selten zerschellen an ihm ihre Hoffnungen. Die Erfahrung machten bereits Steven Berghuis und Ryan Gravenberch von Ajax Amsterdam in der Champions League genauso Leipzigs Christopher Nkunku und Yussuf Poulsen in der Bundesliga. Bei Kobel war Endstation. Dass der BVB in 15 Spielen dennoch bereits 25 Gegentore kassiert hat, lag jedenfalls nicht am Schweizer Schlussmann. „Gregor überzeugt durch seine Ausstrahlung und wie er Eins-gegen-Eins-Situationen löst“, lobte BVB-Trainer Marco Rose bereits Anfang September.

Dass Kobel zudem seine Vorderleute lautstark dirigiert, sie pusht, sei ebenfalls wichtig für das Team, so Rose. Die defensive Anfälligkeit seiner Mannschaft bot Kobel im bisherigen Saisonverlauf reichlich Gelegenheiten, sich zu auszuzeichnen. Gefreut haben dürfte sich der BVB-Torhüter darüber indes trotzdem nicht. „Auch in harten Spielen dagegenzuhalten, das ist sicher ein Punkt, den wir noch besser machen müssen. Ich glaube fest an die Mannschaft, dass wir das auch können“, betonte Kobel kürzlich gegenüber „Sport1“.

BVB-Torhüter Gregor Kobel und sein Duell mit dem Pfosten

Dagegenhalten und nicht zu zögern, auch wenn es brenzlig und weh tun wird – es sind zwei Eigenschaften, die Kobel getrost für sich reklamieren kann. „Schon als ich ganz klein war, war ich von Anfang an im Tor – ich fand es cool, mich in die Bälle reinzuwerfen. Mir macht das immer noch Spaß“, bekannte Kobel bei „BVB-TV“. Kostproben seiner Robustheit gab er zuletzt gleich mehrfach.

Beim 3:1-Sieg in Bielefeld bügelte der Schweizer einen Ballverlust von Marin Pongracic aus, indem er beim Herauslaufen gegen Janni Serra Kopf und Kragen riskierte. Bei seiner Rettungstat prallte er mit dem Brustkorb vor den Pfosten und erhielt einen Schlag gegen den Oberschenkel. Zur Pause musste Kobel vom Feld genommen werden.

„Ich hoffe, dass es bei ihm keine Erling-Züge annimmt“, sagte Rose später auf der Pressekonferenz in Bezug auf die Oberschenkelverletzung. Doch das, was Kobel und Haaland eint, war zum Glück nicht die Verletzung, sondern ihr Stellenwert für das Team. Schon beim 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln jedenfalls stand Kobel wieder im Tor – und machte erneut Bekanntschaft mit dem Aluminium. Bei einem Distanzschuss von Ondrej Duda segelte er für seine Parade durch die Luft und danach ebenfalls an den Pfosten. „Mir hat es letzte Woche so gefallen, da dachte ich mir nur – mach ich’s diese Woche nochmal. Diesmal habe ich das Duell gewonnen. Alles gut“, flachste Kobel anschließend bei „BVB-TV“.

BVB-Lizenzspielleiter Kehl setzt auf Kobel-Rückkehr gegen Stuttgart

Auch wenn es also den Anschein gehabt haben könnte, gänzlich unerschütterlich ist auch Gregor Kobel nicht. Denn bei einer seiner vielen Rettungstaten hat sich der Keeper schließlich eine Hüftblessur zugezogen. Vorsichtshalber sagte der 23-Jährige daraufhin der Nationalmannschaft für die beiden Länderspiele in Italien und gegen Bulgarien ab. In die Schweiz reiste er zuletzt dennoch, um sich in der Heimat von einem Physiotherapeuten seines Vertrauens behandeln zu lassen. Am Dienstag war Kobel zwar zurück in Dortmund, aber noch nicht wieder im Mannschaftstraining. Er absolvierte stattdessen eine individuelle Einheit im Funktionsgebäude.

Es ist davon auszugehen, dass Kobels Einsatz gegen seinen Ex-Verein nicht gefährdet ist. „Er selbst ist natürlich sehr motiviert, gegen seine alten Kollegen aufzulaufen“, sagte BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Das für ihn besondere Duell gegen die früheren Teamkollegen dürfte Kobel Heilungsprozess noch mal einen kleinen Schub geben.

BVB-Torhüter Kobel: Wiedersehen mit den Ex-Kollegen als Motivationsschub

Bei seinem Abschied fand Kobel warme Worte für den VfB, mit dem ihm die Rückkehr in die Bundesliga gelungen war: „Es waren zwei rasante und erfolgreiche Jahre in Stuttgart. Ich habe erlebt, wie tief verwurzelt der Klub in Stuttgart und der ganzen Region ist. Es war eine großartige Erfahrung, ein Teil der vergangenen beiden Jahre gewesen zu sein und ich freue mich besonders, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe, dass der VfB wieder dort ist, wo er hingehört. Bei den besten Klubs in Deutschland.“

Er selbst spielt seit Juli nun bei einem der besten Klubs in Europa. Kobel hat bereits mehrfach erklärt, seinen Teil dazu beitragen zu wollen, mit der Borussia erfolgreich zu sein. „Ich bin zum BVB gekommen, um Titel zu holen“, verkündete er. Nötig sind dafür Punkte, viele Punkte – am besten schon am Samstag gleich drei gegen die ehemaligen Kollegen. Das wollen die Stuttgarter natürlich verhindern. Dazu muss ihnen jedoch das glücken, was sonst fast nur der Pfosten schafft: Gregor Kobel auszubremsen.

Über den Autor
Redakteur
Cedric Gebhardt, Jahrgang 1985, hat Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Lebt aber lieber nach dem Motto: „Probieren geht über Studieren.“ Interessiert sich für Sport – und insbesondere die Menschen, die ihn betreiben. Liebt Wortspiele über alles und kann mit Worten definitiv besser jonglieren als mit dem Ball. Schickt deshalb gerne humorige Steilpässe in die Spitze.
Zur Autorenseite
Cedric Gebhardt

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.