Mit der BVB-U17 will Trainer Sebastian Geppert am Sonntag gegen Köln den Titel verteidigen. Im exklusiven Interview spricht der 35-Jährige über Anspannung, Teamgeist und den Spielstil seiner Mannschaft.

Dortmund

, 15.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Sebastian Geppert, am Sonntag ist der große Finaltag. Steigt die Anspannung stündlich oder nur täglich?
Weder noch. Wir freuen uns natürlich auf Sonntag, es ist das letzte Spiel einer langen Saison - jetzt haben wir zwei tolle Spiele gegen Wolfsburg gehabt. Es ist auf jeden Fall die Vorfreude, die überwiegt.

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17. Juni 2018. Klickt da was bei Ihnen?

Da kann ich mich noch relativ gut dran erinnern. Das war ein tolles Spiel in München, damals haben wir 3:2 gewonnen. Das war alles rundum perfekt, es hat alles super geklappt. Tolle Werbung für den Jugendfußball. Und jetzt versuchen wir am Sonntag, nochmal alles rauszuhauen.


Die Titelverteidigung ist das klare Ziel?

Wenn man in einem Finale steht, will man es natürlich auch gewinnen. Das ist auch unser Ansatz. Wenn wir jetzt sagen würden: „Wir gucken mal ...“ - das würde nicht passen. Wir wollten bislang immer von Spiel zu Spiel denken, weil der Weg dahin das Ausschlaggebende ist. Das haben die Jungs bislang bravourös gemacht. Wir freuen uns jetzt auf ein tolles Match, hoffentlich in einem ausverkauften Stadion Rote Erde. Das wäre ein runder Abschluss.


Die Mannschaft kennt das Gefühl einer Niederlage ohnehin nicht. Das müssen sie auch jetzt nicht kennenlernen, oder?

In dieser Saison auf keinen Fall. Es war ein großes Ziel, in dieser Saison ungeschlagen zu bleiben. Es waren viele knappe Spiele dabei. Aber das versuchen wir den Jungs auch mitzugeben, jedes Spiel zu gewinnen.

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U17-Trainer Sebastian Geppert über Teamgeist und Spielstil

Was ist das für eine Siegermentalität bei 16- und 17-Jährigen?

Die Jungs haben natürlich ein krasses Alter. Da passiert natürlich total viel. Sie gehen jeden Tag zur Schule, haben ihre kleinen Problemchen. Aber wenn wir uns hier treffen, versuchen wir uns total auf den Fußball zu konzentrieren. Wir versuchen, immer wieder neue Anreize zu setzen. Wir wollen Lust aufs Gewinnen haben und wollen mit einer breiten Brust ins Spiel gehen. Das hat bislang hervorragend geklappt.


Sie betonen immer wieder das Kollektiv ...

Davon bin ich überzeugt. Ein Spieler alleine kann es nicht reißen, wenn er in der Mannschaft nicht akzeptiert ist.


Es sei denn, er heißt Youssoufa Moukoko und schießt knapp 50 Tore?

Das schafft er ja nicht alleine, sondern nur durch die Mannschaft. Und da ist er total in dem Team drin, total akzeptiert, ist beliebt. Das geht nicht von heute auf morgen, wir investieren alle total viel. Und dieses Gemeinschaftsgefühl brauchen wir auch, das haben die Jungs total entwickelt.


Wie würden Sie den Spielstil Ihrer Mannschaft beschreiben?

Puh, das ist schwer zu sagen. Wir wollen auf jeden Fall immer den Ball haben, wollen total viele Torchancen kreieren und diese auch rausspielen, manchmal auch einfach hinter die Kette des Gegners kommen - das ist dann schwer zu verteidigen. Wir haben richtig gute Geschwindigkeit auf außen, ein gutes Aufbauspiel. Defensiv versuchen wir, den Ball so schnell wie möglich wiederzugewinnen und mit allem, was wir haben, das Tor zu verteidigen.


Final-Gegner Köln ist bestens bekannt. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?

Es ist nur ein Spiel. Köln hat sich klar gegen den FC Bayern durchgesetzt - sie kommen mit breiter Brust. Die Spiele aus der Saison haben jetzt nicht mehr viel zu bedeuten. Die Art und Weise wird sich nicht großartig ändern.

BVB-Trainer Geppert: Alle Spieler sind ein, zwei Schritte weitergekommen

Mit der BVB-U17 ist Geppert in der Saison 18/19 ungeschlagen. © imago

Was würde Ihnen persönlich die Titelverteidigung bedeuten?

Das ist natürlich schön. Es geht aber darum, dass sich die Jungs toll entwickelt haben. Wenn man die Mannschaft mit der vor einem halben Jahr vergleicht, da sind alle ein, zwei Schritte weitergekommen. Es ist meine Arbeit, die Jungs auf die U19 vorzubereiten. Wir wollen die Messlatte so hochlegen, dass der Unterschied gar nicht so groß ist.


Viele Ihrer ehemaligen Spieler haben vor zwei Wo chen mit der U19 den Titel geholt. Gibt es da noch eine Verbundenheit?

Auf jeden Fall. Ich habe immer noch zu allen Spielern ein gutes Verhältnis, egal ob sie viel oder wenig gespielt haben. Ich trenne das auch vom Sportlichen. Ich freue mich total, dass sie den Titel geholt haben - nach einer schwierigen Saison. Benjamin Hoffmann hat einen überragenden Job gemacht.


Borussia Dortmund ist seit Jahren der erfolgreichste Verein im Juniorenfußball. Was sind die Gründe?

Es ist eine Mischung aus vielen Sachen. Wir versuchen, täglich gute Arbeit zu leisten, haben tolle Spieler, viele davon auch aus dem Umkreis. Wir machen auch in den unteren Bereichen einen top Job. Die Jungs identifizieren sich mit dem Verein. Das ist für die Außendarstellung super.


Ihr Tipp für Sonntag?

Wir gewinnen 2:0.

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